Reisebericht Madeira: Blütenzauber auf Madeira mit Trendtours

Eigentlich war das die beste Reise, die wir mit Trendtours gebucht hatten. Wir haben schon viele Reisen mit diesem Veranstalter mitgemacht, meistens war das Programm recht ordentlich, aber die Hotels waren oft miserabel. Außerdem waren viele Rundreisen so organisiert, dass man morgens früh aufstehen musste, die Koffer vor dem Frühstück gepackt haben musste und dann ging´s mit dem Bus los zu einer mehrstündigen Fahrt ins nächste Hotel. Das schine hier glücklicherweise nicht der Fall zu sein und Madeira haben wir deswegen gebucht, weil sämtliche Übernachtungen in einem einzigen Hotel stattfanden und das Rundreiseprogramm uns sehr gut erschien, denn alle Highlights der Insel waren darin enthalten.  Und wir wurden auch nicht enttäuscht.
Im Programm war zwar eine Verlängerungswoche recht günstig angeboten, aber für einen Überblick schien uns eine Woche erstmal ausreichend zu sein. Der Preis von 699.- € pro Person war unschlagbar günstig, zumal wir für den Monat Juni keinen Saisonzuschlag zu zahlen hatten. Leider waren alle Flüge von Düsseldorf ausgebucht, sodass wir Frankfurt als Start wählen mussten.
Meine Frau informierte sich erst einmal im Internet über die beiden angegebenen Hotels in Madeira, die für die Übernachtung vorgesehen waren. Wir entschieden uns aufgrund der positiven Aussagen bei Holidaycheck und beim  Tripadvisor  für das Hotel Quinta Splendida in Caniço, einem Ort, der ca. 10 km außerhalb von Funchal liegt. Das war eine hervorragende Entscheidung und den Aufpreis von 50 € war es allemal wert.

Ärgerlich bei Trendtours ist natürlich, dass man erst 10 Tage vor Abflug die Abflugzeiten genannt bekommt und so erfuhren wir dann, dass wir um 04:50 Uhr mit Tuifly abfliegen würden. Da wir die Flugnummer mitgeteilt bekommen hatten, konnten wir im Internet bei Tuifly online einchecken. Das ging prima, denn wir konnten die Sitzplätze gleich mit reservieren. Raffinierterweise waren die Sitze 23C und 23 D vorgegeben und für jeden anderen Sitzplatz hätte ich zusätzlich etwas bezahlen müssen. Aber so lag halt nur der Gang zwischen uns in der Boeing 330-800 und wir beließen es bei diesen Plätzen. Sehr positiv fand ich, dass ich den Check-In für den Rückflug am 21.6. gleich mitmachen und mir die Bordkarten ebenfalls ausdrucken konnte.


Dienstag, 14.6.2016

Kurz nach Mitternacht haben wir die Koffer gepackt und machen uns auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen, weil wir zwei Stunden vor Abflug da sein wollen und nicht wissen, was uns auf der Autobahn erwartet. Das Wetter ist nicht so toll; es regnet ab und zu und es sind 19°C. Aber auf der Autobahn ist nicht viel los und schon um 02:00 Uhr sind wir am Flughafen. Das Parkhaus P8 liegt direkt unter dem Terminal 2 und so sind wir schon 10 Minuten später in der Abflughalle. Das Einchecken geht schnell, weil bei Tuifly 5 Schalter geöffnet sind. Um halb drei ist alles fertig und und wir haben noch Zeit, um eine Etage höher bei McDonalds einen Cappuccino zu trinken.


Madeira liegt 700 km von der marokkanischen Küste entfernt im Atlantik - 450 km nördlich von den Kanaren
Die Maschine startet mit 180 Passagieren kurz nach 5 Uhr morgens. Die Bestuhlung ist eng, die Stewards freundlich und es gibt sogar kostenlos ein Getränk und eine warme Laugenstange. Nach ruhigem Flug landen wir vier Stunden später in Funchal. Der Anflug auf den

Flughafen ist nicht mehr so gefährlich wie vor einigen Jahren, denn inzwischen ist die Landebahn um einen Kilometer verlängert worden.

Wir müssen unsere Uhr um eine Stunde zurückstellen, denn hier ist es erst 8:10 Uhr. Unseren Koffer haben wir schnell und draußen in der Ankunftshalle wartet eine Dame mit einem Trendtours-Schild, die uns alle einfängt. Sie

verteilt anhand ihrer Liste die ankommenden Gäste auf die verschiedenen Hotels und wir werden zunächst einmal gebeten, an der Seite zu warten, bis die anderen Gäste angekommen sind, die auch im Quinta Splendida untergebracht sind. Leider dauert das über eine Stunde, denn von einem Ehepaar ist ein Koffer nicht mitgekommen und es muss erst eine Verlustmeldung an einem Gepäckschalter ausgefüllt werden.
So ist das nun einmal bei Gruppenreisen: Alle müssen warten, bis der letzte Passagier eingetroffen ist und sich gemeldet hat. Anschließend werden wir in einen Kleinbus verfrachtet und fahren mit 18 Personen und zwei Koffern auf dem Sitz neben dem Fahrer in Richtung Funchal. Einige Gäste werden an dem Hotel FourViews Baia ausgeladen, dann geht es weiter nach Caniço. Eine halbe Stunde

später sind wir am Hotel Quinta Splendida, das hinter einer hohen braun-roten Mauer verborgen liegt. An der Rezeption erfahren wir, dass wir erst gegen 13:00 Uhr ein Zimmer bekommen können, weil die Zimmer noch nicht fertig sind. Alle an der Rezeption sprechen gut Deutsch und Englisch, sodass die Verständigung keine Probleme macht. Wir werden zum Informationsraum geschickt, der sich auf dem Hof befindet. Hier sitzt Ines, eine Reiseleiterin von Trendtours, die uns über den Wochenverlauf informiert. Sie macht das sehr gut, aber es geht alles sehr schnell und wir müssen viele wissenswerte Informationen aufnehmen. Wir erfahren, dass die Reihenfolge der Ausflüge geändert wurde und dass das Hotel ausgebucht ist, weswegen das Abendessen in zwei Schichten serviert wird. Das gefällt uns nicht so gut, aber wir sind auch nicht daran beteiligt, weil wir keine Halbpension gebucht haben.
Was uns aber sehr entgegenkommt, ist die Ankündigung, dass morgen früh um 9:00 Uhr der Bus gegenüber an der Haltestelle steht und zur Westtour startet. Es gibt keine Reservierung im Bus und kein Abzählen: Wer da ist, ist da - wer nicht da ist, ist nicht da und der Bus fährt ab. Das ist prima, denn so wird man nicht gezwungen, an den Ausflügen teilzunehmen oder kann in der nächsten Woche daran teilnehmen. Einige wollen das auch so machen und wir bereuen etwas, dass wir keine Verlängerungswoche gebucht haben, denn dann hätte man für alles mehr Zeit.

Natürlich möchte Reiseleiterin Ines auch, dass möglichst viele die Santana-Tour in den Osten der Insel buchen. Wir sind aber noch unschlüssig und wollen erst einmal abwarten. Das ist auch gut so, denn später stellen wir fest, dass sämtliche Veranstalter die Tour fast zum gleichen Preis anbieten.
Jedenfalls setzen wir uns erst einmal unter einen Sonnenschirm im Galeria Restaurant und bestellen einen "chinesa", das ist ein Milchkaffee, wie ihn die Madeirer hier nennen. Danach machen wir einen Spaziergang durch den Garten. Hier eine Auswahl von den ersten Bildern:

.

Quinta Splendida Garten mit Pool

Der Pool ist in eine wunderschöne Gartenlandschaft eingebettet.

