Reisebericht Malediven - Reethi Beach Resort auf Fonimagoodhoo

Ich wollte unbedingt die Malediven kennenlernen, da Schwimmen und Schnorcheln meine Hobbys sind. Ich wollte mich nicht damit zufrieden geben, dass das Barrier Reef in Australien, das Rote Meer und Hawaii die schönsten Schnorchelplätze der Welt sind. In der Karibik und in Thailand bin ich ziemlich enttäuscht worden und in Indonesien auch.

Die Auswahl für eine Insel auf den Malediven ist nicht leicht, denn das Angebot ist überaus vielfältig und umfasst 80 Resorts. Natürlich schaut man sich vorher die Beurteilungen von Holidaycheck und dem Tripoadvisor im Internet an. Die Bewertungen des Reethi Beach Resorts auf der Insel Fonimagoodhoo im Baa Atoll waren hervorragend und wir entschlossen uns dieses Hotel zu nehmen, weil es als 4-Sterne-Hotel neben den vielen Luxus-Resorts mit 5 und 6 Sternen noch eine bezahlbare Alternative darstellte.
Gebucht haben wir übrigens komplett online über Holidaycheck. Das war gar nicht mal so übel, weil wir sofort einen Gutschein über 100 € bekamen und die preisgünstigsten Anbieter für die ausgewählten Resorts serviert bekamen.  So buchten wir das Reethi Beach Resort bei vtours, einem Reiseunternehmen, das wir vorher gar nicht kannten.
 

Mittwoch, 24.2.2016

Irgendwie hat uns beim Flug auf die Malediven das Pech verfolgt. Wir hatten bei CONDOR die Flüge gebucht und wollten uns den Flug mit einem Business-Sitz besonders angenehm gestalten. Der war nämlich bereits ein Dreivierteljahr vorher online supergünstig zu bekommen. Außerdem bietet CONDOR den Direktflug von Frankfurt nach Malé in etwas mehr als 9 Stunden an, was uns sehr gefiel.
Total entspannt stehen wir in Frankfurt um kurz vor 18:00 Uhr am Schalter 753 und wollen einchecken, weil es noch früh genug bis zum Abflug um 20:15 Uhr ist und wir unsere Plätze in Reihe 3 H/3K bestätigt bekommen hatten. Wir sind total entsetzt, als wir die Mitteilung bekommen, dass diese Plätze bereits besetzt sind und dass wir gar nicht in der Business Class fliegen können, sondern ein Zwangs-Downgrade in die Premium Economy akzeptieren müssen. Das ist uns bisher auch noch nicht passiert. Aber alles Protestieren hilft nicht, sondern wir müssen ein Formular unterschreiben und werden in die Reihe 7D/7E verfrachtet. Wir sind auch nicht die Einzigen, denen das passiert. Begründet wird alles mit einem Maschinenwechsel, in der nicht genügend Business-Plätze vorhanden sind.

Wir sind stinksauer, haben aber keine Möglichkeit einer Umbuchung auf eine andere Maschine. Die Angestellte der CONDOR erklärt uns, wir hätten einen Beförderungsvertrag von Frankfurt nach Malé, den würde die Fluggesellschaft auch erfüllen, aber eben nicht in der gebuchten Klasse. Dafür bekämen wir eine Entschädigung in Höhe der Differenz zwischen den beiden Flugpreisen und einen Bonus von 50€ für den Bordeinkauf.
Was will man da machen? Wir ergeben uns also in unser Schicksal und sind froh, dass wir immerhin ziemlich pünktlich abheben. Der Service ist auch ordentlich und die Flugzeit wird mit 9 Stunden angegeben.
Donnerstag, 25.2.2016
Tatsächlich befinden wir uns bereits neun Stunden später über der Insel Hulhule, auf der die Landebahn für Malé liegt. Der Flugkapitän teilt uns mit, dass wir voraussichtlich 40 Minuten lang Warteschleifen fliegen müssen, weil er zwar landen könne, aber der Flugplatz verfüge nur über wenige Standplätze für die Flugzeuge. Wir müssten also warten, bis eine Maschine abgeflogen sei, damit ein Parkplatz für uns frei würde. Nach Auskunft des Towers könne die Landung gegen 10:30 Uhr erfolgen; meine Uhr zeigt statt 10:00 Uhr noch 6:00 Uhr morgens, demnach beträgt der Zeitunterschied zu Frankfurt also jetzt (zur Winterzeit) 4 Stunden.
Durch das Kreisen über die Hauptstadt und die umliegenden Inseln haben wir aber eine gute Gelegenheit, die wunderschöne Welt der kleinen grünen Paradiese in dem Male-Atoll zu bewundern, die sich wie gelbbraune Pfannkuchen aus dem türkisgrünen und blauen Meer erheben.


