Reisebericht Japan

Wir hatten einen günstigen Flug bekommen und fanden im Dertour-Katalog eine Rundreise durch Japan, die genau in unseren 14-tägigen Aufenthalt passte. Es handelte sich um "Japan zum Kennenlernen", sodass wir diese 9-tägige Gruppenreise in unsere zwei Wochen Urlaub einbauten.

Zunächst war das gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, denn wir hatten einen äußerst günstigen Flug in der Business Class mit Lufthansa entdeckt. Der ging aber nur ab Amsterdam nach Tokio am 1. Juni mit der Rückkehr am 15. Juni 2017. Den hatten wir gebucht und blätterten nun viele Kataloge der einzelnen Reiseveranstalter durch, um eine Gruppenreise durch Japan innerhalb dieses Termins zu finden. Schließlich konnten wir kein Japanisch und hatten ein bisschen Angst, ob wir uns dort allein zurecht finden würden.

Endlich fanden wir im DERTOUR-Katalog eine Rundreise "Japan zum Kennenlernen", die den 4.6.2017 als letzten Termin mit Durchführungsgarantie angab. Das passte gerade noch, obwohl der Endpunkt dieser Reise am 13.6. in Kyoto lag und die Gruppe dann am nächsten Tag von Osaka nach Hause flog. Das kratzte uns aber wenig, weil sie ohne Flug buchbar war und wir schon eine Möglichkeit gefunden hatten, von Kyoto nach Osaka zu fahren und von dort nach Tokio zu fliegen.
Der Reiseverlauf gefiel uns, weil er die wichtigsten Highlights umfasste. Hier die Karte aus dem Katalog von DERTOUR:

Ein bisschen problematisch war, dass die Rundreise erst am Dienstag, dem 6. Juni startete, wir aber schon am 2.6. in Tokio landen würden. Wir würden also noch 4 Tage vorher auf uns allein gestellt sein.
Eine Abfrage im Internet nach einem deutsch sprechenden privaten Reiseführer für diese 4 Tage ergab nichts, denn die Reiseführerin, die sich daraufhin per E-mail meldete, wollte 40 Euro die Stunde haben, was uns jeden Tag mindestens 250 Euro gekostet hätte. Ich ließ mir also die Vorschläge von ihr schicken, was sie alles mit uns besichtigen wollte und arbeitete danach einen Besichtigungsplan für uns aus, der alles enthielt, was wir mit dem Reiseführer der Gruppenreise von DERTOUR nicht besuchen würden.
Damit starteten wir dann zu unserem Japan-Abenteuer.
 

Donnerstag, 1.6.2017

Um 7:20 Uhr fahren wir mit dem Auto von Neuss aus nach Amsterdam. Das ist gerade zeitig genug, denn die geplante Fahrzeit von 2 Std., die ich für die 220 km angepeilt hatte, entpuppt sich als illusorisch, weil schon kurz nach der holländischen Grenze der Verkehr so dicht ist, dass wir dauernd von unserem Navi eine Meldung bekommen, dass aufgrund von Verkehrsstörungen die Route geändert worden sei. Dummerweise folge ich einmal dem Umleitungsvorschlag, lande aber mitten in Utrecht am Ring. Das gefällt uns weniger, sodass ich in der Folge alle Umleitungsvorschläge ignoriere und die Staus akzeptiere. Das ist auch gut so, denn um 10:13 Uhr kommen wir wirklich am Terminal 2 an. Das reicht fürs Einchecken, für die Security und einen Cappuccino in der Lounge 26. Um 12:20 Uhr starten wir und bekommen noch ein ganz leckeres Frühstück. Um 13:25  Uhr landen wir in München  und müssen noch mehr als eine halbe Stunde durchs Terminal laufen, bis wir am Gate K ankommen. Die Lounge ist glücklicherweise nicht weit entfernt, wo wir unsere 2 1/2 Stunden bis zum nächsten Abflug überbrücken können.

Um 16:35 Uhr starten wir nach Tokio und bekommen eine Menükarte, aus der wir entweder das westliche oder das japanische Menü auswählen sollen. Enttäuscht sind wir aber, als uns die Stewardess mitteilt, dass nicht genügend westliche Menüs an Bord sind und wir doch ein japanisches Menü auswählen sollen. So begnügen wir uns halt mit dem Fisch und sind ziemlich sauer auf die Lufthansa. Dafür gibt es zwei Stunden vor der Landung ein recht ordentliches Frühstück.

Freitag, 2.6.2017

Um 03:50 Uhr landen wir in Tokyo Haneda; hier ist es jetzt 10:50 Uhr. Die Immigration geht ziemlich schnell: Wir müssen unsere Fingerabdrücke abgeben und werden fotografiert. Das Gepäck ist auch schnell da und wir wechseln Geld. Man muss jetzt mit großen Zahlen rechnen, denn für 500 Euro bekommen wir 60320 Yen. Das entspricht einem Kurs von 120 Yen für 1 €. Zum Umrechnen ist das prima, denn so wissen wir, dass 100 Yen 80 Cents entsprechen. Am Infoschalter spricht die Dame glücklicherweise Englisch und ich erkundige mich, wie wir zu unserem Hotel Shinagawa Seaside kommen. Das ginge  mit dem Bus, sagt sie und verweist mich an den Ticketschalter gegenüber. Auch dort versteht man Englisch und erklärt uns, dass der Bus um 12:35 Uhr am Bussteig 10 vor dem Terminal abfahren würde. Wir lösen also jeder ein Ticket für 570 Yen (= 4,75 €) und haben noch etwas Zeit uns umzuschauen.
Die erste Überraschung trifft mich, als ich die Toilette aufsuche.

Die Toilette im linken oberen Bild habe ich nicht benutzt, aber die andere war super komfortabel. Man musste sich allerdings erst einmal durch die Bedienungsanleitung kämpfen, die an der Wand angebracht war. Glücklicherweise stand neben den einzelnen Knöpfen eine englische Übersetzung. Der Sitz war nicht nur angewärmt, sondern man konnte nach Erledigung seines Geschäftes  sich einsprühen lassen und anschließend mit warmem Wasser alles abspülen. Dabei lässt sich der Wasserdruck einstellen und man kann auch den Strahl von vorn nach hinten wandern lassen (Das macht richtig Spaß...).  Zum Schluss kann man sich mit einem Fön das Hinterteil trocknen. Das macht auch Spaß.
Solche "Washlets" haben wir überall in Japan angetroffen. Sie waren alle super sauber, auch in Parks, Gaststätten und öffentlichen Gebäuden. Das war unser erstes Schlüsselerlebnis in Japan. Gleichzeitig erstaunte uns aber

auch die unwahrscheinliche Sauberkeit der Toiletten auf dem Flughafen. Die Beschriftung war in Japanisch, Chinesisch, Koreanisch und Englisch angegeben. Diese vier Sprachen fanden wir im Übrigen sehr oft bei wichtigen Ankündigungen. Ansonsten war in den Städten nur eine englische Übersetzung vorhanden, auf dem Land aber oft keine andere. Da musste dann die Zeichensprache helfen. Aber jetzt zurück zu unserer Ankunft im Flughafen Haneda in Tokyo:

Den Bahnsteig Nr. 10 finden wir schnell, als wir aus dem Terminal heraus kommen. Die elektronische Anzeige macht uns schon einiges Kopfzerbrechen, weil sie nur aus japanischen Schriftzeichen besteht.  Aber dann erinnern wir uns daran, dass die Abfahrtszeit ja 12:35 Uhr ist und wir auf dem richtigen Haltepunkt Nr. 10 stehen. Ein Bus mit der Abfahrtszeit 12:35 Uhr ist aufgeführt.
Wir lassen die beiden anderen Busse, die an unserem Bahnsteig halten, verstreichen und schauen uns den Einsteigvorgang an. Alles läuft perfekt ab: Der Bus hält haargenau an der Stelle, die durch die farbigen Fliesen auf dem Boden gekennzeichnet ist. Die Tür geht auf, die Fahrgäste steigen aus. Anschließend steigt der Fahrer aus . Es kommt ein Helfer von der Busgesellschaft auf die wartenden Fahrgäste zu und bittet sie, die Fahrkarten vorzuzeigen. Er prüft sie, weist darauf hin, das Gepäck stehen zu lassen und einzusteigen. Er markiert das Gepäck mit einer Banderole und packt es in den unteren Laderaum des Busses, der sich automatisch geöffnet hat. So fertigt der Helfer alle wartenden Fahrgäste  der Reihe nach ab. Wenn keiner mehr kommt, wartet er bis zur vorgegebenen Abfahrtszeit, gibt dem Fahrer ein Zeichen, worauf dieser einsteigt, die Ladeklappen schließt und minutengenau abfährt.
Das ist unser zweites Schlüsselerlebnis: Das minutengenaue Abfahren der Busse. Wir sind völlig erstaunt und betrachten fasziniert das Abfahren der Busse. Als unser Bus kommt, läuft das genau so ab: Unsere Fahrscheine werden geprüft, wir werden in den Bus gebeten, das Gepäck wird eingeladen und genau um 12:35 Uhr setzt sich der Bus in Bewegung. Für alle diese Vorgänge brauchen wir kein einziges Wort zu sagen. Das beruhigt uns sehr.

Der Bus fährt erst noch Terminal 2 und 1 an, bevor er in die Schnellstraße zur City einbiegt. Die Fahrt in die Stadt geht leider nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben, denn wir stehen sehr schnell im Stau. Wir erkennen, dass es völlig nutzlos ist, ein Taxi zum Hotel zu nehmen, denn die Taxis stehen neben uns im Stau und kommen auch nicht weiter. So dauert es eine Stunde, bis wir unser Ziel erreichen, das eigentlich nicht weiter als 8 km Luftlinie vom Flughafen entfernt liegt.

Das Hotel ist direkt gegenüber der Bushaltestelle und wir finden die Rezeption im 16. Stock ziemlich schnell. Einchecken können wir erst um 14:00 Uhr und müssen noch warten. Das ist gar nicht schlimm, denn in der Lobby finden wir einen Reiseführer des Tokyo Convention  & Visitor Bureau in mehreren Sprachen. Zu unserer großen Freude ist auch Deutsch dabei. Es ist der offizielle Tourismusführer  für Tokio und der ist gespickt mit guten Tipps für den Besuch von Tokio. Unser Zimmer Nr.2248 im 22. Stock des Shinagawa Sunroute Hotels ist sehr klein gegenüber den gewohnten europäischen Verhältnissen. Der "Kleiderschrank" ist  lediglich eine schmale Ablage und das Bad besteht aus einer Kunststoffkabine, die allerdings sehr sauber und mit einer Washlet-Toilette ausgestattet ist. Wir geben uns damit zufrieden, weil neben den zwei großen Betten ein Minikühlschrank und ein Schreibtisch vorhanden sind und der Internet-Zugang über WLAN sogar sehr gute Ergebnisse bringt.