Wir sind total begeistert von der gesamten Anlage und jetzt gespannt, welches Zimmer wir bekommen, da wir so viele schöne Beispiele gesehen haben. Wir marschieren also gegen 13:00 Uhr zur Rezeption und bekommen wiederum die enttäuschende Antwort, dass es vor 14:00 Uhr kein Zimmer gibt.
Das Hotel habe die Checkout-Time für 12:00 Uhr festgelegt und man benötige die Zeit zum Saubermachen. Wir sind ziemlich sauer, weil die anderen Gäste, die mit uns hergekommen sind, bereits ein schönes Zimmer haben und sich auf der Terrasse sonnen.
Aber was will man machen?
Also bleibt uns nur ein erneuter Spaziergang durch den Garten übrig und wir setzen uns auf eine Liege am Pool. Wir haben kein Handtuch und nur unsere Kleider von Deutschland an. Neidisch schauen wir auf einige Hotelgäste, die sich in Badekleidung sonnen und auf der Liege räkeln.
Zwischen dem Pool und dem Pool-Restaurant  befindet sich eine Teichanlage, die sehr schön mit Steinen, Figuren und Pflanzen gestaltet ist. Hier warten wir jetzt bis 14:00 Uhr.
Danach bekommen wir endlich unseren Zimmerschlüssel für das Zimmer 1115, das wir im alten Herrenhaus finden. 
Inzwischen ist es 14:30 Uhr, als wir unsere Koffer die Treppe hochgehievt haben. Die Enttäuschung wird noch größer, als wir es aufschließen, denn es ist altertümlich eingerichtet und hat deutliche Gebrauchsspuren. Der angedeutete Kamin, der Ölradiator davor und die Ohrensessel versetzen uns ins vorige Jahrhundert.
Das Zimmer ist zwar geräumig, hat eine hohe Decke und die einzelnen Wohn- Elemente erfüllen wahrscheinlich die Bedingungen eines 4-Sterne-Hotels, aber nur am unteren Ende des Standards. Am meisten schockiert uns der alte klobige Röhrenfernseher, der sicher 40 Jahre auf dem Buckel hat und nur ein flimmerndes Bild zustande bringt, obwohl ein komplettes Satellitenprogramm mit deutschen Sendern angeboten wird. Außerdem ist die Aussicht nach draußen nur in einen dunklen Teil des Gartens möglich und ein Balkon ist auch nicht vorhanden. Das Bad mit den marmorierten Wand- und Bodenplatten hat immerhin neue Armaturen bekommen und das Wasser läuft aus der Toilette mit Drehknopf gut ab. Aber zumindest ist in der großen Kommode und den beiden Kleiderschränken genug Stauraum vorhanden.
Jedenfalls ist die Minibar im Kleiderschrank gut gefüllt und die Preisliste akzeptabel. Ein Upgrade auf ein anderes Zimmer ist nicht möglich, da alles ausgebucht ist. Das tröstet uns wenig und so müssen wir uns in unser Schicksal fügen und sind neidisch auf die schönen Zimmer unserer Reisegenossen.
Nachdem wir die Koffer ausgepackt haben, gehen wir nebenan in die Bäckerei, suchen uns aus den leckeren Backwaren etwas aus und trinken einen "Chinesa" dazu. Über die Preise sind wir total erstaunt, denn wir bezahlen für den Milchkaffee 0,80 € und die Hefeteilchen 1 € pro Stück. Außerdem sitzt man hier an sauberen Tischen ganz nett und kann die Einheimischen beobachten, die hier einkaufen oder sich Baguettes belegen lassen. Die Bedienung ist sehr freundlich und versucht uns mit englischen Sprachbrocken zu helfen. Das klappt alles prima und wir lernen sofort die wichtigsten Fachausdrücke, die hier in Madeira für den Kaffee gebräuchlich sind:
Wer den Kaffee klein und schwarz liebt, der bestellt einen Espresso ("bica) oder noch stärker "bica curta". Wer den Kaffee gern mit Milch trinkt, bestellt einen "garoto". Das ist eine kleine Tasse Milchkaffee. Die große Tasse heißt "chinesa". Und den Cappuccino kennen natürlich auch alle.

Danach spazieren wir durchs Städtchen und schauen uns ein wenig um. Wir studieren die Speisekarten von den umliegenden Restaurants  "A Laeira", "A Central" und "La Terraza". Ein Stück weiter entdecken wir ein Einkaufszentrum mit verschiedenen Geschäften. Auch das italienische Restaurant "Sabores D´Italia" ist darin.

Anschließend tragen wir uns in der Rezeption für die Führung durch den Garten ein. Die 3,50 € bezahlen wir gern, denn so lernen wir sicher die verschiedenen Blumen und Pflanzen kennen. Um 17:00 Uhr findet eine Führung durch den Garten statt. Hier eine kleine Fotogalerie

.

Start der Gartenführung

Paula erklärt die Bougainvillea am Eingang des Hotels.

Die Führung ist wirklich instruktiv, zumal Paula gut Deutsch spricht und mit viel Sachkenntnis die Pflanzen beschreibt.
Wir sind ganz dankbar dafür, weil wir auf diese Weise einen ersten Einblick in die tropische Pflanzenwelt bekommen haben.  Zum Schluss besichtigen wir noch den Kräutergarten und erfahren auch, dass wir in dem alten Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert wohnen, das mit 25 Zimmern den Ursprung des heutigen Hotels mit 166 Zimmern bildete. Bertolli aus Italien war der Besitzer, der unbedingt einen tropischen Garten dazu anlegen wollte. Im Laufe der Zeit wurde dann das Gelände immer mehr mit tropischen Pflanzen und Blumen erweitert - zuletzt um schöne Suiten mit Meerblick.
Wir glauben ihr das alles unbenommen, sind aber total frustriert, weil wir ja eines der alten Zimmer bekommen haben, das zwar stilgerecht aufgearbeitet, aber nicht modernisiert wurde. Im Internet schauen wir uns die Suiten an und werden wieder ziemlich neidisch.


Der Hotelbus hat leider nur 8 Sitzplätze und fährt 5x am Tag nach Funchal.

Um 19:00 Uhr gehen wir im Restaurant La Terraca essen. Es ist nicht viel los und wir setzen uns auf die Terrasse. Die Aussicht auf die Großbaustelle im Tal ist nicht besonders reizvoll, aber der Kellner ist sehr freundlich und die Küchencrew auch.
Wir bekommen einen Salat gratis vom Büffet und bestellen vorweg ein Fladenbrot mit Knoblauch. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass das ein "Bolo do caco" ist und normalerweise vor dem Essen serviert wird. Vielfach sogar kostenlos. Es ist jedenfalls frisch, knusprig, warm und schmeckt hervorragend. Meine Frau nimmt als Vorspeise die mit Shrimps gefüllte Avocado, die  auf dem rechten Bild zu sehen ist. Sie ist ziemlich groß und und lecker. Solch große Avocados sind wir bei uns zu Hause gar nicht gewöhnt.
Ich entscheide mich für die Gambas in Knoblauch. Die sind zwar auch sehr lecker, aber ich muss sie mühevoll von der Schale befreien und sie sind mit sehr viel Tomatensauce zubereitet. Ein bisschen mehr Knoblauch und Olivenöl hätte ich mir schon gewünscht..
Als Hauptgericht wählen wir beide das Pfeffersteak mit
Bratkartoffeln und Gemüse. Das Steak ist ein Filet von mittelmäßiger Qualität mit scharfer Pfeffersauce, Bratkartoffeln und Gemüse in riesiger Portion, aber schmackhaft. Das sind wir gar nicht gewohnt und ziemlich überfordert.
Für alles zusammen mit 4 Bier à 0,3 l bezahlen wir weniger al 50 Euro und sind sehr zufrieden. Alles in allem ist das nämlich sehr ordentlich. Kein Gourmetrestaurant, aber gut für jeden, der großen Hunger hat und gut essen will. Beim Bezahlen gibt es aufs Haus noch einen Poncha.
Den kennen wir noch gar nicht, sind aber total begeistert, denn es handelt sich um das Nationalgetränk von Madeira. Normalerweise heißt es "La Poncha", also die Poncha. Es ist eigentlich eine Abart des Caipirinha aus Brasilien, denn man verwendet einen Aguardente de cana, das ist der gleiche Zuckerrohrschnaps, den man auch in Brasilien verwendet, wobei er dort aber als  Cachaça bezeichnet wird.
Bereits im 15. Jahrhundert wurde Zuckerrohr auf Madeira angebaut und in einer Mühle zermahlen, um den zuckerhaltigen Saft zu gewinnen. Neben der Produktion von Zucker wird bis heute der zuckerhaltige Saft in einigen Destillierien vergoren und anschließend destilliert zu "Aguardente de Cana".
Es gibt sehr viele Variationen vom Poncha, aber die Leute in Madeira lieben die Varianten mit Orangen oder Maracuja. Wenn Sie also zu Hause Ihren Gästen mal eine richtige Poncha anbieten wollen, dann schlage ich Ihnen folgendes Rezept vor:
2 cl frisch gepresster Zitronensaft
2 cl frisch gepresster Orangensaft oder Maracujasaft
1 TL Honig
3-4 cl Aguardente de cana (Zuckerrohrschnaps)
etwas Zitronensaft und Zucker für den Zuckerrand