Wunderschön sehen die Atolle mit aus der Luft aus

Nach der Landung dürfen wir uns in die Warteschlange am "Fast Track" - Schalter anstellen, der für Business- und Premium Economy-Fahrgäste reserviert ist. Viel bringt das nicht, denn die anderen Schalter an der Passkontrolle sind fast genau so schnell. Unser Gepäck ist auch schon da und am Ausgang finden wir schnell  einen Repräsentanten von Reethi-Beach, der uns zum Flugschalter der Trans Maldivian Airways bringt. Die TMA  regeln mit ihren 45 Wasserflugzeugen den größten Teil des Zubringerverkehrs zu den einzelnen Inseln. Wir bekommen Tickets für das Wasserflugzeug nach Fonimagoodhoo und können sofort in den Shuttlebus steigen, der uns zum Wasserflugzeug-Terminal bringt, das gar nicht so weit entfernt ist. Um 11:00 Uhr sind wir dort müssen allerdings noch bis 12:30 Uhr warten, weil dann die Maschine starten soll. Für die Wartezeit bekommen wir einen Coupon für ein Getränk und ein Sandwich, sodass wir uns zu einem gemütlichen Cappuccino in die luftige Abflughalle setzen und den an - und abfahrenden Wasserflugzeugen zuschauen. Das ist höchst interessant, wie dieser Transferverkehr so schnell und reibungslos abgewickelt wird. Allerdings kommt ab und zu eine Durchsage, dass irgendein Flug verschoben wurde und der Abflug nun auf einem anderen Terminal erfolgt.
Das passiert uns auch und man muss schon höllisch aufpassen, dass man die Ansagen in Englisch mitbekommt und richtig reagiert. Wir sollen uns zum Bus begeben und zum Terminal C fahren, weil unsere Maschine umdisponiert wurde. Als wir vom Tisch aufstehen, macht uns der Kellner schnell darauf aufmerksam, dass wir für die beiden Cappuccino 10 Dollar zu zahlen hätten, denn ein Cappuccino wäre ein Sondergetränk und dafür würden die Gutscheine keinesfalls gelten. So bekommen wir schon einmal den ersten Eindruck von den maledivischen Preisen und auch vom Dollar als heimlicher Währung, denn die Rufiyaa, die einheimische Währung, will gar keiner haben. Im Terminal C kommt eine weitere Durchsage, dass unser Abflug gewechselt wurde und wir uns zum Terminal D zu begeben hätten. So steigen wir nochmals in den Bus, der uns dorthin bringt.


Das Wasserflugzeugterminal befindet sich direkt neben dem Flughafen

Nach einer Weile startet endlich mit ohrenbetäubendem Lärm unser Wasserflugzeug.  Die beiden Piloten fliegen mit offenem Fenster und nackten Füßen. Zwölf Fluggäste sitzen in der kleinen Maschine und unsere Koffer liegen hinter den letzten beiden Reihen. Unser Flug soll 35 Minuten dauern und wir sind froh, dass wir den Wasserflugzeugtransfer gewählt haben. Es herrscht zwar eine hohe Temperatur im Innenraum und die beiden laut surrenden Ventilatoren kühlen nur wenig, aber der Flug über die Inselwelt ist wirklich wunderschön.

Die beiden Piloten fliegen mit nackten Füßen

Als sich unser Wasserflugzeug dem Anleger nähert, steht eine komplette Begrüßungsmannschaft aus dem Resort bereit, um die beiden Gäste königlich zu empfangen. Wir sind sehr beeindruckt. Allerdings möchte ich gar nicht in einem Bungalow an diesem Strand wohnen, wenn ich dauernd durch an- und abfahrende Wasserflugzeuge gestört würde...


Aus der Vogelperspektive kann man sich die unterschiedlich großen, rund oder länglich geformten Insel innerhalb eines Atolls gut anschauen und die Bungalows ziemlich genau erkennen. Vor allem aber kann man die Riffe sehr gut ausmachen. Erst bei einer Luftaufnahme zeigt sich nämlich die Architektur einer Insel. Manche Inseln sind rundherum mit einem Riff umgeben, das ganz nah heran reicht, andere haben eine flache Lagune oder sind erst einmal mehrere hundert Meter vom Außenriff entfernt. Diese Bedingungen müsste man eigentlich vorher wissen, bevor man im Reisebüro ein Inselresort bucht, weil die Kataloge der Reiseveranstalter das nicht immer deutlich beschreiben. Unser Flugkapitän teilt uns mit, dass er erst noch eine andere Insel anfliegt, um dort zwei Passagiere abzusetzen. So erleben wir zunächst die Ankunftszeremonie auf der Insel Dusit Thani.
So werden aus dem angekündigten Transfer von 35 Minuten schnell 60 Minuten, als wir schließlich an dem Ponton anlegen, der einige Kilometer außerhalb der Insel Fonimagoodhoo im flachen Wasser verankert ist.


Reethi Beach liegt am Nordostende des Baa Atolls


Blick vom Ponton auf Fonimagoodhoo mit dem Reethi Beach Resort (rechts) und die Nachbarinseln Madhirivaadhoo und Thiladhoo

Alle Koffer werden ausgeladen und kurze Zeit später legt das Hotelboot vom Reethi Beach Resort an, um uns und die Koffer an Bord zu nehmen und zum Resort zu bringen.
Das sieht schon aus der Ferne verlockend aus und der Empfang ist sehr nett. Wir bekommen ein kühles Tuch und einen erfrischenden Coconut-Drink zur Begrüßung in der Lobby mit Sandfußboden.
Eine der Gästebetreuerinnen begrüßt uns auf Deutsch und erklärt uns sehr ausführlich die Besonderheiten der Insel. Wir werden mit "Du" angesprochen und darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um eine Barfuß-Insel handelt und man überall barfuß hingehen könne. Wer aber seine Strandsandalen anlassen möchte, der könne das natürlich auch.

Zunächst müssen wir unsere Uhr umstellen, denn die Insel hat sich eine eigene Zeit gegeben: Wir sind zwar um 14:10 Uhr hier angekommen, aber auf der Insel ist es jetzt eben 15:10 Uhr. Sie erklärt es damit, dass alles besser passen würde: die Abfahrtszeiten am Morgen, die Essenszeiten und die Happy Hour zum Sonnenuntergang. Für die Englisch sprechenden Gäste, die mit uns gekommen sind oder auch die Russisch sprechenden steht eine Gästebetreuerin aus Lettland bereit, die alles in deren Muttersprache erklärt. Das ist ein toller Service.
Kassandra, unsere Deutsch sprechende Gästebetreuerin, führt uns den kurzen Weg zu unserer Deluxe Villa 139, die wir bei vtours gebucht hatten. Sie erklärt uns alles sehr freundlich und umfassend. Danach warten wir auf unser Gepäck und sind erstaunt, dass die Kofferträger über unser Trinkgeld von 2 Dollar ein so enttäuschtes Gesicht machen. Wahrscheinlich sind sie hier höhere Trinkgelder gewöhnt und wir müssen uns erst einmal an die Preise auf den Malediven gewöhnen.