Blick ins Zimmer 2248 des Shinagawa Seaside Hotels

Wir haben sechs Übernachtungen hier gebucht und werden uns arrangieren müssen. Die Fenster lassen sich nicht öffnen und in der Dusche wird keine Feuchtigkeit abgesaugt. Dafür liegt ein Minibademantel bereit und die Klimaanlage läuft leise und effektiv. Für ein 3*-Hotel ist alles durchaus in Ordnung. Für das Hotel habe ich eine Bewertung bei Holidaycheck und beim Tripadvisor abgegeben. Wer sich also dafür interessiert, sollte ich dort einmal meine Einschätzung durchlesen.
Um 15:00 Uhr machen wir uns auf zur Erkundung der Metro. Wir finden schnell heraus, dass sich eine Haltestation direkt unter unserem Hotel befindet und studieren den Fahrplan. Dabei stellen wir schnell fest, dass es gar keine Metro ist, die hier abfährt, sondern ein Zug der Ringkai Linie. Man muss also zwei Haltestellen weiter fahren, um zu einem Knotenpunkt zu gelangen, an dem andere Metrolinien abfahren. Nach einigem Fragen und Probieren lösen wir ein Ticket für 270 Yen bis nach Osaki. Dort sehen wir jetzt auch die unterschiedlichen Ticketautomaten:
Der blaue Übersichtsplan an der Wand zeigt die Tokyo Metro Linien. Die Zahlen an den Stationen geben den Preis an, den man am Ticket-Automaten eingeben muss, um eine Fahrkarte dorthin zu lösen. Für sie muss man auch die Tickets an dem Automaten lösen, der darunter steht. Glücklicherweise kann man die Anzeige der Automaten auf Englisch einstellen. Auf der rechten grünen Anzeigetafel sieht man den Streckenplan der Toei Subway.
 Wir fahren bis zur Tokyo Station und sind erst einmal erstaunt, dass wir am Ausgang nicht durch die Sperre kommen. Jedes Mal, wenn wir unser Ticket einschieben, erscheint ein rotes Signal und ein knarrendes Geräusch, aber die Sperre öffnet sich nicht. Wir haben schon ein schlechtes Gewissen, weil wir aufgefallen sind, aber der Beamte hinter dem Fenster erklärt uns freundlich gestikulierend (weil er kein Englisch spricht), dass wir am Nachlöseschalter unser Ticket einschieben müssen, weil wir mit der falschen Bahnlinie gekommen sind. So marschieren wir also zum Nachlöseautomaten, schieben unser Ticket ein und sehen auf der Anzeige, dass wir 170 Yen nachbezahlen müssen. Das machen wir und eine neue Fahrkarte kommt heraus, mit der wir problemlos durch die Ausgangssperre kommen. Das beruhigt uns wieder etwas. Pfuschen kann hier also keiner. Das wäre etwas für Deutschland - dann würden alle Schwarzfahrten unmöglich sein.
Der große Hauptbahnhof von Tokio  imponiert uns zwar, ist aber auch sehr verwirrend auf den ersten Eindruck. Deswegen gehen wir schräg gegenüber ins Mitsubishi Center, weil hier der Ticketschalter für den Hop on - Hop off Bus ist. Wir haben uns nämlich überlegt, dass wir am nächsten Tag erst einmal eine Rundfahrt mit diesem Sightseeing-Bus machen wollen, um einen Überblick über die Highlights von Tokio zu gewinnen. Für 56 € lösen wir ein Tagesticket für den nächsten Tag und spazieren dann durch die Etagen und Geschäfte des nachbarlichen Marunouchi Centers. Uns lockt ein Café im zweiten Stock, das leckeren Kuchen anbietet. Als wir die Preise sehen, sind wir geschockt: Ein Stück Torte, das wahrlich nicht groß bemessen ist, kostet 8 Euro! Jetzt wissen wir, auf welche Preise wir uns in Japan gefasst machen müssen!
Im Erdgeschoss entdecken wir das Marunouchi Wired Café


Saftige Preise in Tokio: Ein Stück Torte 8 Euro

und leisten uns dort einen Salat mit Champignons und Chicken with Frites. Inklusive zwei großen und einem kleinen Bier werden wir 4136 Yen los, was etwa 33 Euro entspricht. Trinkgeld gibt es aber keins in Japan, weil das nicht üblich ist. Das tröstet uns ein wenig.
Mit der Subway geht es wieder zurück in unser Hotel. Wir wissen jetzt, wie wir umsteigen und zum Schluss ein Nachlöseticket erwerben müssen, wenn es nicht ausreicht. Unter unserem Hotel befindet sich auch ein Supermarkt mit einigen Fast-Food-Restaurants, die wir jetzt entdecken. Verhungern und verdursten werden wir also nicht - und wir sind sicher, dass wir auch ohne Japanischkenntnisse durchkommen werden.

Samstag, 3.6.2017

Es ist schon um 04:30 Uhr taghell im Zimmer und wir sind hellwach; geschlafen haben wir schlecht und der Jetlag macht sich bemerkbar. Schon um 7:00 Uhr sind viele Hotelgäste im Restaurant. Das Frühstücksbüffet ist nicht überwältigend, reicht aber aus.
Um 9:00 Uhr sind wir startfertig und um 10:00 Uhr stehen wir am Mitsubishi Building. Der Hop on-Bus fährt um 10:10 Uhr los und wir haben zunächst die violette Linie gewählt, mit der wir 2 1/2 Stunden eine Rundfahrt machen. Am besten gefallen uns der Tokyo Tower, die Rainbow Bridge, Aqua City Odaiba und Ginza, wo ziemlich viel Betrieb auf den Straßen ist. Diese Punkte wollen wir uns für eine weitere Erkundung vornehmen.
Am Endpunkt Mitsubishi Building steigen wir aus und genehmigen uns eine Pause mit einem Cappuccino. Der schlägt mit 8 € zu Buche. Immerhin noch etwa billiger als auf dem San Marco Platz in Venedig, wo wir 12 € bezahlt haben...
Anschließend steigen wir in einen  Bus der blauen Linie zum Tokyo Skytree. Die Tour ist interessanter von den Fotomotiven her und führt durch Stadtteile mit vielen Menschen. In Ueno ist viel los und am Skytree natürlich auch.

Nach den beiden Rundfahrten nehmen wir wieder die violette Linie und steigen am Tokyo Tower aus, wo wir zwei Tickets für jeweils 900 Yen ( = 7,20 €) lösen. Die Sicht von oben aus der Plattform von 230 m Höhe ist beeindruckend, zumal das Wetter sehr gut ist. Ich schieße unendlich viele Fotos.


Blick vom Tokyo Tower nach Osten; im Hintergrund der Tokyo Skytree

Vom Tower gehen wir zu Fuß nach Roppongi Hills, das ist gar nicht so weit. In dem Kulturkomplex mit über 200 Geschäften, Restaurants und vielen Vergnügungsstätten ist besonders abends und nachts viel los. Für 2x 1500 Yen fahren wir in den 52. Stock des 238 m hohen Wolkenkratzers und haben auf dem Observation Deck einen fantastischen Blick über die ganze Stadt.

Es wird gerade dunkel und der Tokyo Tower leuchtet in roten und gelben Farben. Toll ist auch die wechselnde Beleuchtung des Riesenrades in Odaiba. Für schöne Fotos brauchte man eigentlich ein Stativ, deshalb bin ich schon froh, dass ich mit meiner kleinen Sony RX III das so hinbekommen habe.
Für die Rückfahrt zum Hotel brauchen wir eine ganze Stunde, um von Roppongi Station nach Shinagawa Seaside zu kommen, weil wir 2 x umsteigen müssen und uns noch nicht so gut auskennen. Abends machen wir die Endabrechnung des ersten Tages: Wir haben 21796 Yen ausgegeben, das sind 176 Euro - Tokio ist ein teures Pflaster!

Sonntag, 4.6.2017

Heute haben wir es nicht so eilig und sind erst um 9:30 Uhr in der Subway Station, weil wir zum Skytree, dem höchsten Fernsehturm der Welt wollen. Wir haben aber einige Schwierigkeiten, nach Asakusa zu kommen, weil wir in Gotanda die falschen Fahrscheine lösen und nicht in die Asakusa Line umsteigen können, weil die zu einer anderen Gesellschaft gehört. So lernen wir wieder dazu.

In Asakusa steigen wir direkt neben der Komagata Brücke aus und haben einen tollen Blick auf den Skytree


Im Vordergrund ist der Sumida Fluss und als wir das Ausflugsboot sehen, beschließen wir, unbedingt heute Nachmittag auch damit zu fahren, denn es ist wunderschönes Wetter. Der große goldene Gegenstand auf dem schwarzen Hochhaus und dem goldenen Asahi-Tower dahinter ist kein Rettich, wie viele vielleicht annehmen könnten, sondern soll die Flamme des Lebens darstellen.


Wir spazieren über die Promenade am Ufer entlang bis zur Azuma Brücke, die man links auf dem Foto sieht. Dort überqueren wir den Fluss und wandern durch den Sumida Park in Richtung Skytree. Der Turm kommt uns zwar immer näher, aber in Wirklichkeit ist er noch ein großes Stück weg.

In den Straßen um den Tower fällt uns auf, dass sehr viele elektrische Leitungen oberhalb der Erde verlegt sind. Auf Nachfrage erklärt man uns, dass Kabelbrüche nach Erdbeben so sehr viel schneller repariert werden können als bei unterirdischer Verlegung. Das leuchtet ein.
Am Tower angekommen, finden wir das Ticket-Center im 4. Stock und stellen uns in die Priority Line for International Visitors. Da kommen wir schnell an die Reihe und erwerben für 3000 Yen ein Ticket für die Plattform auf 350m Höhe. Die nächste Plattform auf 450m Höhe kostet 1000 Yen mehr, lohnt sich aber nicht zum Fotografieren, weil es in der Ferne zu dunstig ist. An klaren Tagen im Winter oder Frühjahr kann man den Fujiyama von oben sehen, heute aber nicht, berichtet uns ein Holländer, der schon oben war. Für internationale Besucher gibt es auch einen gesonderten Fahrstuhl, was uns sehr entgegen kommt.
Von oben ist der Blick auf die Millionenmetropole fantastisch. Ich fotografiere viel; hier einige Beispiele:

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Blick vom Tower nach Westen auf Shinjuku und Roppongi

Wir versuchen wie alle Besucher den Fujiyama hinter der Bergkette im Wolkendunst zu erspähen, aber es gelingt uns nicht, obwohl auf der Aussichtsplattform eine Hinweistafel angebracht ist, wo er zu lokalisieren ist. Um 13:45 Uhr gehen wir zu Fuß wieder zur Azuma Brücke zurück, um eine


Auf der Azuma Bridge

Fahrt mit einem Ausflugsboot über den Sumida River zu machen. aber die Boote sind alle schon weg. Also buchen wir an der Azuma Bridge bei "Tokyo Water Cruise" für 1560 Yen eine Fahrt zum Odaiba Seaside Park. Um 15:10 Uhr starten wir in dem schlanken, futuristisch anmutenden Schiff. Ich ärgere mich ein wenig, weil es sich um ein komplett geschlossenes Boot handelt, aus dem man nur hinter schmutzigen Scheiben fotografieren kann. Ein offenes Schiff wäre schöner gewesen.
Die Sonne scheint nur noch vereinzelt durch die sich langsam zuziehenden Wolken, als wir um 16:00 Uhr in Odaiba anlegen, aber der Blick auf die Rainbow Bridge ist doch sehr malerisch.


Blick vom Odaiba Seaside Park auf die Rainbow Bridge

Wir spazieren am Ufer entlang und schauen immer wieder auf die Rainbowbridge und die Skyline von Tokio:
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Blick vom Odaiba Seaside Park auf die Skyline von Tokio

Der Odaiba Seaside Park ist ein riesiger Vergnügungspark mit vielfältigen Möglichkeiten. Es ist hier ein kompletter neuer Stadtteil entstanden. Neben einem gigantischen Riesenrad,  Museen, Schwimmbädern mit heißen Quellen, einem Freilichtmuseum und fünfstöckigen Einkaufszentren ist alles da, was man sich zum Shoppen und zur Unterhaltung wünscht. Wir spazieren durch den Park und schauen uns anschließend "Aqua City" an, wo wir zu unserer Freude auch amerikanische Restaurantketten entdecken. Neben "Sizzlers" und "Red Lobster" sind auch italienische Restaurants zu finden. Uns gefällt "Huntington Beach" am besten, weil wir uns draußen auf die Terrasse mit wunderschönem Blick auf die Rainbowbridge hinsetzen und mit einem kühlen Bier Zwiebelringe, Salat und saftige Fleischspieße genießen können. Billig ist der Spaß nicht, denn wir werden 6652 Yen los, das entspricht 54 Euros.
Nach dem Sonnenuntergang werden wir mit einem wunderschönen Blick auf das nächtliche Tokio belohnt:
Odaiba gefällt uns vor allem deshalb besonders, weil wir hier nur zwei Stationen mit der Rinkai-Linie  von unserem Hotel Shinagawa Seaside entfernt sind. Daher sind wir anschließend auch in 10 Minuten wieder im Hotel.