Lösen Sie den Honig in mit einem Rührwerkzeug im Zitronensaft auf. Die Leute aus Madeira oder die Brasilianer verwenden dafür natürlich einen speziellen Stößel aus Holz, der in Madeira "caralhinho" heißt, was in  der deutschen Übersetzung eigentlich "kleiner Pimmel" heißt. Dann  fügen sie den Aguardente de cana oder den Cachaça hinzu. Wenn Sie gerade keinen zur Verfügung


Ponchas aller Geschmacksrichtungen perfekt zubereitet und serviert

haben, nehmen Sie halt einen guten Rum, das schmeckt auch hervorragend! Zum Schluss vermischen Sie alles mit dem frisch gepressten Orangensaft oder Maracujasaft.
Für eine perfekte Präsentation tauchen Sie den Glasrand wie bei einer Margarita (statt in Salz) in Zucker. Ihre Gäste werden begeistert sein!

Mittwoch, 15.6. 2016

Wir haben verschlafen, weil der Wecker nicht geklingelt hat. Um kurz nach 8 stehen wir auf und beeilen uns zum Frühstück zu kommen. Das klappt aber ganz gut und das Frühstücksbüffet ist ausgezeichnet. Wir nehmen uns vor, das morgen früh besser auszunutzen, weil wir um 9:00 am Bus stehen sollen.
Pünktlich 5 vor 9 stehen wir an der Haltestelle gegenüber vom Hotel, aber der Bus ist schon voll. Es kommt aber 5 Minuten später ein zweiter Bus, mit dem wir zuerst einmal zum Four View Oasis nach Funchal fahren, wo noch zwei weitere Trendtours-Busse stehen und viele Leute in unseren Bus steigen. Der wird auch voll.
Um 9:30 Uhr starten wir zur großen Rundfahrt in den Westen Madeiras. An der 4 km langen Hotelzone von Funchal vorbei geht es über die Küstenstraße bis nach Cámara de Lobos. Unsere Fahrtroute habe ich in der Karte rot markiert:

Das Fischerdorf Cámara de Lobos hat einen idyllischen Hafen, wo wir 20 Minuten Pause machen für einen Rundgang. Überall werden in den kleinen Bars der engen Gassen "Ponchas" angeboten, denn dieses alte Fischerdorf gilt als die Heimat der Ponchas. Das Wetter ist schön über dem Meer mit dem blauen Himmel und den kräftigen Farben - und angenehm warm ist es auch.

Der nächste Stopp ist um 10:50 Uhr in Cabo de Girao, wo eine Glasplattform als Aussichtspunkt über die 580 m hohe Steilküste gebaut wurde, um die Touristen ehrfürchtig nach unten blicken zu lassen. Leider ist es etwas diesig und die Sonne bricht nur sporadisch durch die Wolken, sodass es zum Fotografieren nicht optimal ist.

Um 11:10 geht es weiter nach Ribeira Brava, wo wir um 11:50 Uhr ankommen und eine halbe Stunde Pause machen.
Das reicht, um einen Spaziergang auf der Strandpromenade zu machen und einen Maracuja Sumo in einem Strandcafé zu trinken. Ribeira Brava ist ein bekannter Badeort für die Leute aus Madeira und hat die typischen Souvenirläden, kleinen Strandcafés und Bars für die aufregenden Urlaubsnächte. Hier ist aber noch nicht viel los, weil die Badesaison noch nicht begonnen hat. Trotzdem liegen einige am Strand und sonnen sich. Das Wasser scheint auch nicht zu kalt zum Baden zu sein.
Nach unseren Vorstellungen ist der Strand die reinste Katastrophe, weil er aus grauem Sand mit vielen Steinen besteht, der an den Seiten mit Betonplatten befestigt ist, auf dem sich die Badegäste sonnen. Holzstege verbinden die einzelnen Sonnendächer miteinander, damit man sich nicht die Füße verletzt.
Auf der Weiterfahrt über Punta del Sol  und Madalena do Mar nach Calheta und Loreto wandelt sich die Landschaft. Wo vorher noch viele Bananenstauden wuchsen, sind jetzt an den Hängen große Weinfelder zu sehen. Der Bus muss auf die gebirgige und teilweise sehr enge Küstenstraße ausweichen, weil die Hauptstraße wegen Steinfalls gesperrt ist. Wir müssen öfter stehen bleiben, weil Rinder über die Straße wandern.

Zwischendurch müssen wir öfter stehen bleiben, weil Rinder über die Straße wandern.

Plötzlich stürzt ein Wasserfall über die Straße und es ist kaum etwas zu sehen. Nur gut, dass kein Auto entgegen kommt!
Kurz vor Loreto knall es plötzlich im Bus, weil ein Fahrgast seine Madeira-Flasche oben in die Ablage gelegt hat. Wegen der steilen Kurvenfahrt ist sie gerutscht, auf den Gang geknallt und zerbrochen. Glücklicherweise ist sie keinem auf den Kopf gefallen. Dafür  ist der Gang voller Scherben und es duftet wunderbar im gesamten Bus. Beeindrucken lässt sich der Fahrer davon nicht - er kann ohnehin hier nirgendwo stehen bleiben. Im ersten und zweiten Gang geht es weiter steil bergauf bis über 1200 m

Viel sieht man oben auf der Straße nicht, die über die Hochebene Paúl da Serra führt, weil man gleichsam durch die Wolken fährt. Am Parkplatz von Rabaçal bleiben wir kurz stehen, damit der Fahrer die Glasscherben entfernen kann. Viele Autos parken hier, denn es ist der Ausgangspunkt


Blick vom Parkplatz Rabaçal in das Tal mit den 25 Wasserfällen

für die Wanderung zu den 25 Wasserfällen ist, die zu den berühmtesten Levada-Wanderungen gehört. Wir blicken hinunter in dieses schöne Tal und die engen Schluchten und nehmen uns vor, an unserem freien Tag diese 3-stündige Wanderung zu machen.
Die Landschaft sieht hier ganz anders aus: Ginster, Erika und Farne zwischen kleinen Sträuchern wechseln sich ab, aber vieles blüht und alles ist grün. Man kann nicht sehr weit sehen, aber neben der Straße wachsen Erika-Bäume und Maiglöckchen-Bäume. Sie sind hier als uralte Bäume vorhanden, die es sonst nur als Sträucher gibt. Unsere Reiseleiterin sagt, das gäbe es sonst nirgends auf der Welt.
Das alles gehört zu dem großen Parque Natural da Madeira, der 1999 zum UNESCO Weltnaturerbe  gekürt wurde, weil hier einzigartige Lorbeerwälder und Kastanienwälder zu finden sind. Madeira verfügt über die größte Fläche dieser Pflanzenarten und ist stolz, dass hier auch die Bergorchidee wächst, die auf der ganzen Welt einzigartig ist.
Die Straße bleibt immer auf einer Höhe von über 1000 Metern, bis sie schließlich in vielen


Vom Aussichtspunkt Pedra Mole sieht man 500 m unter sich die Stadt Porto Moniz

Serpentinen zum Nordwestende der Insel abfällt. Bei einem kurzen Fotostopp sehen wir die Stadt Porto Moniz 500 m unter uns liegen und freuen uns auf den Besuch dieses Ortes mit den schönen Meerwasser-Schwimmbecken.
Im Restaurant Mar a Vista essen wir zu Mittag und probieren natürlich den schwarzen Degenfisch, der als typische Delikatesse von Madeira gepriesen wird. Er wird mit Banane und Maracuja-Soße serviert, aber die beigelegten Gemüse und zerkochten Kartoffeln sind genau so geschmacklos wie der Fisch. Dazu gibt es einen billigen Weiß- oder Rotwein, Brot und Butter und einen Nachtisch aus Äpfeln und Orangenstücken. Alles zusammen für 15 € - eine typische Touristenabzocke. Wir ärgern uns, dass wir mit zum Essen mitgegangen sind und machen einen Spaziergang über die Strandpromenade. Wir hätten besser auf das Essen verzichtet und hätten statt dessen ins Schwimmbad gehen sollen.