Mit unserer Villa sind wir sehr zufrieden, denn sie ist sehr sauber, gut ausgestattet und alles funktioniert. Auf dem Kühlschrank liegt sogar ein Adapterstecker für unsere Elektrogeräte, denn hier sind alles englische Steckdosen montiert. Alle Villen haben ein halboffenes Bad, eine Terrasse mit Liegestühlen und den Zugang zum 10m entfernten Strand. Eine Hollywoodschaukel gehört auch dazu. Glücklicherweise liegen die Villas im Schatten unter Bäumen, denn sonst wäre es wegen der Hitze hier nicht auszuhalten.

Blick von der Terrasse des Bungalows aufs Meer

Unsere Deluxe Villa Nr. 139

Wer mehr über die Villas und das Reethi Beach Resort erfahren möchte, der kann sich meine Beurteilung bei Holidaycheck oder beim Tripadvisor anschauen, denn dort habe ich neben einer ausführlichen Beschreibung mehr als 50 Fotos veröffentlicht, sodass man sich ein gutes Bild vom Resort und seinen Vorzügen - oder auch Nachteilen machen kann.

Inzwischen ist es schon 17:00 Uhr und Zeit für eine Happy Hour. Wir machen unseren ersten Spaziergang über die Insel, schauen uns die Bars und Restaurants an und lassen uns alles beim Begrüßungscocktail erklären. Der wird auch von einer deutschen Gästebetreuerin und einem Mitglied der Tauchschule durchgeführt und ist sehr informativ. Wegen der Zeitverschiebung  hier auf der Insel beginnt die Happy Hour erst um 18:00 Uhr und folglich ist der Sonnenuntergang erst gegen 19:15 Uhr. Zu dieser Zeit sind dann die vielen Liegestühle vor der Strandbar voll besetzt.
Im Hauptrestaurant gibt es jeden Abend ein Themenbüffet. Das ist zwar nicht astrein, wenn es sich auch heute "Italienisches Büffet" nennt, aber es ist ordentlich und für jeden etwas dabei. Wir haben nichts auszusetzen: weder am Fassbier noch an der Bedienung oder den Köchen hinter dem Büffet. Was uns aber auffällt, ist der ernste Blick der Maldiver, der Inder und der Leute aus Sri Lanka oder Bangladesh, die hier den Hauptteil des Servicepersonals stellen. Es sind nur ganz wenige, die lächeln oder grüßen.
Da es für All-Inclusive-Gäste keine Armbändchen gibt, müssen alle Getränke mit Rechnung quittiert werden - sogar an der Strandbar. Das finden wir ziemlich umständlich.

Freitag, 26.2.2016

Natürlich sind wir nach dem langen Tag gestern erst gut eingeschlafen und dann nachts oft aufgewacht. Es war ziemlich ruhig, nur den Kühlschrank hörte man brummen, wenn sich der einschaltete. Die Klimaanlage hatten wir ausgeschaltet. Das Bad ist noch angenehm kühl heute am Morgen.
Um halb neun sitzen wir beim Frühstücksbüffet. Das ist gut, aber nicht üppig; Omelettes oder Spiegeleier muss man beim Kellner bestellen, als frisches Obst werden Pfirsiche, Melonen, Ananas und Kokosnüsse angeboten. Das ist ein bisschen wenig. Aber es gibt frische Waffeln, viele warme Speisen, Geflügelwürstchen und Gemüse. Der Kaffee ist ordentlich und wird serviert.

Die Gäste hinterlassen auf dem dunklen Parkett natürlich Sandspuren mit ihren Füßen. Dem Fußboden tut das sicher nicht gut und gestern Abend sah das besser aus. Als wir um halb zehn in unsere Villa zurückkommen, war der Roomboy schon da und hat die Betten gemacht. Alles ist tadellos sauber und eine Literflasche Wasser aus der inseleigenen Wasseraufbereitungsanlage steht auch schon da. Er arbeitet gerade nebenan und lächelt. Das gefällt mir und ich gebe ihm schon einmal 5 Dollar als Trinkgeld vorab.
Anschließend mache ich meinen ersten Gang zur Rezeption, meine Mails abzurufen, denn in der Villa gibt es kein WLAN und damit auch keinen Internetempfang. Glücklicherweise habe ich auf meinem Smartphone eine App mit einem WLAN-Analyzer, der mir die Sendestärke des WLAN-Netzes anzeigt, sodass ich mir den günstigsten Platz aussuchen kann. Das ist auch nötig, denn die Übertragungsgeschwindigkeit ist miserabel; sie reicht gerade für E-mails.

Die Liegen am Strand vor unserer Villa sind nummeriert, sodass jede Villa ihre eigenen Liegen hat und es keinen Stress mit Handtuchbelegungen gibt. Das ist sehr entspannend. So probieren wir das erste Malediven-Feeling im Schatten am Strand aus. Das Hausriff ist nur 80m entfernt und man sieht viele daran entlang schnorcheln. Wir trauen uns das noch nicht, denn die Sonne ist verflixt stark und man muss die Haut erst einmal daran gewöhnen. Auch im Schatten ist es sehr warm und nur mit etwas Wind auszuhalten. Wir sind froh über jedes Lüftchen, das von der Nordostseite der Insel herüberkommt.