Montag, 5.6.2017

Nach dem Frühstück mühe ich mich erst einmal mit dem Computer in der Lobby ab, weil der einen angeschlossenen Drucker hat. Für 10 Yen pro Blatt erstehe ich an der Rezeption Papier dafür, brauche aber erst einmal eine halbe Stunde

um mich damit zurechtzufinden. Es ist zwar Windows 7 installiert, aber leider kann man das System nur auf Japanisch, Chinesisch oder Koreanisch umstellen. Glücklicherweise sind die kleinen Icons identisch, sodass ich herausfinden kann, was der Explorer ist und damit auf Bilder, Dokumente, Videos oder Musik zugreifen kann. Trotzdem brauche ich aber doch noch Herrn Yamazaki von der Rezeption, der mir hilft, das Druckmenü zu finden. Ich weiß zwar, dass man ein Dokument mit CTRL+P ausdrucken kann, aber dann wird es doch ein bisschen schwierig. Er zeigt es mir und ich fotografiere mir die einzelnen Menüs ab.
Das hilft ungemein, denn damit komme ich jetzt mit jedem japanischen Computer klar, auf dem Windows installiert ist. Danach fahren wir mit der Rinkai-Linie nach Shin-kiba, steigen um in die Tokaido Linie und in Hatchobori in die Toyoko Linie. Das klappt jetzt schon alles prima und zwei Stationen weiter sind wir an unserem heutigen Ziel, dem Tsukiji Fischmarkt.
Im Reiseführer haben wir gelesen, dass Besucher nur bis 9 Uhr eingelassen werden, aber für die Versteigerungen ist es jetzt sowieso zu spät, da es schon halb elf ist und die meisten Hausfrauen haben auch an den Fischgeschäften bereits eingekauft. So ist nur der äußere Markt zugänglich, der aber ein Anziehungspunkt für sämtliche Touristen ist, denn hier gibt es alles, was sich japanische Feinschmecker für ihre Küche wünschen. Es wird hier nicht nur Fisch, Obst und Gemüse angeboten, sondern alles, was rundum für die Küche erforderlich ist: Messer, Töpfe, Schalen, Gewürze, Geschirr und andere Artikel. An den Verkaufsständen ist unheimlich viel  Betrieb.
Die Auswahl an Fischen, Muscheln und anderem Seegetier ist unermesslich.
Die Preise sind allerdings unerhört: Ein Kilo Thunfisch kostet umgerechnet zwischen 48 und 60 Euro, ein Bund mit 3 Stangen Spargel 4 Euro und eine Melone zwischen 8 und 16 Euro. Hier einige Eindrücke vom Fischmarkt:
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Geschäft auf dem äußeren Fischmarkt

Zwischen den Läden und Verkaufsständen gibt es unheimlich viele Restaurants. Meist befindet sich vorn ein Verkaufsstand, an dem die Kunden die Fische aussuchen. Dann werden die für sie zubereitet und hinten im Restaurant an Tischen serviert. Alle Restaurants sind gut besucht, weil die Japaner viel Fisch zum Frühstück essen
Wir schlendern durch die engen Gassen und wundern uns, dass es weder nach Fisch riecht noch stinkt. Nicht wie in Thailand oder in China.
Alles ist supersauber und wird eisgekühlt oder direkt auf Eis serviert. Die meisten Nahrungsmittel werden sofort mundgerecht geschnitten und auf Schalen mit Beilagen und Saucen zum direkten Verzehr angeboten. Da die Japaner mit Stäbchen essen, müssen die Stücke auch entsprechend klein sein.
Nicht nur auf dem Fischmarkt beobachten wir, dass die Japaner einen übersteigerten Hygienekult haben, sondern überall auf den Straßen: Es liegt kein Müll herum, keine Zigarettenstummel, kein Kaugummi, keine Graffitis - alles ist sauber. Das beeindruckt uns immer wieder. Vor allem, dass es keine Müllbehälter auf den Straßen und Plätzen gibt - jeder nimmt seinen Müll mit nach Hause und entsorgt ihn dort.
An den Versteigerungshallen des Fischmarktes entlang spazieren wir bis zum Hama-rikyu Garten, der berühmt für seinen Teich und das Entenjagdrevier ist. Da das Teichwasser direkt aus dem Meer kommt, ist auch Ebbe und Flut zu beobachten. Es ist der einzige aus der Edo-Zeit erhaltene Teich dieser Art.
So überragend finden wir allerdings den ehemaligen Palastgarten nicht, denn die Rasenflächen sind Wiesen


Teehaus im Hamarikyu Garden

voller Klee und außer ein paar Azaleen und Teichlilien ist auch nichts Blühendes zu entdecken.
Wir müssen ganz schön suchen und laufen, bis wir von hier aus die Shiodome Station und den richtigen Zug nach Shinjuku gefunden haben. Wir wollen dort das Rathaus besuchen und den Fujiyama von der Aussichtsetage im 45. Stock sehen. 
Der Bahnhof Shinjuku ist nicht nur ein Bahnhof, sondern ein riesiger Gebäudekomplex mit Kaufhäusern, Restaurants und Geschäften. Auf mehreren Stockwerken über und unter der Erde laufen U-Bahnen ein und fahren Züge heraus.
Es ist der verkehrsreichste Bahnhof der Welt, denn mehr als vier Millionen Fahrgäste steigen hier täglich ein und aus. Das bedeutet, dass in jeder Minute fast 3000 Leute in einen Zug ein- oder aussteigen.
Auf dem Video rechts habe ich gefilmt, wie das im Bahnhof aussieht. Durch einen Tunnel gelangt man in das 243 m hohe Rathaus von Tokio, das ebenfalls einen gewaltigen Verwaltungskomplex darstellt. Dort kann man kostenlos in die 43. Etage hinauffahren, wo man einen fast 360° Rundblick über die Stadt hat. Hier einige Fotos davon:
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Blick vom Rathaus nach Osten

Der Blick von oben ist grandios, aber den Fujiyama sehen wir auch nicht; es ist in der Ferne einfach zu dunstig.

Nach erneuter Sucherei nach dem richtigen Bahnsteig im Bahnhof gelangen wir mit Umsteigen nach einer halben Stunde in den eigentlich gar nicht so weit entfernten Stadtteil Shibuya, der einen ähnlich großen Bahnhof mit so vielen Fahrgästen hat wie Shinjuku. Als wir aus dem Bahnhof herauskommen,  stehen wir direkt auf  der berühmten Kreuzung Shibuya Station. Viele Touristen fotografieren die Bronzestatue und das Wandbild des treuen Hundes Hachiko. Die Geschichte dieses Hundes können Sie im Internet nachlesen. Sie ist rührend und ein Symbol der Japaner für Treue geworden.
Wesentlich interessanter ist aber der Blick über eine der verkehrsreichsten Kreuzungen der Welt. An der Shibuya Station Kreuzung  überqueren  während der grünen Ampelphase von 90 Sekunden in der Regel mehrere
Tausend Menschen die Zebrastreifen, die längs und quer über die Straße gemalt sind. Zu Spitzenzeiten sollen es mehr als 15000 sein. Das nebenstehende Video zeigt den Übergang. Wir setzen uns noch in das Starbucks Café  gegenüber und beobachten von dort aus der 1. Etage die Kreuzung. Es ist einfach faszinierend zuzuschauen, wie reibungslos das funktioniert. Man muss die Disziplin und den Erfindungsgeist der Japaner einfach bewundern, wie sie manche Probleme lösen.
Leider ist der gesamte Bahnhofskomplex wegen des Umbaus bis 2021 sehr unübersichtlich und den Weg in das berühmte Hikarie-Kaufhaus finden wir nur zwischen Bauzäunen. Und so interessant ist es auch nicht.
Zum Abendessen wollen wir wieder nach Odaiba in den Aqua City Komplex fahren, was sich aber wegen der verschiedenen Metrolinien von hier nicht so einfach gestaltet. Wir müssen mehrmals umsteigen und große Strecken zwischen den Bahnsteigen laufen, sodass wir erst 1 1/2 Stunden später dort ankommen. Verlaufen haben wir uns auch noch. Wir essen bei "Sizzler´s", genießen die gute Salatbar für 2500 Yen und das kühle Bier vom Fass (500 Yen/0,3l). Das entschädigt uns, zumal wir am Fenster sitzen mit Blick auf die Rainbowbridge. Das Gewitter sehen wir auf uns zukommen und es erwischt uns voll mit strömendem Regen. Ein Regenumhang für 100 Yen (= 0,80 €) rettet uns, den wir auf Anraten des Mannes an der Infotheke im Billigshop erwerben. Mit unserer weißen Plastikverkleidung  erreichen wir schließlich relativ trocken die Teleport Station und merken uns den Ausgang, damit wir uns nicht noch einmal verlaufen.
An der Rezeption im Hotel erkundigen wir uns, wie es morgen weitergeht mit der Reisegruppe von DERTOUR. Wir erhalten eine Message von dem Reiseführer, dass um 8:30 Uhr das Treffen in der Lobby stattfindet und die Tour mit einer Rundfahrt durch die Stadt beginnt.

Dienstag, 6.6.2017

Beim Frühstück ist um kurz vor sieben schon viel los in der Lobby, aber das Restaurant öffnet erst zwei Minuten vor 7:00 Uhr.
Unser Reiseführer Shin-itchi Shimokawa begrüßt uns kurz vor 8:30 Uhr und wir erfahren, dass die Gruppe aus 31 Personen besteht. Wir sind die ältesten Teilnehmer, aber ansonsten sind Geschlechter und Altersstruktur gemischt. Nach kurzer Unterhaltung mit anderen Teilnehmern erfahren wir, dass wir zusammen mit drei anderen neu hinzugestoßen sind und dass der Reiseführer die Hauptgruppe mit 26 Personen am Flughafen abgeholt und schon mit ihnen eine kleine Stadtrundfahrt durchgeführt hat, um die Vorlaufzeit bis zum Einchecken um 14:00 Uhr zu überbrücken.

Jetzt beginnt also die Gruppenreise streng nach Plan aus dem Katalog von DERTOUR. Der Bus macht als ersten Stopp am Kaiserpalast halt, der aber für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Wir dürfen lediglich die Brücke zum Kaiserpalast fotografieren:

Unser Reiseführer erzählt viel über den Kaiser und seine Stellung im alten Japan und in der heutigen Zeit. Das meiste hat man aber schon 10 Minuten später vergessen. Behalten davon habe ich, dass der Kaiser früher eine gottähnliche Stellung hatte, weil man glaubte, dass er von den Göttern abstammte. Nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich aber alles und heute ist der japanische Kaiser nur noch eine Repräsentationsfigur und aller seiner Regierungsfunktionen enthoben.

Weiter geht es durch Ginza zum Rappongi Hills Tower, wo wir aus dem 52. Stock einen Blick auf Tokio werfen können. Wir waren zwar schon vor ein paar Tagen hier oben, aber das war am Abend und jetzt sehen wir an diesem Vormittag alles bei anderem Licht.


Blick vom Roppongi Hills Tower

Anschließend fahren wir nach Shibuya, um den Meiji-Schrein zu besichtigen. Das ist ein Shinto-Schrein, in dem die Seelen des Kaisers Meiji und der Kaiserin Shoken verehrt werden. Er wurde 1920 erbaut und dabei wurden 100 000 Bäume um den Schrein herum gepflanzt, die heute zu einem stattlichen Wald angewachsen sind.
Es ist das erste Mal, dass ich einen solchen Schrein betrete, weil ich bisher immer nur in irgendwelchen Tempeln auf dieser Welt gewesen bin. Hier einige Eindrücke von dem Besuch:
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Das Nino-Torii ist das größte hölzerne Schreintor von Japan.