Meerwasser-Schwimmbecken mit umliegenden Liegeflächen - wie überall in Madeira üblich: auf Beton

Der Eintritt in das Meeresschwimmbad ist mit 1,50 € günstig, aber man muss alles selbst mitbringen, um es sich auf dem kargen Betonboden bequem zu machen. Natürlich würden wir hier gern einmal schwimmen gehen, aber dazu reicht leider nicht die Zeit. Das ist der Nachteil, wenn man eine Gruppenreise macht: Man kann einfach nicht dort bleiben, wo es schön ist und wo es einem besonders gut gefällt.
Wir merken natürlich sehr schnell, dass der gesamte Ort von den Meerwasserschwimmbecken lebt und gut daran verdient, denn die Strandpromenade ist modern gestaltet und alle Anlagen sind in einem hervorragenden Zustand. Es gibt auch einige natürliche Becken zwischen den Felsen, in denen man schwimmen kann, aber attraktiv sind diese natürlich nicht im Vergleich zum Schwimmbad.
Um 14:25 Uhr fahren wir weiter die schmale Küstenstraße entlang durch viele Tunnel  (180 Tunnel gibt es in Madeira!) bis nach Seixal, wo man einen Sandstrand mit Sand aus Marokko angeschüttet hat. Den hätten wir gern einmal besucht, aber wegen der knappen Zeit und der vorgeschriebenen Fahrtroute sehen wir ihn nur von weitem. Das gilt auch für den nächsten Ort São Vincente. Vom Bus aus beobachten wir, dass viele Busse in dem malerisch gelegenen Ort halten und Schwärme von Touristen durch die Gassen laufen. Hier sollte man mal herkommen, wenn weniger Gruppen da sind.


Die Küstenstraße nach Seixal


Sao Vicente

Danach geht es wieder ins Innere des Landes und hoch in die Berge. Am Aussichtspunkt Encumeada la Paz machen wir halt, weil viele Fahrgäste auf die Toilette müssen und die Reiseleiterin gesagt hat, dass es hier gute Ponchas und Nikitas gäbe. Der "Nikita" ist ein Getränk, das aus Weißwein, Bier, Vanilleeis, Ananas und Zucker hergestellt wird. Das Rezept ist noch gar nicht so alt und wurde erstmals 1986 in einer Bar von Cámara de Lobos kreiert.


Blick vom Aussichtspunkt Encumeada la Paz ins Tal

Um 16:50 Uhr geht es dann zurück nach Funchal, wo wir die anderen Gäste aus dem Hotel Four View Baia absetzen. Um 17:50 Uhr sind wir im Hotel Quinta Splendida und melden uns mit 3,50 Euro für den Fado-Abend in der Bar an.
Mit dem Abendessen im Restaurant A Central sind wir außerordentlich zufrieden, denn es gibt zunächst auf Kosten des Hauses einen Madeira als Aperitiv. Danach teilen wir uns ein "Bolo do Caco", das ist das Fladenbrot mit Knoblauch, das wir gestern probiert haben. Es ist eine Spezialität von Madeira. Die Vorspeise lassen wir weg und nehmen nur ein Hauptgericht. Inge entscheidet sich für die Dorade (die als Ganzes serviert wird) und ich wähle aus den vielen Fleischgerichten den Fleischspieß als Spezialität des Hauses. Dazu trinken wir ein Imperial, das ist ein wirklich gutes Bier aus der Brauerei Coral, die hier der bestimmende Anbieter ist. Die Bedienung ist schnell und freundlich - und kommt mit ein paar Brocken Deutsch und Englisch tadellos aus. Sie ist sehr aufmerksam und räumt zwischendurch auch die Teller mit den Gräten ab. Alles ist sehr schmackhaft und die Portionen sind riesig. Als Nachtisch 
wird kostenlos eine flambierte Ananas mit Zimt serviert und dazu gibt es noch einen "Schnapps", als wir bezahlen wollen. Inklusive Trinkgeld bezahlen wir für beide zusammen 40 € und sind erstaunt über den günstigen Preis. Da wir mehrere Einheimische an den anderen Tischen gesehen haben, vermuten wir, dass es sich nicht um eine Touristenfalle handelt. Also ist das eine gute Empfehlung!
Die Fado-Show in der Globe Bar unseres Hotels beginnt um 21:15 Uhr mit 2 Gitarrenspielern, wobei der eine die klassische Gitarre spielt und der andere das typische Instrument aus Madeira. Es sind nicht sehr viel Gäste in der Bar, die sich für den Fado-Gesang interessieren. Dafür ist der Fernseher schon mit der portugiesischen Flagge für das nächste Spiel geschmückt, denn schließlich ist Fußball-Europameisterschaft und Portugal soll Europameister werden.
Die Sängerin singt sehr einfühlsame portugiesische Weisen und hat eine gute Stimme. In der Pause bietet sie ihre CDs an. Wir lauschen den traurigen Liedern, die von Herz, Schmerz und Liebe erzählen und genießen den Gesang mit einem MaiTai, der allerdings nicht so gut wie in Hawaii ist. Dafür ist der Caipirinha, den wir anschließend bestellen, große Klasse. Ein Lied habe ich gefilmt.
Fado ist ein portugiesischer Musikstil, der von so genannten "Fadistas" vorgetragen wird. Das Wort "Fado" bedeutet "Schicksal" und wird entsprechend von schwarz gekleideten Sängerinnen oder Sängern vorgetragen. Der traurige Gesang erzählt von Liebe, Tragik, Schicksal, Schmerzen, Eifersucht  und gehört inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Vorführung hat uns gut gefallen und alles in allem war das ein schöner und erlebnisreicher Tag heute.

Donnerstag, 16.6. 2016

Obwohl wir den Wecker gestellt und das Smartphone programmiert haben, versagen beide Geräte. Das Smartphone zeigt einen leeren Akku und warum der Wecker nicht geklingelt hat, ist uns ein Rätsel. Um 7:40 Uhr gehen wir frühstücken und das ist gut so, denn es ist glücklicherweise noch nicht viel los.

Das Angebot ist nicht übermäßig üppig, aber sehr ordentlich. An Obst und Cerealien könnte mehr angeboten werden, aber es wird gewechselt, denn sobald die Platten leer sind, tauschen die Kellner sie aus. Am Anfang sind Feigen und Melonen da, später liegen geviertelte Orangen, Papayas und Avocados darauf. Die Käse- und Wurstsorten wechseln täglich, verschiedene Brotsorten und Salate sind auch vorhanden. Und wer ein amerikanisches Frühstück möchte, kann sich aus den Warmhaltebehältern alles zusammenstellen. Der Kaffee ist sehr gut und wird in Silberkannen und kleinen Kännchen mit heißer Milch serviert. Die Kellner sind sehr kommunikativ und freundlich; es wird schnell abgeräumt und neu gedeckt. Das ist auch nötig, denn trotz des großen Platzangebotes in 4 Räumen ist gegen 9:00 Uhr fast alles besetzt.
Nach dem Frühstück wollen wir uns Funchal anschauen.  An der Bushaltestelle neben dem Hotel ist der Fahrplan ausgehängt. Danach soll der Bus von der Buslinie 155 "Ponta da Oliveira" um 10:10 Uhr abfahren; 20 Minuten später kommt er und wir bezahlen 2,20 € für die Fahrt bis zur Endstation. Die dauert über die kurvige Küstenstraße eine gute halbe Stunde.
Die Bus - Endstation ist direkt an der Seilbahn. Eine lange Schlange steht vor der Kasse und auch am Aufgang zu den Kabinen, aber wir sind zuversichtlich, denn im Prospekt lesen wir, dass 800 Personen pro Stunde in jede Richtung befördert werden können.
Man kann drei verschiedene Tickets wählen: Entweder eine einfache Fahrt (10 €) nach Monte (hin und zurück 15 €), ein Kombiticket für eine Hin- und Rückfahrt nach Monte mit Besuch des Tropischen Gartens (23,50 €) oder auch ein Kombiticket für die Fahrt mit 2 Seilbahnen mit Eintritt in den Botanischen Garten (29,50 €). Man darf nämlich nicht den Tropischen Garten mit dem Botanischen Garten verwechseln.