Sehr angetan sind wir vom türkisgrünen und glasklaren Wasser der Lagune mit Sanduntergrund ohne Korallen am Südende der Insel, aber da ist es noch wärmer, weil dort kein Wind weht.

Um 18:00 Uhr schauen wir bei der Manta-Fütterung am Steg zu, die jeden Abend stattfindet. Es ist ein interessantes Spektakel, das viele Zuschauer anlockt. Ein Mitarbeiter aus der Küche wirft die Fischabfälle ins Meer und die Mantas springen bis auf den Strand, um diese zu erhaschen. Es sind schwarze und braune Mantas sowie einige Stachelrochen dabei. Viele andere Fische finden sich an dieser Stelle bereits nachmittags ein, weil sie das wissen und etwas mitbekommen wollen. Sogar einige kleinere Haie sind dazwischen. Das Wasser ist wunderbar klar, sodass man alles gut vom Landesteg aus beobachten kann.

Zu unserer heutigen Happy Hour setzen wir uns in die Hauptbar. Die ist nach Osten ausgerichtet und durch den leichten Wind sitzt man dort angenehmer als an der Strandbar im Westen zum Sonnenuntergang. Für einen Campari-Orange und einen JimBeam mit Ginger Ale bezahlen wir 26 Dollar und werden jetzt deutlich auf die Preis hier hingewiesen. Auf sämtliche Speisen und Getränke kommt nämlich eine Steuer von 13.2% und eine Servicegebühr von 10% hinzu, sodass man auf alle Preise fast ein Viertel draufrechnen muss, damit man weiß, was der Spaß kostet.
Abends gibt es ein Fischbüffet, das allerdings enttäuschend ist. Weder Shrimps, noch Lobster oder andere große Fische werden angeboten. Keine spektakulären Fischpräsentationen sind dabei, sondern es sind meist Currys oder kleine gegrillte Fischstücke. Die Fish-Kebab-Spieße mit Peanut Butter und die frittierten Fischfilets mit Sauce Tatar sind allerdings sehr lecker.
Unser Ober bekommt 5 Dollar Trinkgeld und steckt sie unbeeindruckt weg - mal sehen, ob das hilft...
Inzwischen war der Roomboy auch wieder da und hat die Betten vorbereitet und die Handtücher gewechselt. Auch Bad und Dusche sind  wieder tadellos sauber. Das ist wirklich ein guter Service.

Samstag, 27.2.2016

Als wir um 8:00 Uhr aufstehen, regnet es, hört aber 5 Minuten später auf.

Wir nehmen keinen Schirm mit zum Frühstück, weil das Blätterdach über den Wegen durch die Insel ziemlich dicht ist. Als wir zur Beachvilla zurückkommen, wartet schon der Roomboy; er bekommt wieder 5 Dollar mit dem Hinweis, dass er uns nicht so viel Wasser bringen muss. Wir haben schon vier Literflaschen da stehen und trinken sie nicht, weil wir uns von der Strandbar immer Tonic, Bitter Lemon und Soda von Schweppes mitgenommen und in den Kühlschrank gestellt haben. Da haben wir jetzt unseren eigenen gut gekühlten Getränkevorrat.
Anschließend ist das Wetter wieder wunderschön und wir legen uns auf die Liege am Strand. Zwischendurch bewölkt es sich und man glaubt, man könne ein wenig in die Sonne gehen. Das ist aber ein Trugschluss, wie viele Gäste hier mit einem Sonnenbrand beweisen. Selbst eine halbe Stunde Schnorcheln ist am Anfang schon zuviel. Es bleibt auch heiß, wenn die Sonnen nicht scheint. Man merkt die hohe Luftfeuchtigkeit und schwitzt stark, wenn kein Wind weht.


Schmale Sandwege durchkreuzen die dicht bewachsene Insel.

Zum Abendessen wird im Hauptrestaurant ein "Middle East Buffet" angeboten, wobei man hier sicherlich Griechenland und die Türkei hinzurechnet, denn griechische Salate und Gyros bestimmen die Palette. Aber es sind auch viele arabische Spezialitäten dabei und alles ist sehr schmackhaft. Besonders gut sind die Chutneys und Saucen, die angeboten werden. Und die Suppen und Salate mit sehr unterschiedlichen Dressings sind auch ganz lecker.

Sonntag, 28.2.2016

Nach einer langen Nacht mit vielen schlaflosen Unterbrechungen stelle ich die ersten Stiche auf meinen Unterarmen fest, weiß aber nicht, um was es sich handelt. Die Stiche erstaunen mich, wo es doch auf der Insel keine Mücken geben soll, wie wir beim Informationsabend erfahren haben.

Am Vormittag mache ich meinen ersten Schnorchelausflug. Der Tauchlehrer hat gesagt, man soll sich mit der Strömung treiben lassen und die Strömungsrichtung könne man gut dran erkennen, in welche Richtung sich die an den Bojen befestigten Boote drehen würden. Das ist ein prima Tipp.

Das ist eine Luftaufnahme aus einem Prospekt des Resorts. Darauf kann man die schmalen Durchgänge durch die Korallen bis zum steil abfallenden Riff gut erkennen. Die Wasservillen liegen am Nordende der Insel und am Südende  ist der große Sandbereich mit guten Schwimmmöglichkeiten auch bei Ebbe.