Das Torii ist das Eingangstor zu einem Schrein und steckt das heilige Gebiet gegenüber seiner Umgebung ab. Wer durch das Tor schreitet, weiß, dass er sich nun innerhalb des Heiligtums befindet und verhält sich auch so.

Wir erfahren von unserem Reiseführer Shin-itchi Shimokawa, dass 90% der Japaner Shintoisten sind, 9% Buddhisten und 1% Christen. Die Erklärung des Shintoismus ist nicht so einfach. Es ist eine Naturreligion, die fast ausschließlich in Japan verbreitet ist.
Die alten Japaner glaubten, dass die japanischen Inseln von den Göttern erschaffen wurden und sie die Nachfahren sind. Es gibt eine Unzahl von Göttern und Geistern, die verehrt wird. Es können auch Bäume, Berge oder Tiere sein, die heilig sind. Sie alle werden als Schutzpatrone angefleht, besonders auch die Ahnen.
Die Shinto-Schreine sind Kultstätten, in denen irgendwelche Dinge von Ahnen, Tieren oder Geistern aufbewahrt und verehrt werden. Erstaunlich ist der Aberglaube der Japaner. Sie glauben an irgendwelche "Glücksbringer", an besondere Zahlen, Zeichen, Gewitter, Vollmond oder Tierkreiszeichen. An den Schreinen sitzen Wahrsager, Handleser oder Kartenspieler, die die Zukunft oder das Glück voraussagen.


Tausende von Wunschtäfelchen von Besuchern aus allen Ländern

Ein bisschen enttäuschend ist es es schon für uns, dass die gesamte Anlage renoviert wird und vieles verhüllt ist. Das stellen wir übrigens an vielen Stellen in Tokio fest. Uns wird erklärt, dass sich Tokio für die Olympischen Spiele 2020 rüstet und alles auf Vordermann bringt.
Die Rundfahrt geht weiter nach Ginza, wo uns der Bus am Wako-Uhrenturm absetzt. Das ist das Einkaufszentrum der gut verdienenden japanischen Bevölkerungsgruppen. Wir flanieren über die  Einkaufsstraße und beobachten die japanischen Hausfrauen beim Shopping durch die Luxusgeschäfte, die hier ihre Niederlassungen haben. Viele Damen begegnen uns mit Einkaufstüten oder Taschen von Gucci, Chanel oder anderen Luxusmarken. Interessant ist, dass wir in dieser Gegend fast nur Frauen sehen. Wahrscheinlich müssen die Männer in der Zeit arbeiten, in der die Frauen shoppen gehen. Natürlich besuchen wir auch das berühmte Warenhaus Mitsukoshi, sind aber nicht übermäßig begeistert, denn das Angebot sieht auch nicht anders aus als bei uns in Düsseldorf  oder Köln.
Um 15:00 Uhr fährt der Bus weiter nach Asakusa, das ist ein altes Viertel mit dem Charme früherer Zeiten, denn hier reihen sich alteingesessene Läden aneinander. Man sieht zwar beim Gang durch die Fußgängerbereiche und die engen Gassen immer den modernen Fernsehturm Skytree auf der anderen Seite des Sumida-Flusses, aber irgendwie ist hier noch das alte Japan erhalten geblieben.

Wir erhalten eine Vorstellung davon, wie Tokio früher mal ausgesehen haben mag, denn hier war nicht nur das Amüsierviertel mit Freudenhäusern und Theatern, sondern hier wurden auch die ersten Opern aus Europa aufgeführt oder die ersten Striptease-Lokale eröffnet. Man merkt allerdings, dass es inzwischen ein Touristenzentrum geworden ist, denn überall in den Geschäften sieht man englische Bezeichnungen der Artikel und der Preise. Leider haben wir nicht viel Zeit, durch die Straßen zu bummeln, die Läden der Handwerker anzuschauen oder die jungen Touristinnen zu fotografieren, die sich in den geliehenen Kimonos vor allen möglichen Tempeln fotografieren und Spaß an ihren Selfies haben, denn unser Reiseführer strebt zielgerichtet den Sensoji-Tempel an, der schließlich die Hauptattraktion von Asakusa ist.

  Es ist der heiligste Tempel von Tokio und wird im Allgemeinen "Asakusa Kannon" genannt. Er soll im Jahre 628 erbaut worden sein, weil damals Fischer eine goldene Statue des buddhistischen Gnadengottes Kannon im Sumida Fluss gefunden hatten.
Der Weg dorthin führt durch das Donnertor (Kaminarimon), das jeden Tag von einer großen  Menschenmenge fotografiert wird. Wichtigstes Merkmal ist ein 3,30 m hoher und 100 kg schwerer Lampion, der in der Mitte hängt. Das Tor ist allerdings nicht original, sondern nach einem Brand 1960 neu errichtet worden, die Köpfe der Götterstatuen Donner und Wind sind aber alt.
Von dort aus führt eine 250 m lange Ladenstraße zum nächsten Tor, dem Hozomon-Tor, das von 1964 stammt.
Im Innern des Hofes ist regelmäßig viel los, weil sich alle um den Weihrauchkessel scharen und irgendwelche Räucherstäbchen in Brand setzen. Die Besucher fächeln sich gegenseitig den Rauch zu, weil sie glauben, dass sie dadurch vor Krankheiten und Unheil geschützt werden.
In der großen Halle werfen viel Japaner Geld in den Opferstock und beten um Glück, Gesundheit oder beruflichen Erfolg. Auch unser Reiseführer erklärt uns den Ritus.
Wir brauchen keine Schuhe auszuziehen und die gesamte Anlage erscheint uns als eine große Touristenfalle mit vielen Souvenirläden und Imbissstuben. Es ist laut hier und wimmelt von Chinesen, Koreanern, Deutschen und Russen. Keine Ruhe und Andacht. Die Buddhafiguren stehen alle draußen vor dem Tempel und ins Innere dürfen keine Touristen.
Nebenan der Shinto-Schrein bleibt dagegen fast völlig unbeachtet.
Als wir um kurz vor fünf wieder zurück zum Hotel fahren, sind wir nicht übermäßig begeistert von diesem Tagesprogramm und den Informationen unseres Reiseleiters. Auf alle meine Fragen, was den Verdienst der Japaner angeht, wie viele Arbeitslose es gibt und was man mit den Schülern macht, die keinen Abschluss erreichen,  hat er nur Durchschnittswerte von 2015 angegeben und ausweichend geantwortet. Seine Ausführungen zu den Tempeln und kulturellen Sehenswürdigkeiten sind fundiert und beeindruckend, aber zu den alltäglichen Problemen hält er sich sehr zurück. Ich hätte mir jedenfalls viel mehr aktuelle Informationen gewünscht!

Für den Abend bietet er  eine Tour nach Odaiba an, aber als er mit der Gruppe dort ankommt, haben wir schon bei "Red Lobster" hervorragend gegessen ( sind allerdings auch 6100 Yen losgeworden = 49 €) und schöne Aufnahmen von der Rainbowbridge bei Sonnenuntergang und abendlicher Beleuchtung gemacht.
Da wir den Weg zu Aqua City jetzt kennen, sind wir auch in 5 Minuten an der U-Bahnstation Teleport und zwei Stationen später im Hotel.


Eine Schulklasse sitzt diszipliniert auf dem Boden des Vorplatzes und hört aufmerksam den Ausführungen ihres Lehrers zu.

Mittwoch, 7.6.2017

Wir müssen früh aufstehen, denn um 8:00 Uhr geht es mit dem Bus los nach Nikko. An dem fakultativen Ausflug nehmen 21 Personen teil, die anderen erkunden auf eigene Faust Tokio.
Die Fahrt über die Stadtautobahn geht schnell und problemlos. Nach 1 1/2 Stunden Fahrt machen wir eine Pause an einer Raststätte.

Unterwegs sehen wir viele Türme mit Draht und Netzen und lassen uns belehren, dass dies Golfplätze sind, weil die Japaner schließlich auch eine "driving range" benötigen. An der Autobahn-Raststätte sind wir erstaunt über die konsequente Mülltrennung, wo sogar die Verschlüsse der Flaschen gesondert eingesammelt werden.
An den Imbissbuden rund um die Raststätte und auch an den Ständen innerhalb der Raststätte fällt uns auf, dass es gar nicht so schwer für Touristen ohne japanische Sprachkenntnisse ist, etwas zum Essen zu bekommen. Überall findet man nämlich die angebotenen Gerichte als Beispielteller in Folie oder im Tiefkühlfach mit Preisangabe und englischer Kurzbeschreibung dargestellt. Bevorzugt werden Spieße mit Fleischstückchen. Die Zahlen sind glücklicherweise alle in arabischen Ziffern angegeben.
Anschließend brauchen wir noch eine gute Stunde, bis wir in Nikko ankommen. Hier ist alles viel ländlicher als in Tokio mit vielen Reis- und Weizenfeldern. Das Städtchen hat 20 000  Einwohner und wird am Wochenende von vielen Japanern wegen seiner schönen Lage mit vielen Wanderwegen und der alten Tempelanlagen besucht.
Unser erster Besuch gilt dem Rinno-ji-Tempel, der gerade renoviert wird. Er liegt sehr malerisch in einem Wald mit riesigen japanischen Zedern.
Das ist die Waschanlage, wo sich alle Besucher vor dem Betreten des Tempels Wasser über die Arme und Hände gießen und den Mund ausspülen, wie wir es schon in den letzten Tagen gesehen haben. Die Tempelanlage ist uralt; die Schuhe müssen wir ausziehen und drinnen dürfen wir nicht fotografieren. Hier eine kleine Fotofolge mit unseren Eindrücken:
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Eingang zum Tempel

Unser Reiseführer erklärt sehr ausführlich die kostbare Bodenbedeckung des Tempels und auch das Innere, aber besonders begeistert sind wir nicht. Als Souvenir nehmen wir uns einen goldenen Drachenpfeil (Hamaya) mit. Es ist derselbe, den der Buddha in seiner Hand hält und der unsere geheimen Wünsche Wirklichkeit werden lassen und uns vor allem Unheil behüten soll. Wir werden ihn zu Hause aufhängen und hoffen, dass alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen, wie es im Beipackzettel versprochen wird.
Zu Fuß wandern wir anschließend zum Tosho-gu Schrein, der die berühmteste Sehenswürdigkeit von Nikko darstellt und wesentlich größer und imposanter ist.
In diesem Schrein ist die Asche von Tokugawa Ieyasu aufbewahrt. Er war es, der 1603 Shogun wurde und das Sumpfdorf Edo zur Hauptstadt machte, das heutige Tokio. Er bestimmte auch , dass er nach seinem Tode zum Gott erhoben wurde. Für die Japaner ist die prunkvolle Tempelanlage ein wichtiges Ausflugsziel, das man bei einem Tagesausflug von Tokio gut erreichen kann.

Prunkvolle Wächter links und rechts neben dem Portal

Aufgang zum Sarkophag durch den Wald mit riesigen japanischen Zedern


Außergewöhnlich für einen Schrein: Hier wird die Asche des Shoguns in einem Schatzturm aufbewahrt.