Der Tropische Garten befindet sich in Monte oben am Ende der Seilbahn, während man zum Botanischen Garten von dort erst noch ein Stück laufen muss zu einer anderen Seilbahnstation. Dort startet die Seilbahn zum Botanischen Garten, der auf einem anderen Berg liegt.
Für welchen der beiden Gärten man sich entscheidet, ist Geschmackssache: Beide enthalten viele tropische Pflanzen, die man sonst in Europa nicht findet.

Hier sind einige Impressionen von der Seilbahnfahrt:

Die Route der Seilbahn nach Monte (links) und zum Botanischen Garten (rechts)
.

Seilbahn in Funchal

Am Eingang der Seilbahn ist morgens immer viel Betrieb. Das Warten dauert aber nicht lange, denn pro Stunde werden bis zu 800 Fahrgäste befördert.

Oben angekommen hat man einen schönen Blick über Funchal, das wie ein Amphitheater eingebettet in den Berghängen aussieht.
Wir machen einen Besuch in der Kirche Nossa Senhora do Monte, die außen mit den typischen Azulejos-Mosaiken bestückt ist. Im Innern befindet sich auch der Sarkophag von Kaiser Karl I. von Österreich, der 1918 ins Exil nach Madeira gegangen ist und 1922 hier begraben wurde.
 Am 3. Oktober 2004 wurde er selig gesprochen.
Am Fuße der Kirche stehen die Bremser mit den Korbschlitten und warten auf die Touristen, die mit ihnen den Berg hinunterrutschen.
Wir spazieren hinüber zur anderen Seilbahnstation und fahren von dort hinunter zum Botanischen Garten, der auf 300 m Höhe liegt.


Bei der Seilbahnfahrt hinunter zum Botanischen Garten blickt man durch die Schlucht auf die Stadt Funchal.

Vom anstrengenden Spaziergang durch den Botanischen Garten sind wir ziemlich enttäuscht, weil die mit Kieselsteinen belegten Wege steil und unbequem sind. Außerdem ist der Garten nicht so schön gestaltet wie der in unserem Hotel . Die Erklärungsschilder an den Bäumen sind klein, oft nicht lesbar und zeigen nur die portugiesischen Namen und lateinischen Bezeichnungen. Das ist schade. Nur wenige Bereiche sind gärtnerisch kunstvoll angelegt, andere schmucklos und eintönig. Sehr eindrucksvoll sind aber die Ausblicke durch die exotischen Pflanzen und Blumen auf die unten liegende Stadt und das Meer.
Am unteren Eingang befindet sich ein Museum mit Steinen, Pflanzen und präparierten Tieren, die man hier auf Madeira findet oder gefunden hat. Viele Präparate sind sehr alt und schlecht beschriftet. In meinen Augen hätte der Botanische Garten etwas mehr Pflege verdient.

Um nach Funchal wieder zurückzukommen, fahren wir vom Botanischen Garten wieder hinauf nach Monte und von dort wieder hinunter in die Stadt. Da die Endstation der Seilbahn an der Altstadt liegt, machen wir noch einen Bummel durch die alten Gassen.


Die Rua Don Carlos ist voll von Restaurants, deren Kellner uns unbedingt zum Essen bewegen wollen, obwohl es doch schon halb drei ist.


Überall werden Türen und Wände bemalt

Aber es ist ganz interessant, durch die nett gedeckte Open-Air-Gastronomie zu spazieren und die teilweise sehr kreativ renovierten Hausfassaden zu betrachten.  Die Besitzer der Restaurants und Souvenirläden haben herausgefunden, dass dadurch mehr Touristen angelockt werden und bemalen jetzt ihre Haustüren. Das ist besonders in der Rua Santa Maria zu beobachten, wo viele Häuser aus dem 17. Jahrhundert stammen. Hier einige interessante Kunstwerke:
.
Unser Bus nach Caniço fährt um 15:30 Uhr an der Seilbahn ab und bringt uns in rasanter Fahrt um die Kurven der schmalen Küstenstraße in 25 Minuten wieder in unser Hotel zurück. Wir lassen uns von dem blauen Himmel täuschen und wollen uns noch etwas am Pool in die Sonne legen, aber daraus wird nichts, denn es tröpfelt schon und die Sonnenschirme werden zusammengebunden.
Es wird schnell ungemütlich ohne Sonne und mit viel Wind. Dadurch habe ich Gelegenheit, mir einmal den Internetraum des Hotels anzuschauen und meine Mails loszuwerden. Das klappt prima.

Zum Abendessen wollen wir heute das Büffet des Hotels ausprobieren und haben uns dazu angemeldet. Wir sind pünktlich um 18:30 Uhr am Eingang des Restaurants, wo schon viele auf den Einlass warten.

Inge macht den Kellner auf das Special von 31,50 € incl. Wein aufmerksam und wir bestellen jeweils eine halbe Flasche Weißwein und Rotwein zum Essen. Die Weine sind durchaus trinkbar und im Vergleich zu denen, die wir auf unserem Ausflug vorgesetzt bekommen haben sogar ziemlich gut. Das Büffet auch, wenn man sich die Salate selbst mit den angebotenen Dressings verfeinert. Der Service ist freundlich und aufmerksam. Schnell sind alle Tische besetzt und es bildet sich eine Schlange am Büffet. Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass die deutsche Nationalmannschaft um 20:00 Uhr gegen Polen spielt und alle das Spiel sehen wollen. Das ergibt naturgemäß eine gewisse Hektik.
Wir lassen uns jedoch Zeit und bereuen
ein wenig, dass wir nicht gleich Halbpension gebucht haben, denn die wurde von Trendtours mit 160 € pro Person und Woche angeboten, wobei noch eine Panoramfahrt mit Folklore-Essen inbegriffen war. Das entspricht einem Abendessenpreis von 22,86 € und ist ein echtes Schnäppchen für dieses Büffet.

Freitag, 17.6.2016

Heute haben wir zwei Wecker gestellt, die auch beide funktionieren und uns aus dem Bett holen. Kurz vor 8 sitzen wir beim Frühstück, wo uns frische Erdbeeren entgegen lachen und ein Obstsalat mit Ananas, Kiwis, Trauben und Papayas dazu. Das sieht alles sehr gut aus und wir sind mit dem Frühstücksbüffet sehr zufrieden.

Um 9:00 Uhr startet unser Bus zu einer Stadtrundfahrt in Funchal.  Im Programm von Trendtours wird der Halbtages-Inklusivausflug "Zauberhaftes Funchal" genannt. "Stadtrundfahrt" ist eigentlich zuviel gesagt, denn die Reiseleiterin Helena erklärt kurz, wo die Hotelzone liegt und dass von dort aus ein 4 km langer Promenadenweg bis zur Altstadt führt.


Auf dem Stadtplan kann man gut die blau eingezeichneten Fußgängerzonen erkennen. Der Plan ist übrigens Teil einer ausgezeichneten Madeirakarte. Sie ist vom Verlag Freytag & Berndt im Maßstab 1:75000, wasserfest und hat mir auf der Insel sehr gut geholfen, weil auch die Wanderwege und Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind.
Jedenfalls fahren wir am Parque de Santa Katharina vorbei und steigen an der Rotunda do Infante aus. Von dort spazieren wir über die mit bunt bemalten Papierfahnen Avenida Arriaga zum Stadttheater. Weiter geht es bis zur Kathedrale, wo viele Reiseführer ihre Gruppen sammeln.


Auf der Avenida Arriaga

Die Kathedrale


Auf der Kreuzung zur Avenida Zarco steht das Monument mit dem Gründer  von Madeira, João Gonçalves Zarco, der die Insel 1419 entdeckt hat.
Die Kirche im neugotischen Stil enthält viele maurische Elemente und goldverzierte Schnitzereien. Besonders erwähnenswert ist die geschnitzte Holzdecke aus Wacholder, die noch gut erhalten ist.

Natürlich gehört zu einem Besuch von Madeira auch eine Weinprobe. Die machen wir im Weinmuseum von Bandy´s. Anschließend spazieren wir über die Avenida do Mar, wo der Bus wartet und uns zu einer Stickerei fährt, in der wir auf 3 Etagen eine Masseneinführung in das Stickereiwesen von Madeira bekommen. Im Minutentakt werden die Gruppen hindurchgeschleust, sodass wir sehr wenig von den Vorführungen haben.