Das Hausriff ist nicht weit entfernt und es gibt vom Strand aus drei Durchgänge, die mit Seilen gekennzeichnet sind. Das ist sehr komfortabel. Ich fange also bei dem Landungssteg an und lasse mich an der Steilkante langsam bis zu den Wasservillen treiben. Man kann etwa 10m tief blicken und das Wasser ist wunderbar warm und ziemlich klar.
Schwärme von bunten Fischen sind zu beobachten. Es sieht wirklich aus wie in einem Aquarium. Allerdings sind die Korallen größtenteils abgestorben. Ich habe mir die kleine Unterwasserkamera mitgenommen und mache einige Aufnahmen. Eine halbe Stunde später schwimme ich durch den Durchgang bei den Wasservillen wieder an den Strand. Schade, dass es am Strand keine Duschen gibt, denn ich würde gern das Salzwasser von meiner Kamera und meinem Körper abspülen. Aber man muss immer in den Bungalow zurück und erst durchs Zimmer, um ins Bad zu kommen. Das ist ziemlich umständlich.

Zur Happy Hour weht an der Bar ein kräftiger Wind, sodass die Windschutzmatten heruntergezogen sind. Das verdeckt zwar die Aussicht auf das türkisgrüne Meer, macht aber die Temperaturen erträglich. Abends gibt es ein "Gran Buffet", womit wohl ein asiatisches Büffet gemeint ist, denn es sind viele thailändische , vietnamesische und chinesische Spezialitäten drauf.
Zum Abendessen trinken wir zusammen 5 Bier und sind 35 Dollar quitt. Deshalb machen wir anschließend mal unsere Getränkerechnung für den Flüssigkeitsbedarf an einem durchschnittlichen Ferientag im Reethi Beach Resort auf:

11:00 Uhr
13:00 Uhr
16:00 Uhr
18:00 Uhr
20:00 Uhr
22:00 Uhr
2 Tonic Water à 4,50
2 Bier zum Mittagessen à 5,00
2 Bitter Lemon an der Strandbar à 4,50
2 Whisky mit Ginger Ale, 2 Campari Orange
4 Bier zum Abendessen à 5,00
2 Bier zum Mitnehmen für die Minibar à 5,00


Steuer und Servicegebühr + 23,2%
=  US$  9,00
=  US$ 10,00
=  US$   9,00
=  US$  28,50
=  US$  20,00
=  US$  10,00
===========
=            86,50
=            20,06
===========
=  US$  106,56
===========
Das ist die Grundlage für die Überlegung, ob man bei einer solchen Reise in dieses Resort All Inclusive buchen soll oder nicht. Der Aufpreis ist je nach Reiseanbieter sehr unterschiedlich und für manche Inseln ziemlich hoch. Wenn man zum Beispiel das Reethi Beach Resort bei Neckermann zu dieser Reisezeit (Febr.2016) mit Übernachtung und  Frühstück buchen würde, muss man für  Halbpension einen Aufpreis von 36 € pro Person und für All Inclusive sogar
101 € pro Person mehr bezahlen! Das finde ich sehr viel und da muss sich jeder entscheiden: Je nachdem welchen Getränkebedarf man hat, lohnt sich das oder nicht. Wir haben immer im Hauptrestaurant gegessen und die anderen à la carte Restaurants nicht in Anspruch genommen, aber mit den vorgenannten Preisen ergibt sich gegenüber der Halbpension eine Differenz von 65 € pro Person. Für uns mit unserem Tagesbedarf hat sich also die All-Inclusive Variante nicht gelohnt: Wir haben rund 110 Dollar pro Tag vertrunken, aber 130 Euro dafür bezahlt. Ärgerlich ist vor allem, dass All Inclusive beileibe nicht alle Getränke umfasst, sondern ein eingeschränktes Angebot. Ein Cappuccino ist z.B. nicht darin enthalten, sondern muss extra bezahlt werden.
Eigentlich ist das der reinste Wahnsinn: Die Preise sind unverschämt, auch wenn man behauptet, die seien so hoch, weil alles mit dem Schiff herantransportiert werden muss. Das ist auf vielen anderen Inseln auch so - aber hier werden die Touristen regelrecht abgezockt.

Montag, 29.2.2016

Zum Frühstück gibt es heute Morgen Frühstücksspeck und Hashbrowns. Da hätte ich mir am besten Two Eggs Overeasy bestellen sollen, das wäre ein gutes amerikanisches Frühstück geworden. Meine Frau ist von den Lachs-Bruschettas begeistert, die der Koch hinter der Theke anfertigt.

Um 11:00 Uhr nehmen wir an der Führung durch die Anlage teil. 28 Personen haben sich in die Liste eingetragen, um einmal in diesem Resort hinter die Kulissen zu schauen. Das Angebot finden wir hervorragend, weil so wirklich alles transparent gemacht wird. Maria, eine der deutschen Gästebetreuerinnen, erklärt, dass zur Zeit die 260 Gäste im voll ausgebuchten Resort von fast 300 Beschäftigten versorgt werden. Mehr als die Hälfte kommt aus Bangladesh, der Rest zu gleichen Teilen aus Indien und Sri Lanka. Davon sind 25 Frauen. Alles ist hervorragend durchorganisiert: Wir besuchen die Küchen, die Bäckerei, die Wäscherei, verschiedene Werkstätten und schauen uns die Trinkwassergewinnungsanlage an. Hier wird sogar mit Zusatz von Carbonaten ein eigenes Mineralwasser hergestellt. Wir dürfen auch in die Mannschaftsunterkünfte und in deren Küchen- und Aufenthaltsbereiche schauen. Von der Sauberkeit und Organisation sind wir sehr beeindruckt; man merkt auch irgendwie, dass das Resort in Schweizer Hand ist und von einem deutschen Manager geleitet wird. Leider ist es bei dem Rundgang sehr heiß, weil in der Mitte der Insel kein Lüftchen weht - wir flüchten uns überall sofort in den Schatten.