Da unser Reiseleiter Shin-itchi-Shimokawa alles haarklein erklärt, dauert die Besichtigung entsprechend lange und wir kommen erst gegen 14:00 zu unserer Mittagspause. Dazu hat er allerdings geschickt ein Restaurant direkt gegenüber der berühmten Shinkyo Brücke über den Fluss Daiya ausgesucht. So können wir noch einige schöne Fotos von der Brücke machen
Anschließend probieren wir die japanischen Teigtaschen und trinken dazu ein Bier. Das gefällt uns, weil die leckeren Teigtaschen problemlos mit Stäbchen gegessen werden können. Sie sind außerdem preiswert, denn wir bezahlen für unsere beiden Portionen inklusive den Halblitergläsern Bier nur 2215 Yen, das entspricht 18 Euros und wir sind sehr zufrieden. Wir erfahren, dass man in Japan kein Trinkgeld erwartet und beim Hinausgehen an der Kasse zahlt.
Um 15:15 Uhr fahren wir zurück und sind nach einer Pause in einer Raststätte um 18:00 Uhr wieder in unserem Hotel. So können wir noch in Ruhe mit der Metro nach Odaiba fahren und bei Sizzler´s die Salatbar genießen. Die kostet inclusive 3 Bier 6500 Yen ( also umgerechnet 50 €) für uns beide und ist fantastisch; wir sind sehr zufrieden. Gegen 20:30 Uhr sind wir wieder im Hotel und tauschen nochmals 300 $ um, weil man im Hotel keine Euros akzeptiert.
Danach packen wir unsere Sachen, weil wir morgen früh mit dem Bus nach Kamakura fahren, um dort den buddhistischen Tempel zu besichtigen. Danach geht es in den Hakone Nationalpark. Wir sollen nur kleines Gepäck mitnehmen, weil wir mit dem Shinkansen fahren und unsere Koffer mit einem Transportunternehmen nach Hiroshima gebracht werden sollen.
 
Donnerstag, 8.6.2017

Schon vor 7 Uhr sitzen wir beim Frühstück und um 8:00 Uhr starten wir mit dem Bus. Nur eine Reisetasche haben wir dabei, denn unsere Koffer werden mit Lastwagen der Firma "Schwarze Katze" nach Hiroshima transportiert.
Die Fahrt geht nach Süden durch Kawasaki (1,2 Mill. Einwohner) und Yokohama (3,2 Mill. Einwohner). Die Städte gehen irgendwie ineinander über.  Leider fängt es an zu regnen und die Strände am Pazifik sehen traurig aus. Kurz nach 10:00 Uhr sind wir in Kamakura am Hasedra Tempel. Die Anlage ist viel besser gepflegt als die vorigen Tempel. Wir spazieren durch den am Berghang angelegten Garten, aber leider sind die Fotomotive wegen des Regens und der fehlenden Sonne alle blass. Das ist schade.

Ein Stück weiter kommen wir zur nächsten Attraktion: dem Tempel mit dem großen Buddha:
Der große Buddha als 13,5 m großer Bronzekoloss ist die Hauptattraktion der Stadt. Er ist von innen begehbar, aber heute bei dem schlechten Wetter  hat keiner Lust, hinaufzuklettern und auch ein Spaziergang um die Skulptur herum ist ungemütlich.

Anschließend fahren wir weiter zum Ashi See, der in 850 m Höhe innerhalb eines Vulkankraters liegt. Es ist ziemlich diesig und nieselt, sodass wir nicht spazieren gehen können. Um 15:00 Uhr startet ein "Piratenschiff" mit einer Fahrt über den See. Das haben wir gebucht, aber die Fahrt im Regen ist ziemlich ungemütlich, weil man kaum das andere Ufer des Sees sehen kann.

Jedenfalls habe ich das Bild auf der Info-Tafel abfotografiert, damit ich wenigstens einen Trost hatte, wie es hätte sein können:
Wenn Sie wissen wollen, wie das alles bei schönem Wetter aussieht mit dem Fujiyama im Hintergrund, dann können Sie sich auch das Video von Uri Pin bei YouTube anschauen.
Wegen des Dauerregens macht auch der Besuch des Hakone Schreins keinen Spaß. Das Eingangstor liegt unten am See und wir spazieren den Berg hinauf. Hinterher sind wir durchnässt und haben nicht viel gesehen.
Da gefällt uns das Hakone Sengokuhara Prince Hotel doch schon viel besser, das wir anschließend anfahren. Wir bekommen Zimmer 273 im 2. Stock und sind sehr zufrieden, weil es geräumig und mindestens zwei Klassen besser ist als das Hotel in Tokio. Es ist auch genügend Stauraum mit Kleiderbügeln und Schubladen vorhanden, den wir aber gar nicht nutzen, weil wir nur unsere Reisetaschen mithaben, denn die Koffer sind ja nach Hiroshima verladen worden.
Dafür besänftigt uns aber das wirklich gute Büffet am Abend. Es kostet zwar 5000 Yen (also umgerechnet 40 Euro pro Person, aber nach diesem Regentag genießen wir es ausgiebig. Und ein schönes Onsen mit Thermalquelle hat das Hotel auch. Eine Bewertung des Hotels habe ich bei Holidaycheck und auch beim Tripadvisor veröffentlicht.

Freitag, 9.6.2017

Das Wetter ist etwas besser, als wir bereits um 6:45 Uhr beim ausgezeichneten Frühstücksbüffet sitzen. Um 7:45 Uhr startet der Bus zum Aussichtspunkt des Ashi Sees, wo wir den Fujiyama erblicken sollen. Dazu machen wir einen Spaziergang auf den Hügel, wo der Kaiser früher seinen Sommerpalast hatte. Heute ist es ein gut gepflegter Park mit vielen kunstvoll beschnittenen Bäumen. Am Aussichtspunkt befindet sich eine Kompassplatte aus Bronze mit eingezeichnetem Fujiyama, der aber leider wegen der tief hängenden Wolken auch heute nicht zu sehen ist. Schade.


Aussichtspunkt im Hakone Nationalpark

Nach einer guten Stunde Busfahrt  sind wir kurz vor halb zehn in Mishima, wo wir in den Shinkansen steigen. Schon auf dem Bahnsteig sind wir fasziniert von den durchrauschenden Hochgeschwindigkeits-Zügen. Wir haben Platzkarten für Nr. 12 D+E im Wagen 13. Der Zug hält zentimetergenau an den Einsteigetüren, die sich am Absperrgitter des Bahnsteigs befinden. Im Zug selbst gibt es keine Stehplätze. Wer eine Fahrkarte kauft, kauft immer den zugehörigen Sitzplatz mit. Es sind jeweils 5 Sitzplätze in Fahrtrichtung angeordnet - zwei auf der rechten Seite und drei auf der linken Seite. Man hat im Fußraum mehr Platz als im Flugzeug, kann den Sitz zurückklappen und ein Tablett aus dem Vordersitz ausklappen. Wir haben gerade Platz genommen, da fährt der Zug auch schon los: Sanft, leise und schnell geht es durch die Städte und Landschaften. Eine sehr angenehme Art zu reisen ist das. Wir sind zwar nur mit unseren Reisetaschen unterwegs, aber die Koffer hätten problemlos in die oberen Gepäckablagen gepasst.
Wir  erkennen überall Reisfelder: zwischen den Fabrikgeländen, neben den Gleisen, zwischen den Wohnhäusern. Wenn man in eine Wohngegend kommt, sind neben den Gleisen Lärmschutzwände angebracht - allerdings nur so hoch, dass man aus dem Zugfenster darüber schauen kann. In Nagoya staunen wir über den riesigen Bahnhof und die vielen Eisenbahnlinien, die hier zusammenlaufen. Die Shinkansenzüge fahren auf einem eigenen Schienennetz, das von den anderen Zügen getrennt ist. Es gibt inzwischen mehr als 600 dieser schnellen Züge. Wir sitzen in einem N 700 aus der neuen Baureihe, der hier auf der Strecke 285 km/h fährt. Und dennoch dauert es fast drei Stunden, bis wir in Himeji ankommen. Inzwischen ist es 12:00 Uhr und ein Bus bringt uns zur Burg.


Shinkansen-Züge verschiedener Baureihen auf dem Bahnhof von Nagoya

Die ausgedehnte Burg ist für die Japaner die spektakulärste Festungsanlage der Samurais. Sie gehört zu den Nationalschätzen Japans und ist Weltkulturerbe der UNESCO. Wegen der weißen Fassade wird sie von den Japanern "Burg des weißen Reihers" genannt. Unser Reiseführer Shin-itchi Shimokawa erklärt ausführlich die 46 m hohe Wehranlage mit den fünf Stockwerken des Hauptturms. Jedes Stockwerk steht symbolisch für die Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft und Himmel. Wir müssen die Schuhe ausziehen, obwohl es keinen ersichtlichen Grund dafür gibt und klettern bis in das oberste Stockwerk. Vielleicht sollen die Touristen auch nur die alten Holztreppen und dicken Holzbohlen mit ihren Socken putzen...


Blick vom Hauptturm der Burg auf die Stadt Himeji

Um 15:45 Uhr sind wir wieder am Bus und müssen noch lange fahren, bis wir in Hiroshima ankommen. Erst kurz vor halb acht sind wir im Sunroute Hotel, das direkt am Friedenspark in der Innenstadt liegt. Unser Gepäck ist mit dem Transportunternehmen hierhin gebracht worden und steht bereits in der Lobby. Wir packen kurz unsere Koffer im Zimmer 3033 im 10. Stock aus und versuchen noch, etwas zu essen zu bekommen. Das japanische Restaurant in der 15. Etage  hat keinen Tisch mehr frei, aber im "Viale", dem italienischen Restaurant daneben bekommen wir noch einen Tisch. Es ist 20:10 Uhr und die Küche schließt. Wir haben Glück, dass unsere Bestellung noch aufgenommen wird, denn ein anderes Paar aus unserer Gruppe wird abgewiesen. Das finden wir eigentlich gar nicht nett. Wir werden aber im wahrsten Sinne des Wortes über den Tisch gezogen, denn wir geben für eine mittelmäßige Zubereitung 12200 Yen aus, das sind 97 Euro. Es ist auch das schlechteste Hotel, das wir auf unserer Japan-Reise besucht haben. Ich habe eine Bewertung bei Holidaycheck und auch beim Tripadvisor geschrieben. Sie können sich die ja mal anschauen, wenn es Sie interessiert.

Samstag, 10.6. 2017

Zum Frühstück stehen wir bereits um 6:30 Uhr vor dem Restaurant im 15. Stock und sind erstaunt, dass es nun das normale Restaurant ist, während es sich gestern Abend noch italienisches Restaurant "Viale" nannte. Das Frühstückbüffet ist dennoch ganz ordentlich. Es gibt Ananas als frisches Obst, weiche und harte Eier, Würstchen und Fleischbällchen. Jetzt, wo es hell ist, erkennt man auch, dass der Teppichboden ziemlich versifft und der Raum sehr strapaziert ist.

Das Wetter ist ganz schön und deshalb hat unser Reiseleiter zuerst die Fahrt zur Insel Miyajima beschlossen. Das ist auch gut so, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat.
Mit dem Bus sind wir in 20 Minuten an der Anlegestelle der Fähre, die hinüber zu der heiligen Insel führt. Die Insel mit dem Itsukushima-Schrein  gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Japans. "Itsukushima" heißt auf Deutsch "Tabu-Insel"  und das bedeutet, dass auf der Insel keine Bäume gefällt und keine Tiere erlegt werden dürfen. Es gibt auf der Insel sogar noch Berg-Urwald und die kleinen japanischen Hirsche laufen frei herum. Für viele Japaner ist Miyajima ein bevorzugtes Ausflugsziel.
Die Überfahrt auf die Insel dauert 10 Minuten und Hunderte von Leuten fahren mit. Das berühmte rote hölzerne Tor ist schon von weitem zu sehen.


Das berühmte Tor ist schon von weitem zu sehen

Wir haben drei Stunden Zeit, uns auf der Insel umzuschauen. Shin-itchi klärt uns über die zahmen japanischen Hirsche auf, die uns sehr klein erscheinen, beschreibt die einzelnen Sehenswürdigkeiten und verteilt ein deutsches Info-Blatt. Das gefällt uns sehr, denn so können wir uns gut orientieren. Hier eine kleine Diaschau  mit unseren Beobachtungen:
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Durch das Tor wird der Schrein von der Wasserseite betreten

Sehr ausführlich erklärt uns unser Reiseführer den Schrein und die Bedeutung der Figuren. Auf der Insel gibt es viele Wanderwege, deshalb ziehen wir jetzt los zur Seilbahn und fahren mit ihr auf die oberste Plattform. Unterwegs müssen wir noch in eine andere Gondel umsteigen. Von oben hat man einen hervorragenden Blick auf die umliegenden kleinen Inseln, aber leider ist es ziemlich diesig an diesem Vormittag, sodass die Fotos nicht optimal sind.
Schließlich steigen wir wieder hinunter, trinken einen erstaunlich guten Cappuccino für 400 Yen ( 3,20 €) und treffen uns um 13:00 Uhr wieder an der Fähre, mit der wir um 13:10 Uhr zurückfahren.