Viele exotsiche Früchte auf dem Bauernmarkt

Die Blumenverkäuferinnen sitzen in ihren typischen Trachten vor dem Markteingang.

Interessanter ist da schon der Besuch des Bauernmarktes - Mercado dos Lavradores -, wo ebenfalls auf 3 Etagen die landwirtschaftlichen Produkte der Insel angeboten werden. Die Blumen und tropischen Früchte sehen natürlich toll aus, sind aber auf allen Märkten der Mittelmeerländer in ähnlicher Weise zu finden.

Sehenswert ist der Kellerbereich, wo die schwarzen Degenfische und die großen Thunfische das Bild beherrschen:
Den Abschluss der Stadtrundfahrt bildet ein Spaziergang durch die Altstadt, wobei aber nur die Rua Santa Maria mit den vielen kunstvoll gestalteten Türen besichtigt wird, die wie uns auch schon angeschaut hatten. Zu weiteren Sehenswürdigkeiten reicht die Zeit nicht, denn der Vormittag ist rum und der Bus fährt kurz vor 13:00 Uhr wieder zurück nach Caniço.
Hier trinken wir in der Bäckerei neben unserem Hotel noch einen "chinesa" zu einem "Bolo Vienale" (das ist eigentlich ein "Berliner" bei uns in Deutschland), bevor wir uns an den Pool legen, um noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. Leider ist es windig und die Sonne schaut nur ab und zu durch die Wolken, sodass wir uns zudecken müssen.

Abends gehen wir ins Restaurant A Lareira essen. Auf der Terrasse sind schon einige Tische besetzt, aber das ist uns zu kühl. Die Speisekarte in Portugiesisch, Englisch und Deutsch zeigt uns, dass für die Touristen gesorgt wird. Der Kellner ist freundlich und wir bestellen aus dem Spezialitätenangebot des Hauses einmal das Filet Mignon  für 13,50 € und das Thunfischfilet mit Currysauce (12,90 €). Zwei Beilagen sind bei allen Hauptgerichten inbegriffen. Inge nimmt Salat und Gemüse, ich entscheide mich für Pommes Frites und Mais. Als Vorspeise bestellen wir natürlich ein "Bolo de Caco", also das Knoblauchbrot, das wir uns teilen. Als das Hauptgericht erscheint, sind wir wie erschlagen: Die Portionen sind riesig. Mein bestellter Mais als Gemüse ist kein Maiskolben - den ich erhofft hatte -, sondern ein Maiskuchen, der auf einer gesonderten Platte serviert wird. Mein Filet ist richtig gut gebraten und wird mit zwei verschiedenen Saucen serviert. Alles ist sehr schmackhaft, aber wir müssen mehr als die Hälfte zurückgehen lassen, weil die Menge einfach nicht zu schaffen ist.
Zum Schluss müssen wir mit 3 Bier (á 0,3 l ) 36,50 € bezahlen und stellen wiederum fest, wie preiswert das Essen auf Madeira ist.


Samstag, 18.6.2016

Heute morgen scheint die Sonne und die Kellner decken schon früh die Tische im Galeria Restaurant auf der Terrasse. Das scheint also ein freundlicher Tag zu werden.

Unser Halbtages-Inklusivausflug "Nonnental und Monte" ist an der Reihe. Um 9:00 Uhr soll es losgehen. Als wir 10 Minuten vorher an der Bushaltestelle sind, ist der Bus schon fast voll. Aber wir finden das Verfahren sehr angenehm: Keiner zählt die Fahrgäste ab; wer da ist, ist da, wer nicht da ist, fährt nicht mit. Der Bus fährt pünktlich los und ist eine halbe Stunde später oben auf dem Berg in Monte. Wir machen einen kurzen Spaziergang zur Kirche Nossa Senhora do Monte, die wir ja schon von unserer Fahrt mit der Seilbahn kennen. Von oben hat man einen schönen Blick auf Funchal und das Meer, aber heute morgen ist es noch ziemlich bedeckt und die Sonne scheint nicht; deshalb werden meine Fotos auch nicht besser als beim ersten Besuch.
Danach geht es zur Attraktion des Tages: der Korbschlittenfahrt. Viele Bremser warten am Fuße der Kirche, denn schließlich müssen die Touristen von drei vollen Bussen hinunterbefördert werden. Das geht alles sehr schnell und gut organisiert vonstatten. Jeweils zwei Personen kommen in einen Schlitten und die zwei Begleiter ziehen den Schlitten ein paar Meter und stellen sich dann hinten auf die Kufen.
Wir rutschen mit ganz ansehnlicher Geschwindigkeit den Berg hinunter. Es handelt sich um eine ganz normale Asphaltstraße, auf der tatsächlich Autos an uns vorbeifahren. Die Fahrt ist ganz lustig, wenn auch der Schlitten von den beiden Korbtreibern - bzw. - Bremsern manchmal kräftig nach links oder rechts gedreht wird, damit wir ins Schleudern geraten und Angst bekommen, dass wir links oder rechts an die Wand stoßen.
Manchmal müssen die Korbschieber ein wenig nachhelfen, indem sie abspringen und laufen, wenn die Schlitten nicht so rutschen oder wenn es um eine enge Kurve geht. Als wir unten ankommen, steht schon jemand mit einem Foto von uns dort. Wir haben zwar unterwegs einen Fotografen gesehen, sind aber total erstaunt, wie das so schnell geht und bezahlen bereitwillig die 10 € für dieses großformatige Erinnerungsstück:
Anschließend fahren wir über die enge und steile Bergstraße nach Eira do Serrado, wo ein Aussichtspunkt in 1094 m Höhe liegt.
Viele Busse und Pkws stehen schon auf dem Parkplatz vor dem Hotel, das hier gebaut wurde. Von dort muss man noch ein bisschen weiter über einige Stufen hinaufklettern, um den Miradouro zu erreichen, der den Einblick in das Tal ermöglicht.
Das Nonnental sieht von oben ziemlich beeindruckend aus und wir sind froh, dass wir ab und zu ein paar Sonnenstrahlen einfangen, die das Tal erhellen, damit wir ein Foto machen können. Natürlich erzählt unsere Reiseleiterin auch die Geschichte vom "Curral das Freiras":  Das ursprünglich nur von Hirten und Nomaden bewohnte Tal war im Mittelalter Zufluchtsort für Sklaven oder Verfolgte, weil man sich in dem unwegsamen Gebiet gut verstecken konnte und nur ein schwieriger Bergpfad dorthin führte. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Gebiet Eigentum des Konvents Santa Clara in Funchal. Als im 16. Jahrhundert Funchal von Seeräubern überfallen wurde, flüchteten die Nonnen des Klosters in dieses Gebiet, um vor allem auch ihren Klosterschatz in Sicherheit zu bringen.
Heute ist der Ort Ziel von Wanderern, da dieser Wanderweg als touristische Attraktion ausgebaut wurde. Im Ort werden Kastanienprodukte angeboten: Kastaniensuppe, Kastanienkuchen und Kastanienlikör. Wir selbst fahren mit unserem Bus nicht hinunter, nehmen uns aber vor, dass wir bei einem zweiten Besuch von Madeira mal diesen Weg gehen werden.
Ich fotografiere noch den "Stolz von Madeira", eine Pflanze, die als "Natternkopf" (lat. Echium candicans) bekannt ist. Der Name kommt daher, dass man diese Pflanze früher gegen Schlangenbisse eingesetzt hat. Sie wächst auf Madeira in vielen Variationen am Wegesrand, kommt aber in besonders schönen 1-2 m hohen Exemplaren besonders inmitten des Lorbeerwaldes auf 800 - 1200 m Höhe vor. Vom Bus aus habe ich sie oft gesehen, jetzt stehen sie aber direkt vor mir am Abhang. Die Einwohner von Madeira sind stolz auf diese Pflanze, die inzwischen im gesamten Mittelmeerraum Verbreitung gefunden hat. Auch bei uns in Deutschland wird sie als Topfpflanze angeboten.