Am meisten beeindruckt sind wir aber von dem Verfahren zur Mückenbekämpfung. In der Mitte der Insel hat man ein Süßwasserbecken angelegt, in das die Moskitos ihre Eier ablegen. Darin schwimmen aber kleine Fische, die die Larven anschließend auffressen. Außerdem ist ein Biologe fest im Resort angestellt, der dafür sorgt, dass kleine Pfützen, die sich nach dem Regen gebildet haben, sofort mit Insektenspray bekämpft werden. So bleibt die Insel fast frei von Moskitos. Das finden wir eine nachahmenswerte Idee.

Beim Mittagessen bekommt der Kellner wieder 5 Dollar, denn wir stellen fest, dass sich das Trinkgeld auszahlt. Inzwischen kommt nämlich das kühle Bier vom Fass sofort, wenn wir an einem Tisch Platz genommen haben. Es wird auch sofort abgeräumt und uns mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Manchmal lächelt er sogar ein wenig.

Am Nachmittag regnet es zwischendurch; zum Schnorcheln ist das Wasser milchig, aber zum Schwimmen angenehm. Ich schwimme einmal rund um die Insel am Außenriff entlang und registriere jetzt auch mehr die unterschiedlichen Strömungsverhältnisse.

Beim abendlichen Büffet sind wir begeistert vom Filet Wellington mit Rotweinsauce und checken in diesem Zusammenhang auch einmal die Weinkarte, deren Flaschenangebote meist im Bereich von US$ 38 - 60 liegen. Der Cassillero del Diablo aus Chile, der bei uns im Supermarkt um 6 € kostet, wird für 38,50 angeboten, der Errazuriz  Syrah-Cabernet für 49 $ (bei uns 7.70 €) und der Undurraga Sauvignon Blanc 39 $ (bei uns 5 €). Viele Weine aus Chile und Südafrika finden sich in der umfangreichen Weinliste. Erstaunlicherweise sind aber auch viele aus dem Libanon dabei; aus Frankreich nur einige unbekannte Marken.

Dienstag, 1.3.2016

Es ist ein wenig bedeckt, als wir zum Frühstück gehen. Anschließend schnorchle ich etwas weiter nördlich am Riff, aber es sind auch nicht mehr Fische zu sehen als gestern. Das Wasser ist auch nicht klarer.
Beim Strandspaziergang beobachten wir einen kleinen Hai, der ganz nah am Ufer entlang schwimmt und uns begleitet. Er lässt sich durch die aufschlagenden Wellen nicht beeinflussen und schwimmt in einer Sandrille den Strand entlang.


Wasserbungalows an der Nordseite der Insel


Babyhai direkt am Strand


Mittwoch, 2.3.2016

Es ist schönes Wetter heute und die Sonne scheint hell bis auf den Meeresgrund, als ich nach dem Frühstück schnorcheln gehe. Das Wasser ist sehr schön klar.


Weißer Sandstrand und kristallklares Wasser an der Ostseite der Insel

Am Nachmittag gehen wir in der Lagune schwimmen, die sich wegen des sandigen Untergrundes wunderbar zum Schwimmen eignet.


Weißer Sandstrand und türkisgrünes Wasser in der Schwimmlagune am Südende der Insel

Der Sonnenuntergang ist nicht so spektakulär wie in den letzten Tagen, weil die Sonne hinter den Wolken verschwindet. Aber der Himmel ist dann immer rot und rosa  gefärbt und es ergibt sich eine schöne Abendstimmung.
Das spanische Büffet am Abend ist wenig spanisch, wir hätten mindestens eine Paella erwartet. Sehr lecker sind allerdings die Saucen und Marinaden, denn die geben den faden Fischbällchen, Pasteten und Bratenscheiben erst etwas Geschmack.

Donnerstag, 3.3.2016

Heute sind wir eine Woche hier, die verflixt schnell vergangen ist. Ich frage bei der Rezeption nach, ob sie mir nicht ein Kreuzworträtsel ausdrucken können, das ich auf einem Memorystick gespeichert habe. Aber das wird abgelehnt, da es verboten ist, einen fremden Stick in eines der Geräte in der Rezeption zu stecken.
Es gelingt mir aber mit einem Trick, indem ich mir die Seite als E-mail Anhang schicke und die Adresse des Hotels mit der Zimmernummer angebe. Die Rezeption druckt es aus und ich bekomme es in den Bungalow gebracht bzw. kann es an der Rezeption abholen.
Den Nachmittag verbringen wir auf der Liege am Strand. Da Schleierwolken die Sonne verdecken, kommt die Sonne nicht so stark durch und es ist nicht so heiß.
Ich stelle auch fest, das der WLAN-Empfang an der linken Seite der Hauptbar deutlich besser ist als in der Rezeption und hole mir meine E.mails jetzt immer dort ab.
Abends wird ein Tex-Mex-Büffet angeboten, das ganz ordentlich ist. Die Saucen und Salsas sind gut, die Chutneys auch. Aber eine Fajita fehlt und die Nachos aus der Tüte sind alle zerbröselt. Lecker sind die Maiskolben mit Chipotle und die Chicken Yucatan Pfanne.

Freitag, 4.3.2016

Es ist blauer Himmel beim Frühstück und wir machen einen Walk um die Insel. Beim Schnorcheln versuche ich heute, große Fische zu fotografieren.
Auf die Happy Hour verzichten wir heute, sondern machen stattdessen von 18:00 - 20:00 Uhr eine Sunset Tour mit dem Dhoni. Die Kosten von US$ 25 sind für AI-Gäste inbegriffen. Die Fahrt geht nach Westen ins Baa Atoll bis zur Insel Amillafushi. Der Sonnenuntergang sieht aber dort nicht anders aus als bei uns auf der Insel. Außerdem verschwindet die Sonne unter einer milchigen Wolkendecke. Zum Schluss muss der Schiffsführer richtig Gas geben, weil es dunkel wird. Ein Wasserflugzeug steht noch am Ponton und hat neue Gäste gebracht.
Kurz vor 20:00 Uhr sind wir zurück und beeilen uns, zum Indischen Büffet zu kommen, das es im Hauptrestaurant gibt. Das ist nicht überragend, aber die Salate sind schmackhaft. Besonders gut gefällt uns ein Salat mit rohen und gebratenen Zwiebeln und ein scharfer Ananassalat mit Zwiebeln, Chili, Hiling und Mangosauce. Unserem Ober geben wir den dritten Fünfer und hoffen, dass wir weiter bevorzugt werden.
Am Abend sortiere ich meine Fotos. Mit der Digitalkamera fotografiert man übermäßig viel und wirft zu wenig weg. Von den 600 Fotos lösche ich jetzt erstmal 300.