Gegen 14:15 Uhr sind wir im Zentrum von Hiroshima und besichtigen den Friedenspark. Der ist sehr beeindruckend. Vor allem das Museum ist sehr informativ, das wir zuerst besuchen. Viele Dokumente mit eindringlichen Fotos, Zeitzeugenaussagen und Videos zu dem Atombombenabwurf im August 1945 sind dort zu sehen und zeigen die Botschaft des japanischen Staates, dass man sich wünscht, dass so etwas nie wieder passieren darf. Wir spazieren durch die abgedunkelten Räume und schauen uns die beklemmenden Bilder an. Manche Darstellungen sind grauenhaft und es sind auch Gegenstände ausgestellt, die man anfassen darf, so die Limonadenflasche, die durch die Hitzewelle so verformt wurde, dass das Glas fast geschmolzen wäre. Da kann man sich vorstellen, was mit den Menschen passiert ist, die davon erfasst wurden.

Beim Rundgang durch den Friedenspark  stehen wir vor dem Kinderdenkmal mit dem stilisierten Kranich und hören die traurige Geschichte des Mädchens Sadako Sasaki, die 2 1/2 Jahre alt war, als die Atombombe explodierte und danach  als Folge davon im Alter von 12 Jahren an Leukämie erkrankte. Bis zu ihrem Tode wollte sie 1000 Kraniche aus Papier falten, weil nach einer alten japanischen Sage derjenige einen Wunsch erfüllt bekommt, der 1000 Kraniche faltet. Als sie starb, hatte sie 663 geschafft. Kinder, Familien und Bekannte falteten daraufhin die restlichen Kraniche und stellten sie auf das Grab.
Daraus ist an den Schulen eine Friedensbewegung entstanden, die den Origami-Kranich als Symbol hat. Jedes Jahr senden Kinder aus aller Welt ihre gefalteten Kraniche zum Friedenspark, die dann dort in den Schaukästen ausgestellt werden. Am 6. August, dem Jahrestag des Atombombenabwurfs, besuchen viele Menschen das Kinderdenkmal und legen dort gefaltete Papierkraniche als Friedensdemonstration gegen den Atomkrieg ab.
Mir hat auch die Botschaft von Präsident Obama gefallen, der 2016 Hiroshima besucht hat und zu den Kranichen seinen Text geschrieben hat:

Wir haben die Qualen des Krieges kennen gelernt.
 Lasst uns nun den Mut finden, gemeinsam den Frieden zu verbreiten
und eine Welt ohne Atomwaffen zu erschaffen.

Hier einige Bilder zum Friedenspark:
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An dieser Gedenkstätte sind die Namen aller Opfer verzeichnet

Die Inschrift heißt: "Ruhet in Frieden - dieser Fehler darf sich nie wiederholen."

Am Abend erkennen wir trotz der Mängel des Hotels doch den Vorteil, dass es mitten im Zentrum von Hiroshima liegt und wir zu Fuß zur überdachten Fußgängerzone spazieren können.
Unser Reiseführer Shin-itchi hat gefragt, ob wir die berühmte "Japanische Pizza" kennenlernen wollen, die gerade hier in Hiroshima in einer besonderen Variante zubereitet wird. Dem haben wir freudig zugestimmt und er hat uns kleine Zettel vorbereitet, auf die er auf japanisch aufgeschrieben hat, ob wir die "Okonomi-yaki" mit Fleisch oder Meeresfrüchten haben wollen. Diese Zettel sollen wir dem Kellner geben, wenn er an den Tisch kommt und fragt, was wir gerne essen möchten.
Das machen wir dann auch, als wir im Restaurant sitzen und zum Trinken erst einmal ein "Biru" (Bier) bestellen. Von unserem Platz aus können wir die fast vier Meter lange heiße Eisenplatte sehen, auf der zwei Köche aus Teig Fladen braten, darüber gedünstetes Gemüse geben und alles zusammen mit Gehacktem und Nudeln einwickeln und mehrmals wenden. Das sieht sehr appetitlich aus.


Die überdachte Fußgängerzone von Hiroshima


Der Koch an der der heißen Eisenplatte


Die "Japanische Pizza" wird in einer heißen Pfanne serviert

Wir sind total begeistert, weil die "japanische Pizza" hervorragend schmeckt. Außerdem haben wir Messer und Gabel erhalten, weil das doch mit den Stäbchen nicht so einfach ist. Es wird nämlich dazu eine besondere Okonomiyaki Sauce serviert, die wie eine gute Grillsauce ausgezeichnet dazu passt. Mit einem kühlen Bier  (0,35 l für 580 Yen) sind wir sehr zufrieden, zumal wir am Ende nicht mehr als 18 Euro pro Person an der Kasse am Ausgang bezahlt haben. Das Leben in Japan ist also doch nicht so teuer, wenn man die richtigen Restaurants und das richtige Essen auswählt. Da es kein Trinkgeld gibt, ist Japan also nicht teurer als Frankreich oder England.

Sonntag, 11.6.2017

Da unser Abfahrtstermin auf 8:00 Uhr festgelegt wurde, sitzen wir schon beim Öffnungszeitpunkt des Restaurants um 6:30 Uhr beim Frühstück. Der Himmel ist bedeckt heute morgen, aber es ist warm. Die japanische Pizza von gestern hat durchschlagende Wirkung auf unsere Verdauung, aber das finden wir ganz positiv.

Uns steht eine lange Fahrt bevor, denn auf dem Weg zu unserem Tagesziel Kyoto wollen wir Nara besuchen. Die Fahrt mit dem Bus über den Expressway ist eintönig und wir sind froh, dass wir unterwegs unter Anleitung von Shin-itchi einen Kranich aus Reispapier falten. Das ist schon eine Kunst und wir bekommen eine Hochachtung vor den japanischen Origami- Falttechniken. Unser Reiseführer versucht auch, uns die Grundregeln der japanischen Schriftzeichen zu erklären. Das ist an einigen Zeichen einsichtig, an anderen aber nicht. Nach zwei Stunden machen wir eine Pause und eine weitere um kurz vor Mittag an einer Raststätte bei Kobe. Das merken wir auch am typischen Angebot von Spezialitäten und Süßigkeiten im Supermarkt der Raststätte. Witzig ist ein "Dog Run" hier, eine eingezäunte Laufwiese, auf der zig Japaner herumlaufen, die einen Sonntagsausflug machen und  mit ihren kunstvoll geschorenen Hunden hier herumlaufen.


Auch wir haben einen Papierkranich gefaltet

Um 14:00 Uhr sind wir dann endlich in Nara. Wir besichtigen das größte Holztor der Welt und den größten Holztempel der Welt: Es ist der Todai-ji Tempel aus dem Jahre 752 mit der 16 m hohen Buddhastatue.
Was uns vor allem beim Betreten des Nara-Parks beeindruckt, ist die riesige Menschenmenge, die sich durch die Parkwege schiebt. Meistens sind es Schulklassen, wie man an den Uniformen sieht, aber es sind auch viele Familien mit Kindern hier. Im Gegensatz zu den touristischen Plätzen, die wir bisher besucht haben, fallen uns jetzt statt der Ausländer viel mehr Japaner auf, die einen Sonntagsausflug in diese Stadt machen. Eine kleine Bilderfolge verdeutlicht hoffentlich ein bisschen unsere Beobachtungen:
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Tausende Menschen im Nara Park und mehr als 1000 Hirsche dazu

Für die Japaner ist die große Tempelanlage, die UNESCO Weltkulturerbe ist, natürlich von großem Interesse und ein religiöser Zielpunkt.
Die große Halle ist vermutlich  der größte Holzbau der Welt und eine architektonische Leistung der damaligen Zeit.
Eine Vorstellung von den dicken Holzsäulen kann man sich machen, wenn man auf dem rechten Bild solch eine Holzsäule sieht, durch die man einen engen  Durchgang geschaffen hat. Wer sich durch die Öffnung zwängen kann, der findet angeblich die Erleuchtung. Das schaffen aber meist nur schmächtige Japaner oder Kinder, die einen großen Spaß daran haben, hindurch zu kriechen.
Links auf dem Schild ein Verbot für den Gebrauch von Drohnen auf dem Tempelgelände. Das erste Mal, dass ich ein solches Schild in Japan gesehen habe. Mit dem Besuch des Buddha-Tempels ist es natürlich nicht getan, denn wie immer sorgt unser Reiseleiter Shin-itchi dafür, dass wir noch einen Shinto-Schrein zu Gesicht bekommen.
Der Kasuga-Taischa-Schrein wird auch der Schrein der 10 000 Laternen genannt. In Wirklichkeit sind es aber nur 3000. Die  Wege sind mit uralten Steinsäulen - wie auf dem rechten Bild - gesäumt. Daneben gibt es noch viele Laternen aus Bronze oder anderen Metallen. Auf vielen sind die typischen Wunschtäfelchen angebracht. Zweimal im Jahr werden alle Laternen angezündet und leuchten dann wunderschön am Abend. Nach dem Glauben der Shintoisten gehen dann nämlich die Wünsche in Erfüllung.
Die Schatzkammer ist inzwischen geschlossen und die Schätze werden in dem nebenan befindlichen Nationalmuseum aufbewahrt. Was uns erstaunt, ist die Regel des Shintoismus, dass die Schreine alle 20 Jahre verbrannt oder zerstört werden und danach wieder neu aufgebaut werden.
Im Laufe der Jahrhunderte ist das hier mehr als 20 mal geschehen. Und so erstrahlt auch jetzt die gesamte Schreinanlage in einem kräftigen Zinnoberrot.
Um 16:30 Uhr sitzen wir wieder im Bus und fahren in Richtung Kyoto. Eine Stunde später kommen wir dort im Hotel Aranvert an. Das liegt ziemlich günstig mitten in der Stadt in der Gojo Dori und ist gar nicht so weit weg vom Bahnhof. 100 m weiter ist sogar eine Metrostation. Wir bekommen nach japanischen Maßstäben ein typisch zweckmäßig eingerichtetes Zimmer 1112 im 11. Stock mit miserabler Aussicht. Das kratzt uns aber im Augenblick ziemlich wenig, denn nach dem Auspacken unserer Koffer und einer Ruhepause wollen wir uns für das Abendessen ein Restaurant aussuchen und fragen an der Rezeption nach empfehlenswerten Lokalitäten.
Dort spricht man Englisch, wir bekommen einen Stadtplan mit hilfreichen Tipps und machen uns zu Fuß auf  in Richtung Kyoto Station - dem Hauptbahnhof. 20 Minuten später sind wir dort und finden davor in einer Shopping Mall ein "Tony Roma´s", das wir von Amerika kennen und erstklassige Baby Back Ribs anbietet. Wir sind sehr angetan davon, obwohl die Zwiebelringe und die Portionen deutlich stärker geschrumpft sind gegenüber denen in den USA - außerdem sind die Preise wesentlich höher. Zum Schluss sind wir für 2x Roma Style Ribs und zwei Bier  9105 Yen quitt, das sind umgerechnet immerhin 72 Euro. Dennoch spazieren wir gut gesättigt und gut gelaunt durch den modern gestalteten Bahnhof, von dem sich die deutschen Bahnhöfe eine Scheibe abschneiden könnten: Auf 5 Etagen laufen Shinkansen-, Regionalbahn- und Metrozüge ein, dazwischen gibt es Kaufhäuser, Geschäfte, Boutiquen. Restaurants und Imbisse aller Art.