Eine halbe Stunde später ist die Sonne verschwunden und hat grauen Schleierwolken Platz gemacht, als wir unsere Fahrt wieder hinunter nach Funchal fortsetzen. Zwischen den Stadtteilen Santo Antonio und São Martinho liegt ein 300 m hoher Hügel, von dem aus man einen guten Blick über die Stadt hat. Hier machen wir am Miradouro Pico dos Barcelos einen Fotostopp. Glücklicherweise scheint die Sonne hier wieder. Es ist gerade 12:00 Uhr mittags und von den umliegenden Bergen werden Böller gezündet, die einen starken Widerhall ergeben. Damit wird das festliche Wochenende eingeläutet, das heute Abend mit dem Feuerwerk am Yachthafen den Abschluss der Juni-Künstlerwochen bildet. Es dauert nicht lange, dann ertönen auch die Antwortböller vom Nachbarort  Cámara de Lobos.


Blick auf Funchal vom Miradouro  Pico dos Barcelos

Um 13:00 Uhr sind wir wieder in Caniço und wollen den Nachmittag am Pool verbringen. Wir finden auch zwei einigermaßen windgeschützte Plätzchen, aber die Sonne kommt nur sporadisch hinter den Wolken hervor. Ohne die Sonne ist es nämlich ziemlich frisch. Dann wird es aber immer besser und ab 16:00 Uhr richtig warm, sodass man ins Schwitzen kommt. Das Hotel Quinta Splendida eignet sich hervorragend zum Relaxen, weil es hier oben am Berg total ruhig gelegen ist und alle Möglichkeiten bietet. Es sind genug Liegen und Sonnenschirme vorhanden und man hat niemals den Eindruck, dass das Hotel voll ist, weil sich immer viele Gäste unterwegs auf Wandertouren oder Ausflügen befinden.
Abends gehen wir ins A Central essen. Inge probiert den Degenfisch, der hier sehr schmackhaft mit Banane und Maracuja-Sauce serviert wird. Ich entscheide mich heute für Fleischabschnitte von verschiedenen Spießen, wie die Einheimischen um uns herum das auch machen. Dazu kommt alle 10 Minuten ein Kellner mit einem großen Spieß an den Tischen vorbei und man lässt sich die gewünschten Stücke abschneiden. Die Spieße sind immer unterschiedlich und enthalten Rindfleisch, Schweinefleisch, Speck, Würstchen, Lammfleisch und Hähnchen. Das ist alles sehr lecker, aber so reichhaltig, dass man es gar nicht schaffen kann und das dazugehörige Gemüse und die Kartoffeln gar nicht braucht.
Wir sind wieder angenehm überrascht über die niedrigen Preise, denn wir bezahlen für alles zusammen mit dem Knoblauchbrot als Vorspeise und 3 Bier ( je 0,3 l) gerade mal 35 Euro. Und dazu gibt es auf Kosten des Hauses noch eine gegrillte Ananas als Nachspeise und einen Poncha zum Abschluss.


Degenfisch mit Banane und Maracujasauce, Brokkoli und Kartoffeln


Sonntag, 19.6.2016

Wir stehen etwas später auf, denn unsere Tour "Levada-Wanderung im Vale Paraiso" startet erst um 9:30 Uhr. Die Sonne scheint und es sieht nach einem schönen Tag aus. Als wir abfahren, ziehen unten am Meer die Wolken auf, aber oben in den Bergen ist blauer Himmel.

Zunächst fahren wir über eine Nebenstraße nach Camacha, wo ein Besuch einer  Ausstellung von Korbflechtarbeiten angesagt ist. Mehrere Busse sind schon da und wir merken, dass es wieder eine typische Verkaufstour ist. Es gibt alle Arten von Flechtarbeiten zu sehen: vom Brötchenkorb über Topfuntersätze bis zu Nachbildungen von Tieren und Schiffen. Unten im Keller sitzt sogar ein Korbflechter und
zeigt, wie man in 20 Minuten einen Brotkorb fertig stellt.

Anschließend geht es weiter über eine kurvenreiche Strecke nach Rochão, wo wir aussteigen, um unsere Levada-Wanderung durch das Paradiestal zu beginnen. Auf der Karte habe ich den Verlauf orangefarben eingezeichnet.

An den Straßenecken stehen Schilder mit der Bezeichnung der Wanderwege, aber die Schilder sind vielfach aus Holz, verblichen und kaum noch lesbar. Nur selten findet man eine  so schön gestaltete Mosaikfliese an den Häuserwänden.
Allerdings kann man sich eigentlich nicht verlaufen, weil die Wege immer entlang der Wasserkanäle verlaufen. Aus diesem Grunde sind sie auch niemals steil, denn das Gefälle wird überall gering gehalten. Die Levadas sind Wasserkanäle, die schon im 15. Jahrhundert angelegt wurden, um das Wasser von den Berghängen des Nordens zu den trockenen Feldern im Süden der Insel hinunter zu leiten. Danach wurde das Kanalsystem systematisch ausgebaut, um die Wassermühlen und die Zuckerrohrfelder zu versorgen. Vor allem musste man dafür sorgen, dass das Gefälle nicht zu groß wurde, damit das Wasser gemächlich floss und die Felder bewässern konnte. Weil diese Kanäle laufend gewartet werden mussten, hatte man Wege daneben angelegt. Es gibt sogar viele Tunnel in dem 2000 km langen Bewässerungssystem.
Heute werden diese Wege als Wanderwege touristisch genutzt und sind natürlich deshalb besonders beliebt, weil keine großen Steigungen damit verbunden sind.

Der erste Teil der Wanderung führt durch das Dorf  und ist nicht besonders interessant. Wir kommen zwar an vielen Häusern und Gärten vorbei, die prall mit blühenden Blumen und Blütensträuchern gefüllt sind, aber es geht vorrangig über freie Flächen und Wiesen. Schon nach 35 Minuten stehen wir
an einer Straßenkreuzung mit einem Café, wo unser Bus wartet, um die ersten müden Trendtours-Gäste aufzunehmen. Im Café sitzt schon eine große Gruppe und macht eine Pause. Uns ist nach dieser halben Stunde Wandern noch gar nicht nach Pause. Es sind aber nur zwei Personen, die von hier aus mit dem Bus weiter fahren wollen. Auf dem nächsten

Stück merken wir schnell, wie gefragt dieser Wanderweg bei den Gruppenreisen sein muss, denn es kommen uns viele französische, englische und deutsche Gruppen entgegen. Auch unsere Gruppe ist ziemlich groß.
Der zweite Abschnitt ist landschaftlich viel schöner, weil er nicht mehr durch Dörfer führt, sondern durch den Eukalyptuswald. Wir sind auf 800 Höhe und die Luft ist wunderbar klar und würzig. Außerdem herrscht hier mit 22°C die richtige Temperatur zum Wandern. Das gefällt uns. Hier einige Fotos von der Wanderung:
.

Levada da Serra do Faial

Es ist wunderschön, neben den Wasserläufen über die Waldwege zu spazieren.

40 Minuten später sind wir an der Stelle, wo der Wanderweg die Straße überquert und auf der anderen Seite weiter nach Monte führt. Zwischen den Bäumen sehen wir unseren Bus stehen und sind eigentlich enttäuscht, dass die Wanderung hier zu Ende sein soll. Auf der anderen Straßenseite geht es nämlich weiter und das Schild weist den Weg nach Monte. Wir sind erst die halbe Strecke gegangen  und brauchten eigentlich bis nach Monte nur noch 2 Stunden.

Schade. Um 12:00 Uhr fahren wir schon zurück nach Caniço. Den Nachmittag verbringen wir auf der Liege am Pool. Fast alle Liegen sind belegt und wegen der Sonne ist kein schattiger Platz mehr zu finden. Ich finde aber den Raum, in dem die Sonnenschirme gelagert werden, hole mir einen und so haben wir wenigstens unsere Gesichter im Schatten.

Am Abend besuchen wir das Gourmet-Restaurant des Hotels, das den Namen "La Perla" führt und sich unter unserem Zimmer im Herrenhaus befindet. Wir entscheiden uns für das Degustationsmenü incl. der dazu gehörigen Weine.
Zum Aperitif trinken wir einen 5-jährigen hellen Madeira. Als "amuse gueule" wird ein warmer Ziegenkäse auf Olivenöl serviert. Das ist schon mal nicht schlecht. Inge nimmt als Vorspeise den geräucherten Lachs auf Balsamico Salat mit Olivenöl Dressing, während ich mich für die gefüllten Tortellinis mit vier Käsesorten entscheide. Dazu trinken wir einen trockenen Madeira. Alles sehr lecker.
Als Hauptgang hat sich Inge die Dorade mit Sellerie Püree in einer Weißweinsauce ausgesucht, aber mir gefällt die rosa gebratene Entenbrust mit Reis und grünem Spargel besser. Dazu wird ein roter Madeira-Wein serviert, der gut dazu passt und sehr gut schmeckt.