Samstag, 5.3.2016

Beim Frühstück ist wieder schönes Wetter, aber die Kellner machen kein freundliches, sondern nur ein unbeteiligtes Gesicht. Es fällt auf, dass ein Lächeln und eine Begrüßung fehlen. Erst wenn ich grüße, kommt ein Gruß zurück. Beim Kaffee-Einschenken wird zuerst der Mann bedient, danach erst die Frau.
Beim Schnorcheln ist das Wasser trübe und nach dem Mittagessen machen wir uns fertig für einen Besuch auf den Nachbarinseln Kamadhoo und Kihaadhoo.
Gegen 14:30 Uhr fahren wir ab und sind eine halbe Stunde später an Amillafushi vorbei kurz vor der kleinen Insel Kihaadhoo, auf der etwa 300 einheimische Maldiver wohnen.

Im Unterschied zu den Touristeninseln stellen wir fest, dass wir hier in einen richtigen kleinen Hafen einlaufen mit gemauertem Kai und Anlegestellen für die Fischerboote.
Die Straßen sind natürlich nicht asphaltiert, sondern bestehen aus Sand. Alle Leute bewegen sich barfuß auf der Insel. Die Wände der Häuser sind größtenteils aus versteinerten Korallen gebaut und sehr luftdurchlässig; das schafft ein angenehmes Klima im Innenraum.
Die meisten Häuser werden jedoch aus einfachen Zementbausteinen errichtet und sind noch nicht fertig. Zur Miete wohnt keiner hier, sondern man muss heiraten und bekommt dann ein Grundstück auf der Insel zugewiesen. Dort fängt man an zu bauen und erweitert das Haus anschließend immer ein Stück weiter. Die Männer arbeiten meist in den Resorts auf den Nachbarinseln und die Frauen verdienen sich Geld durch das Flechten von Matten aus Palmblättern für die Belegung der Dächer. Das sehen wir auch, wenn wir durch die Inselstraßen spazieren. Schaut man in ein Haus hinein, sieht man die Männer auf dem Bett liegen, wobei sie sich mit dem Smartphone beschäftigen, fernsehen oder Musik aus einer Stereoanlage hören. Das sind natürlich auch die begehrtesten Einrichtungsgegenstände.
Ansonsten ist die Einrichtung der Häuser sehr spartanisch, wenn nicht ärmlich, obwohl es allen durch die Arbeit in den Hotels ziemlich gut geht. Trotzdem könnte es allen noch viel besser gehen, wenn die Regierung nicht so korrupt wäre und das Einkommen von den jährlichen 1 Mill. Touristen besser verteilen würde. Der Präsident ist der Halbbruder des früheren Diktators, der das Land 40 Jahre lang regiert hat. Er ist nicht nur Präsident, sondern auch Finanzminister, Verteidigungsminister, Außen- Justizminister - hat also ungeheure Machtbefugnisse.
Unter den 300 Einwohnern der Insel sind 60 Kinder, die in die Dorfschule gehen, die wir besuchen. Hier ein kleines Fotoalbum vom Besuch in der Schule:
.

Die Schule in Kihaadhoo

In der Schule werden 60 Kinder von der 1. bis 10. Klasse unterrichtet.

Wir erfahren, dass die Scheidungsrate auf den Malediven unheimlich hoch ist und dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn 20jährige schon zweimal verheiratet waren. Das liegt an der eigenwilligen Interpretation vom sunnitischen Islam, zu dem die Malediven zu 100 % gehören. Ein Mann braucht zu einer Frau nur 3 mal zu sagen: "Ich verstoße dich" und wird geschieden. Nach der Scheidung muss er noch ein halbes Jahr für die Frau sorgen, dann ist alles erledigt und er kann wieder heiraten. Die Frau kann sich nicht so leicht scheiden lassen, sondern muss gewichtige Gründe für die Trennung anführen. Ehebruch gibt es sowieso nur bei Frauen, nicht bei Männern.


Haus mit Garten auf der Insel Kihaadhoo

Wir spazieren durch die Dorfstraßen und laufen an verschiedenen Häusern entlang. Die Frauen legen Früchte und Fische zum Trocknen auf Wellblechplatten aus. Jedes Haus hat eine Satellitenantenne. Das Wasser wird entweder in großen Behältern aufgefangen oder kommt als Trinkwasser von den Resort-Inseln, die alle eine eigene Wasserentsalzungsanlage besitzen. Die Stromversorgung auf der Insel wird durch einen großen Generator sichergestellt, der mit Diesel betrieben wird. Zu jedem Haus gehört ein kleiner Garten, der ähnlich wie auf dem nebenstehenden Bild aussieht. Meist werden Gurken, Melonen und Papayas angebaut, manchmal auch eine spezielle Art von Kartoffeln.
Drei Stunden später geht es weiter zu einer anderen Insel. Sie heißt Kamadhoo und wird von ca. 600 Maldivern bewohnt. Sie ist nicht weit weg von der Touristeninsel Landaa Giraavaru, auf der sich das Four Seasons Resort befindet.
Deshalb arbeiten auch die meisten Bewohner in diesem Resort. Dort kosten die Bungalows für die Touristen 1000 Euro und mehr pro Nacht, sodass die Trinkgelder für die Bediensteten großzügig ausfallen und das Einkommen der Maldiver sehr hoch ist. Das merkt man schon bei der Einfahrt in den Hafen dieser Insel, der sehr viel besser befestigt ist und in dem ein reger Verkehr herrscht.