 Der Kyoto Tower bei Nacht


Kyoto Station mit Kyoto Tower

Alles ist rundherum super sauber und lädt zum Verweilen und Shoppen ein. Solche Bahnhöfe wünscht man sich als Reisender. Hier in Japan werden diese Wünsche erfüllt. Die deutsche Bundesbahn sollte sich einmal solche Bahnhöfe anschauen! Der Tower neben dem Bahnhof mit seiner Aussichtsplattform in 100 m Höhe reizt uns zwar für einen Besuch, aber das Restaurant "Sky Lounge" jetzt nicht mehr, da wir gesättigt sind.
Mit dem Hotel sind wir eigentlich zufrieden, weil es sehr zentral in der Stadt liegt und man von dort aus die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder mit der Metro bequem erreichen kann. Wer sich dafür interessiert, kann meine Bewertung bei Holidaycheck oder beim Tripadvisor lesen. Kyoto ist völlig anders als Tokio, denn hier spürt man noch die Kaiserstadt und alte Tradition Japans. Mehr als 2000 Tempel und Schreine zeugen davon.

Montag, 12.6. 2017

Um 8:30 Uhr starten wir mit dem Bus zur Besichtigung des Ryoan-ji Tempels mit seinem weltberühmten Steingarten, dessen Interpretation uns aber schleierhaft bleibt. Die Zen-Kultur mag den für sehr kontemplativ gehalten haben, uns erscheint er aber nichtssagend.


Der Steingarten im Ryoan-ji Tempel

Schön angelegter Teichgarten mit vielen Seerosen
Viel schöner ist allerdings der prächtige Kinkaku-ji, den sich ein Shogun im 14. Jahrhundert als Altersruhesitz errichten ließ. Die beiden oberen Etagen des dreistöckigen Baus sind mit Blattgold belegt, deshalb heißt er auch der "Goldene Pavillon".
Ich schieße unzählige Fotos, weil ich immer wieder die Sonne abwarten muss, die hinter den Wolken verschwindet, um den Widerschein des Pavillons und der Wolken im Teich zu erwischen. Es klappt zwar nicht hundertprozentig, aber es gelingt doch ein schöner Blick auf den Goldenen Pavillon.
Ein Stück weiter kommen wir zum Shogun Palast Nijo-jo. Das ist eine richtige Burganlage mit dicken Mauern, die im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Die äußere Anlage darf man fotografieren, aber im Innern darf man keine Aufnahmen machen. Shin-itchi erklärt die einzelnen Räume des Palastes, zu deren Betreten wir die Schuhe ausziehen müssen. Für die damalige Zeit ist die Ausstattung schon sehr kostbar, denn  die Schiebetüren sind mit blühenden Kirschbäumen bemalt und die Wände mit Vogelmotiven und Landschaften. In der Audienzhalle knien Puppen in zeitgenössischen Gewändern und in verschiedenen Räumen  sind lebensgroße Tiger und Panther als Wanddekoration zu sehen. Am meisten fallen uns allerdings die "Nachtigallen-Bretter" auf, die beim Darübergehen zwitschernde Töne von sich geben. Auf diese Weise kann keiner den Palast unbemerkt betreten.


Das Eingangstor der Burganlage Nijo-jo


Das große Tor und die Eingänge zu den einzelnen Palasthallen sind kostbar gestaltet

Anschließend machen wir einen Spaziergang durch den Garten und fotografieren die wunderschön gestaltete Teiche mit Felsbrocken und Steinen:

Um 15:10 Uhr fahren wir weiter zum Gijon-Distrikt und in die Altstadt von Kyoto, wo viele japanische Restaurants sind und Geikos und Maikos zu finden sind. Wir hoffen natürlich, eine Geisha zu sehen und fotografieren zu können.
Wir werden von unserem Reiseführer darüber aufgeklärt, dass die schön gekleideten Kimono-Passanten gar keine Japanerinnen sind, sondern Touristinnen aus China oder Korea, die sich einen Kimono für einen Tag geliehen haben und damit durch die Stadt spazieren. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, vor bestimmten Gebäuden mit dem Smartphone Selfies zu schießen  und diese per Whatsapp nach Hause zu schicken. Auf dem linken Bild sieht man also deutlich den Unterschied zwischen europäischen Touristinnen auf der linken Seite und asiatischen Touristinnen auf der rechten Seite.
Auch wir lernen sehr bald, asiatische Touristen von Japanern zu unterscheiden. Egal, ob es Japanerinnen oder asiatische Touristinnen sind - in den Kimonos sehen alle sehr anmutig aus. Eine Stunde lang spazieren wir durch die Altstadtgassen mit vielen historischen Gebäuden und fahren dann zurück ins Hotel.

Um 19:00 Uhr ist Abfahrt zum japanischen Abend, den wir bei DERTOUR für 120 € pro Person extra gebucht haben. 14 Personen aus unserer Gruppe fahren mit. Zunächst werden wir mit dem Taxi an unserem Hotel abgeholt und zu einem Restaurant gefahren, wo es ein japanisches Fondue gibt und anschließend eine Maiko tanzt.

Alles ist ein bisschen ungewohnt, als wir in das Restaurant kommen: Wir müssen unsere Schuhe ausziehen und an niedrigen Tischen Platz nehmen. Glücklicherweise ist aber der Fußboden unter dem Tisch abgesenkt, sodass ich wenigstens meine Füße unterbringen kann. Nachdem wir unsere Getränke bestellt haben, gibt es eine kleine Vorspeise mit Thunfisch und Shrimps. Danach wird der Gasbrenner angezündet und die Brühe erhitzt. Wir schaufeln aus der großen Schale Wirsing, Chinakohl, Pilze, Nudeln und Sprossen hinein und lassen alles garen. Dann picken wir mit unseren Stäbchen in die hauchdünn geschnittenen Rindfleischscheiben und senken sie in den brodelnden Topf. Leider muss man alles mit den Stäbchen festhalten, sonst sind die im Topf verschwunden. Aber sie sind erstaunlich schnell gar und wir tauchen sie dann  in verschiedene Saucen, die wir dazu bekommen haben. Das schmeckt ganz würzig. Und mit dem Gemüse, das wir anschließend aus dem Topf fischen, machen wir das auch so. Irgendwie geht das ganz gut mit den Stäbchen.
Nach dem Essen werden die Vorhänge zugezogen, sodass wir vor den anderen Gästen des Restaurants abgeschirmt sind. Dann erscheint die Geisha mit ihrer Schülerin, der Maiko. Diese führt zwei klassische Tänze zur  Musik ihrer Lehrerin vor, die sie auf dem "shamisen" begleitet, dem dreisaitigen Instrument aus Okinawa. In meinen Ohren klingt alles sehr gewöhnungsbedürftig und einschläfernd. Die Bewegungen der Maiko sind dabei streng vorgegeben und sehr langsam.
Auf dem Video können Sie sich das anschauen. Geishas sind stolze Unterhaltungskünstlerinnen und heißen deshalb auch in Kyoto "Geikos", was übersetzt " Kind der Künste" heißt. Die Geikos heißen während ihrer Ausbildung "Maikos". Man kann sie an dem bestickten Kragen erkennen. Nach der Ausbildung tragen sie als Geiko einen weißen Kragen. Nach den Tänzen haben wir Gelegenheit, Fragen an die Geiko und die Maiko zu richten, die Shin-itchi dann übersetzt. So erfahren wir allerhand über die Ausbildung und die persönlichen Beweggründe, die sie veranlasst haben, Geiko zu werden. Heiraten dürfen Geishas auch nicht. Als ich frage, wie viel denn eine Geiko verdient, werde ich mit abfälligen Blicken und Murren der anderen Besucher bestraft. Aber die Geiko antwortet, man könne davon leben.
Zum Schluss macht die Maiko noch einige Spielchen mit den Gästen und lässt sich mit ihnen fotografieren. Den Abend fanden wir ganz nett, als wir um 22:15 Uhr wieder zurück im Hotel sind.

Dienstag, 13.6.2017

Heute ist der fakultative Ausflug in Kyoto angesagt. Dieses Paket hatten wir bei DERTOUR zusammen mit dem Ausflug nach NIkko für 230 Euro pro Person gebucht. Nicht gerade billig, aber wir wollten beides nicht auf eigene Faust machen, sondern fachkundige Informationen durch einen deutsch sprechenden Reiseleiter bekommen.

Nur 21 Personen sind heute im Bus, als wir um um 8:30 Uhr zum Ginkaku-ji starten, dem Silberpavillon. Vom Busparkplatz spazieren wir aber erst ein kleines Stückchen über den Philosophenweg. Dieser Weg ist von Kirschbäumen umsäumt und führt 1,8 km am Kanal entlang. Obwohl er schon im Jahre 1890 als Fußweg bekannt war, hat ihn die Stadt Kyoto 1968 als Wanderweg eingerichtet. Mehrere berühmte Tempel und Schreine  liegen am Weg. Seinen Namen erhielt er durch einen Philosophieprofessor der Universität Kyoto, der hier täglich spazieren ging.
Viele Lokale und Boutiquen liegen an diesem Weg und er muss wahrscheinlich zur Zeit der Kirschblüte oder im Herbst toll aussehen, wenn sich die Ahornbäume verfärben.
Am Eingangsschild vom Ginkaku-ji, dem Silbernen Pavillon, hält Shin-itchi einen Einführungsvortrag.


Der Philosophenweg

Er erklärt uns, dass dieser Palast als geheimer Zufluchtsort eines Shoguns errichtet wurde. Zu Ehren seines Großvaters, der den Goldenen Pavillon bauen ließ, wollte dieser im 15. Jahrhundert  den Silbernen Pavillon errichten. Leider hatte er wegen vieler kriegerischer Auseinandersetzungen nicht genug Geld, um die Wände mit Silber überziehen zu lassen. Dennoch ist die Gartenanlage wirklich sehenswert und gilt weltweit als klassisches Beispiel japanischer Gartenkunst. Das muss ich auch anerkennen und habe deshalb in der folgenden Fotoshow meine schönsten Gartenfotos vom Ginkaku-ji Pavillon zusammengestellt:
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Der silberne Pavillon

Wir machen einen langen Spaziergang durch die wunderschön gestaltete Parkanlage. Man kann sogar einen Wanderweg hinauf zu einem Aussichtspunkt gehen und sich die Anlage vom Berg aus anschauen. Man erhält jedenfalls einen guten Eindruck von japanischer Gartenarchitektur.

Um 10:15 Uhr fahren wir weiter zum Heian-Schrein, der ziemlich groß ist und viele Nebentempel hat.

Der zinnoberrote Schrein wurde erst 1885 zur 1100 Jahr-Feier von Kyoto errichtet. Er ist verhältnismäßig schlicht. Mit seinem Anstrich, den  grünen Dächern und Pagoden erinnert er irgendwie an chinesische Tempelbauten.
Andersartig ist allerdings die Anlage des Gartens und der Teiche. Im Gegensatz zu den immergrünen Zen-Gärten  wurde hier nämlich Wert  auf einen Garten gelegt, der durch die Laubfärbung  in den verschiedenen Jahreszeiten jeweils  anders aussieht.


Die Teichanlage im Garten des Heian Schreins.