Zum Nachtisch beobachten wir zunächst mit großem Interesse den Kellner, der für die beiden Schweden am Nachbartisch eine raffiniert zubereitete Crêpe Suzette serviert. Das würde uns auch gefallen. Für Inge gibt es eine Maracuja Creme mit Orangensauce und ich genieße mein Schokoladenmousse mit Custard Sauce. Auch dazu wird ein süßer Madeira serviert.
Unser Wunsch nach einem koffeinfreien Milchkaffee wird akzeptiert, aber der "chinesa decoffeinado" zum Abschluss ist nicht viel wert und der Kellner muss noch seine Rechnung korrigieren, weil er zu viel aufgeschrieben hat. Ob es Absicht war, wissen wir nicht, aber dafür bekommt er auch weniger Trinkgeld.
Zum Schluss rätseln wir darüber, ob es das Geld wert war, können uns aber nicht recht dazu durchringen, eine Empfehlung für das Restaurant auszusprechen.


Entenbrust in Madeira Pfeffersauce  mit wildem Reis und Spargel


Der Kellner hat sichtlich Spaß bei der Zubereitung der Crêpe Suzette


Montag, 20. 6. 2016

Es ist wieder schönes Wetter, als wir kurz nach sieben aufstehen. Nach dem Frühstück melden wir uns für heute Abend um 19:00 Uhr in der Thai-Lounge an, denn wir wollen auch dieses Restaurant testen, das in dieser Woche nur montags, dienstags und samstags geöffnet ist. Auf die Osttour nach Santana verzichten wir, weil wir nicht den ganzen Tag im Bus sitzen wollen. Andere Gäste haben uns erzählt, dass man zu viel im Bus sitzt und zu wenig wandert.
Im Info-Center schauen wir uns die einzelnen Touren an, die vom Hotel und den verschiedenen Reiseveranstaltern ziemlich günstig angeboten werden. Sie sind aber fast alle gleich und es ist völlig unerheblich, für welchen Veranstalter man sich entscheidet, denn alle sitzen im gleichen Bus mit der gleichen Reiseleiterin.
Ein bisschen traurig sind wir schon, dass an der Tafel unsere Abreisezeiten für morgen früh hängen. Wir sollen um 06:30 Uhr abgeholt werden - und da ist es mit einem Frühstück natürlich nichts. Wir können zwar ein frühes Frühstück bestellen, aber das wird bereits heute Abend um 21:00 Uhr gebracht und hat die Form eines Lunchpakets, deshalb verzichten wir darauf.
Den letzten Tag auf Madeira wollen wir gemütlich verbringen und entscheiden uns für einen Bummel durch Funchal und den anschließenden Nachmittag am Pool. Um 10:00 Uhr stehen wir an der Bushaltestelle und warten auf den Bus 155, der natürlich wie immer 20 Minuten Verspätung hat. Aber eine halbe Stunde später steigen wir an der an der Shopping Mall aus, die ziemlich ärmlich ist.

Weitaus interessanter ist der Spaziergang durch die Fußgängerzonen, die sich rechts und links von der Rua do Aljube befinden.  Überall erklingt Musik und viele schöne Geschäfte sind hier. Nicht nur Touristen erblicken wir, sondern die schmalen Gassen sind voll von Spaziergängern und Cafés, deren Kellner die Gäste wortreich hereinbitten. Auch auf der mit vielen  
Papierfahnen geschmückten Avenida Arriaga ist viel los. Eine Band spielt auf einem Podium und viele Leute bleiben stehen, hören zu und applaudieren. Einzelne Kindergartengruppen in bunten Schuluniformen spazieren mit ihren Betreuerinnen über den breiten Fußgängerstreifen und erklären die Papierfiguren, Malereien und Kunstwerke, die die anderen Kinder zur Gestaltung der Straße geschaffen haben. 
Wir finden ein schattiges Plätzchen vor dem Hotel Ritz, genehmigen uns ein Eis und lassen die Besucher an uns vorbeiziehen. Da zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen (Costa Magica und Aida Cara), sind natürlich eine Menge Kreuzfahrer unterwegs, was wir an den hoch gehaltenen Schildern der Reiseführer erkennen können. Nach dem "People Watching" spazieren wir am Yachthafen entlang und machen noch ein paar Fotos von den Schiffen und der Stadt.
.

Blick auf den Hafen

Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus Nr. 155 wieder zurück in unser Hotel und sind verwundert, dass bei dem schönen Wetter um den Pool herum viele Liegen frei sind. Das gefällt uns sehr und wir genießen den Rest des Nachmittags auf einer Liege und relaxen. Es weht ein bisschen Wind und der macht das alles sehr angenehm.
Am Abend sind wir sehr gespannt auf das Essen in der Thai-Lounge des Hotels, die so viel Reklame für ihre gute thailändische Küche macht. Sie ist nur an drei Tagen in der Woche geöffnet.

Zunächst einmal sind wir ziemlich enttäuscht, denn wir hatten ein spezielles Restaurant mit thailändischem Flair erwartet. Statt dessen sind nur einige Tische im Galeria-Restaurant abgetrennt und als "reserviert" gekennzeichnet. Es handelt sich lediglich um eine andere Bestuhlung und Dekoration im gleichen Restaurant.
Die Speisekarte ist allerdings authentisch thailändisch und wir bestellen als Vorspeise Frühlingsrollen und Wontons. Sie sind zwar ganz ordentlich, aber die haben wir schon in Thailand wesentlich besser gegessen. Zu unserer Verwunderung ist alles, was als scharf gekennzeichnet ist, nicht besonders scharf gewürzt.

Wontons

Schweinegeschnetzeltes mit Zwiebeln und Ingwer
Inges Hähnchen mit Erdnüssen, Paprika, Zwiebeln und Wassermelone ist sehr lecker, allerdings sind die Portionen ziemlich groß und nach der Vorspeise kann sie nicht alles essen. Das geht mir ebenso mit dem Schweinegeschnetzeltem mit Zwiebeln, Ingwer und Reis. Empfehlenswert ist also die Thailounge durchaus, wenn auch alles nicht so scharf ist, wie es in Thailand serviert wird.
Danach checken wir aus, bezahlen unsere Rechnung, packen unsere Koffer und stellen den Wecker auf 05:50 Uhr.

Dienstag, 21.6.2016

Es ist noch ziemlich dunkel draußen, als wir um 10 Minuten vor 6 aufstehen. Um 6:30 Uhr stehen wir mit unseren  Koffern vor der Rezeption. Es kommen drei kleine Busse und die Fahrer rufen die Gäste von den verschiedenen Reiseveranstaltern auf. Trendtours ist auch dabei und alles ist perfekt organisiert. Um kurz vor 7:00 Uhr  sind wir schon am Flughafen, aber die TUI-Schalter sind noch geschlossen. Nach der Öffnung geht das Einschecken aber ziemlich fix. Wir haben noch Zeit für einen Cappuccino und sehen die Tui-Fly Maschine ankommen. Sie ist total bunt bemalt und sieht lustig aus:

Wir fliegen pünktlich um 9:00 Uhr ab und sind 3 1/2 Stunden später in Frankfurt. Hier ist es jetzt 13:30 Uhr.
Alles hat toll geklappt und war gut organisiert. Für einen Überblick über Madeira kann ich die Reise sehr empfehlen. Sicherlich hätten wir uns an einigen Stellen mehr Zeit gewünscht, aber das werden wir noch auf einer weiteren Reise nachholen. Wir werden auch sicher wieder das Hotel Quinta Splendida dafür auswählen, denn es ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erforschung Madeiras.

Das war´s von Madeira. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen und es sind ein paar brauchbare Informationen für Sie dabei, wenn Sie vorhaben, Madeira zu besuchen.
Vielleicht haben Sie aber auch Interesse an anderen Reiseberichten von mir. Schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

BALKN005.GIF (1641 Byte)BALKN005.GIF (1641 Byte)

  * * * * * *