Besonders gut gefallen uns die vielen blühenden Iris, Seerosen, Azaleen und anderen Pflanzen. Der Spaziergang durch den Garten ist erholsam und abwechslungsreich, zumal es viele Steinbrücken und Überwege in dem Teich gibt.
Anschließend geht es weiter zum Sanjusangen-do Tempel.
Das ist ein komischer Tempel, denn schon sein Name ist seltsam, weil er "33-Säulen-Abstände" bedeutet. Im Tempel selbst darf man nicht fotografieren. Unser Reiseführer Shin-itchi erzählt viel von den buddhistischen und hinduistischen Göttern, als wir in der 120m langen Halle an 1000 Buddha- Figuren und 30 Göttern vorbei spazieren.
Jedes Jahr findet hier am 15. Januar das Toshiya-Fest statt. Wichtigster Bestandteil dieses Festes ist ein Wettkampf im Bogenschießen, wobei die Bogenschützen durch die 120 m lange Halle schießen.
Innerhalb von 24 Stunden müssen die Bogenschützen möglichst viele Pfeile von einem Ende der Halle zum anderen schießen. Bei unserem Rundgang durch den Tempel sehen wir auch die Siegerliste: Ein Bogenschütze hat im 17. Jahrhundert 8000 Pfeile in diesem Zeitraum abgeschossen.

Obwohl wir für heute eigentlich schon genug Schreine gesehen haben, kündigt Shin-itchi für den Nachmittag noch einen weiteren Besuch in einem Schrein an. Aber immerhin machen wir erst einmal Mittagspause am Bahnhof von Kyoto. Den kennen wir schon von unserem ersten Besuch und begeben uns deshalb auf die Suche nach einem gemütlichen Café. Aber damit sieht es schlecht aus hier in Kyoto - wie übrigens überall in Japan - , sodass wir wir uns bei Starbucks mit einem Cappuccino und einem Stück Käsekuchen zufrieden geben müssen. Immerhin reicht es anschließend noch zu einem Eis bei "Baskin Roberts", das wir von Amerika kennen. Pünktlich um 14:15 Uhr sind wir wieder am Treffpunkt und fahren zum Fushimi-Inari-Schrein, dem Schrein mit den 10 000 Toren.
Unmengen von Touristen sind hier unterwegs - wesentlich mehr als bei den vorigen Schreinen. Hier einige Eindrücke von unserem Besuch:

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Das große Tor am Eingang des Schreins

Millionen von Japanern besuchen in den ersten Neujahrswochen  diesen Schrein und bitten um Glück, Erfolg und langes Leben. Die Spendenquote ist die zweithöchste in Japan nach dem Meiji-Schrein in Tokio. Auch wir befinden uns innerhalb einer großen Menschenmenge und sind froh, einmal einen Abschnitt ohne Touristen für ein Foto zu finden. Aber interessant ist die Anlage schon. und wir verstehen, warum so viele Leute durch die Tunnelgänge wandern.

Um halb fünf sind wir wieder im Hotel und können uns noch etwas ausruhen, denn Shin-itchi hat zum Abschiedsessen für 19:00 Uhr eingeladen. Schließlich ist für die Gruppe heute Abend die Rundreise zu Ende und morgen fahren alle nach Osaka, um von dort nach Deutschland zu fliegen. Wir bedanken uns bei ihm für seine fachkundige Reiseleitung und überreichen ihm persönlich ein Trinkgeld, denn bei der Umfrage im Bus haben wir festgestellt, dass die einzelnen Reiseteilnehmer sehr unterschiedliche Vorstellungen von dem Trinkgeld für einen Reiseleiter haben..

27 Personen gehen mit, als wir uns in der Lobby des Hotels treffen. Shin-itchi hat Zettel vorbereitet, auf denen der Essenswunsch in japanisch zu lesen ist, damit der Kellner Bescheid weiß, was wir haben wollen. Wir haben uns für "Schnitzel" entschieden, andere wollen Fisch oder Nudeln. Auf dem Bild rechts liegt der Zettel neben dem Teller. Wir gehen zu Fuß zu dem Restaurant, in dem alles richtig japanisch und nicht touristisch ausgerichtet ist.
Das Schnitzel wird - wie so oft in Japan - als  "Set" serviert. Es ist also eine Vorspeise dabei, eine Suppe, eingelegte Gemüse als Spezialitäten von Kyoto und natürlich Reis mit Sojasoße und Sesamkernen. Das Schnitzel ist bereits klein geschnitten, damit


Das "japanische Schnitzel" , wie es in Kyoto serviert wird

man es mit Stäbchen essen kann, aber wir bestellen uns Besteck dazu. Alles ist sehr lecker, sowohl der Krautsalat auf dem Teller wie auch das gebackene Kürbispüree. Und der Senf darf natürlich nicht fehlen. Im Endeffekt ist es auch gar nicht so teuer, denn wir bezahlen 2200 Yen dafür, das sind umgerechnet 17,60 €. Das kleine Bier ( 250 ml) kostet 380 Yen, das große Bier (400 ml) 500 Yen, das entspricht 3,05 € bzw. 4€. Wenn man bedenkt, dass man in Japan kein Trinkgeld bezahlt, ist das nicht übermäßig teuer.

Mittwoch, 14.6.2017

Die Teilnehmer der Rundreise mussten früh aufstehen, denn sie wurden bereits um 8:00 Uhr mit dem Bus nach Osaka gebracht, von wo sie nach Hause zurück fliegen.
Wir sitzen um diese Zeit beim Frühstück und können uns viel Zeit lassen, denn im Restaurant ist nichts los. Endlich wieder einmal ein Frühstück, das man in Ruhe genießen kann, weil kein Besichtigungstermin ansteht. Die Sonne scheint und draußen ist blauer Himmel.
Wir packen unsere Koffer und checken um 11:00 Uhr aus. An der Rezeption bestellen wir ein Taxi zur Haltestelle des Airport-Busses, der zum Flughafen Osaka-Itama fährt. Die Dame von der Rezeption geht auf die Straße, winkt - und in weniger als einer Minute hält ein Taxi. Der Fahrer mit weißen Handschuhen öffnet die Türen und lädt das Gepäck ein, denn in Japan fasst man als Fahrgast im Taxi nichts an. Die Rezeptionistin sagt ihm, wo wir hin wollen und er fährt los. Auf dem Taxameter sehen wir, dass 590 Yen voreingestellt sind. Als wir 20 Minuten später an der Haltestelle ankommen, ist der Preis auf 780 Yen gestiegen, das sind 6,30 €. Da es auch bei Taxifahrten kein Trinkgeld gibt, ist das also gar nicht teuer.
An der Bushaltestelle lösen wir die Tickets (1360 Yen) und fahren für knapp 11 € zum Flughafen. An der Haltestelle wird unser Gepäck wie üblich von einem Helfer verladen und natürlich fährt der Bus sekundengenau ab. 45 Minuten später kommen wir am North Terminal des Inlandflughafens Osaka- Itami an und müssen noch eine ganz schöne Strecke bis zum South Terminal laufen, wo unsere Maschine nach Tokio starten soll. Alles läuft perfekt ab: das Einschecken, die Security, das Boarding und der minutengenaue Abflug.


Letzter Blick auf Osaka aus dem Flugzeug

Nach ruhigem Flug landen wir um 16:00 Uhr in Tokio-Haneda. Es dauert eine Weile, bis unsere Koffer kommen, aber eine halbe Stunde später können wir mit dem kostenlosen Shuttle-Bus zum International Terminal fahren, wo wir als Stopover eine Nacht im Flughafenhotel Royal Haneda gebucht haben, weil unsere Maschine nach Amsterdam erst am nächsten Tag fliegt.
Das Hotel finden wir schnell, da es in der Departure Lounge liegt. Wir bekommen beim Einchecken ein kostenloses Upgrade für ein 22 m² statt 18² m - Zimmer im 3. Stock und sind sehr zufrieden, da es modern eingerichtet ist und eine schöne Dusche hat.
Unsere Suche nach einem netten Restaurant ist erfolglos; im gesamten Flughafenbereich sind nur Schnellrestaurants zu finden. So essen wir im Hotelrestaurant zwar sehr gut, werden aber auch 6200 Yen (ca. 50 €) los.

Donnerstag, 15.6.2017

Da wir das Hotel ohne Frühstück gebucht hatten, wollen wir nach dem Auschecken in der ANA-Lounge frühstücken. Wir sind sehr gespannt darauf, wie sie aussieht und was angeboten wird. Wir werden aber enttäuscht: Sie ist zwar riesengroß, aber es wird nur ein japanisches Büffet angeboten. Das bedeutet: Suppen, Fisch, Nudeln, Reis, Fleischbällchen und verschiedene Sorten von Gemüse. Für Japaner mit den vielen warmen Speisen wahrscheinlich exquisit, aber alles gar nicht so nach unserem Geschmack für ein gemütliches Frühstück...

Die Boeing 787 "Dreamliner" rollt pünktlich um 10:45 Uhr auf die Startbahn. Wir haben die Sitze 8K und 9H, denn die Plätze in der Maschine sind versetzt angeordnet. Das ist etwas ungewöhnlich für uns, denn so sitzen wir hintereinander und nicht nebeneinander.
Die Sitze sind sehr komfortabel und man hat statt eines Sitznachbarn den Tisch mit Bedienungselementen in gleicher Höhe neben sich. Das ist sehr komfortabel. Die Gepäckablagen sind riesig; alles ist wirklich durchdacht konstruiert. Besonders gefällt mir der große ausziehbare Tisch aus der Vordernische, den man weit herausziehen oder zurückschieben kann, wenn man aufstehen will. Die Armlehnen kann man zum Sitzen und zum Liegen unterschiedlich einstellen. Die Anzeige auf dem Monitor lässt sich zoomen man kann sehen, wie wir beim Start quer zu den beiden anderen Rollbahnen abheben. Oberhalb von dem Tisch befinden sich Steckdosen, eine Ladestation für iPads und USB-Port. WIFI gibt es auch, aber das muss man bezahlen (4,95 $ für 30 Minuten oder 19,95 $ für den gesamten Flug). Auf diese Weise kann man mit anderen Personen im Flugzeug Kontakt aufnehmen. Das ist zwar alles optimal gestaltet, aber die Kommunikation ist eben so ausgelegt, dass man sich nicht mit Sitznachbarn unterhalten kann, weil man abgeschottet ist. Diese Isolierung und Individualisierung ist halt typisch japanisch: Kontaktaufnahme nur mit Handy, iPad, WIFI oder Computer.
Socken gibt es nicht, aber Pantoffeln und dazu eine angenehm weiche Decke mit Fußtaschen. Die Stewardess meldet sich freundlich lächelnd, spricht mich mit meinem Namen an und überreicht mir die Menükarte (dt., engl., franz., jap.) mit guten Weinen  und einem japanischen oder westlichen Menü.
Die Flugzeit wird mit 11 Stunden und 20 Minuten angegeben und kurz nach dem Start gibt der deutsche Purser die Landezeit in Frankfurt mit 16:10  Uhr an.
Der Service ist erstklassig, das Menü auch, aber gewöhnungsbedürftig.
Ein bisschen nachteilig finde ich, dass sich der Sitz in der Liegeposition nicht ganz flach auf 180 Grad herunterklappen lässt. Richtig ausstrecken kann man sich nicht. Das ist schade, aber vielleicht reicht das für die kleinen Japaner.
Schon etwas früher als geplant landen wir um 15:45 Uhr in Frankfurt und die Wolkenkratzer sehen beim Blick aus dem Fenster nicht viel anders aus als in Tokio. Sie sind nur nicht ganz so zahlreich:


 Die Frankfurter Innenstadt vom Flugzeug aus

Im Flughafen Frankfurt fällt uns sofort der Unterschied zu Japan auf: er ist bei weitem nicht so sauber, viele große und dicke Leute sind unterwegs und auch viele Polizisten. In der Lounge gibt es Würstchen und Kartoffelsalat - das würde den Japanern sicher auch gefallen.
Wir müssen noch nach Amsterdam weiterfliegen, wo wir zwar um 18:30 Uhr ankommen, aber unsere Koffer erst um 19:20 Uhr auf dem Gepäckband erscheinen. Auch hier ist nicht die Präzision zu bemerken, die wir überall in Japan gespürt haben.
Aber zehn Minuten später sitzen wir in unserem Auto und sind zwei Stunden später zu Hause.
Das war´s von Japan. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, Japan zu besuchen.  Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

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