Die gelbe Fahne ist das Wahrzeichen der Oppositions- Partei, die hier mit vielen Mitgliedern stark vertreten ist.
Die Fahnen finden wir auch auf der Dorfstraße vor dem Parteizentrum der MDP wieder.

Vor den Häusern stehen die typischen Liegestühle als Drahtgestell mit Netzgeflecht
Die Kinder spielen fröhlich auf der Straße; von den 500 Einwohnern der Insel sind 92 Kinder. Vor der Parteizentrale hat man eine Public-Viewing Leinwand eingerichtet, damit alle die Fußballspiele verfolgen können. Fußball ist die große Leidenschaft der Maldiver.
Den Reichtum der Insel erkennt man daran, dass die Häuser stabiler sind und einen farbigen Anstrich haben. Wir besuchen auch die Schule. Die Stundenpläne, die Fächer und die persönlichen Daten sind für alle zugänglich und sind draußen angeschlagen..
Das Hauptverkehrsmittel auf der Insel ist die Schubkarre. Mit ihr kann man alles transportieren. Manche jungen Männer haben ein Moped, wobei wir uns fragen, was man auf dieser kleinen Insel mit einem Moped soll. Aber wahrscheinlich ist das eine Prestigefrage.

Bei der Rückfahrt zu unserer Insel erkennen wir jetzt auch von weitem Reethi Beach und können Fonimagoodhool von anderen Inseln unterscheiden.
Zum Abendessen gibt es heute ein Grill-Büffet mit vielen schmackhaften Salaten und Saucen.

Sonntag, 6.3.2016

Nachts war es ein bisschen bedeckt, aber am Morgen scheint wieder die Sonne und es ist sehr heiß, weil wenig Wind weht. Beim Schnorcheln sehe ich viele bunte Fische, aber alles Arten, die ich schon öfter beobachtet habe.

Ich komme zu dem Schluss, dass ich mich durch die Kataloge der Reiseveranstalter habe täuschen lassen: Alle sprachen davon, dass der große Vorteil dieser Insel darin liege, dass das Hausriff nur 50-80 m entfernt sei und dass dadurch brillante Möglichkeiten für Schnorchler gegeben seien. Für All-Inclusive-Gäste ist pro Tag eine geführte Tour am Hausriff inbegriffen. Außerdem könne man bei Ebbe und Flut gut schwimmen. Die Möglichkeiten zum Schwimmen sind durch die Lagune am Südwestende in der Tat sehr schön. Es wurde aber nirgendwo erwähnt, dass das Riff ziemlich tot und langweilig ist. Die geführte Tour am Hausriff ebenfalls. Wer also auf die Malediven fahren will, um zu schnorcheln, wählt besser eine andere Insel, denn interessante oder aufregende Fischbeobachtungen kommen nur dann zustande, wenn man an einer der Fahrten teilnimmt, die vom "Sea-Explorer" angeboten werden. Diese führen zu verschiedenen Riffen in der Umgebung und müssen teuer bezahlt werden. Wer aber bereit ist, für jede  Schnorcheltour 50 Dollar auszugeben, dem kann ich Reethi Beach durchaus empfehlen, denn mich haben die Preise erst einmal abgeschreckt:


Auf der Insel gibt es neben dem Wassersportzentrum einen komfortablen "Sea-Explorer", das ist ein eigener Servicebereich, der in englischer und deutscher Sprache alle Interessenten vorbildlich betreut, aber auch seinen Preis fordert. Für jeden Schnorchelausflug muss man pro Person 50 Dollar hinblättern.
Stolze Preise für Tauchkurse: Dazu kommen noch 23,2% für Steuern und Service! Dive-Spots gibt es genug: 80 Tauchgründe in einer Entfernung von 10 bis 70 Minuten mit dem Boot. Wer Spaß daran hat, kann hier viel Geld loswerden.
Nachmittags kommen viele neue Gäste an. Es ist unheimlich heiß und man kann es nicht am Strand aushalten. Wir flüchten uns unter den Schatten der Bäume. Meine Frau legt sich in den Liegestuhl auf der Terrasse, ich mache mir es mit Hilfe der Polsterauflagen auf der Hollywoodschaukel gemütlich.
Bei meinem Rundgang über die Insel beobachte ich das Verladen der Lebensmittel, als am Schiffsanleger die Dhonis mit dem Nachschub ankommen. Aber auch der Abtransport des Mülls ist ein Problem. Jeden Nachmittag müssen drei Karren davon auf das Schiff geladen werden. Der gesamte Müll wird auf die Insel Thilafushi gebracht und dort verbrannt bzw. verkippt. Das sind pro Tag von allen Inseln zusammen insgesamt ca. 400 Tonnen.
Davon wächst die Insel täglich um 1m² und ist inzwischen so groß geworden, dass man Fabriken und Industrie dort angesiedelt hat.
Ein Riesenproblem ist der Müll dennoch, weil die meisten darin enthaltenen Wertstoffe gar nicht recycelt werden, sondern einfach verklappt werden. Dadurch kommen Aluminium, Quecksilber und andere Metalle wieder ins Wasser und verursachen das Absterben von Fischen. Eine trauriger Kreislauf, den der Tourismus verursacht.


Montag, 7.3.2016

An unserem letzten Tag in Reethi Beach schaue ich mir noch einmal bei einem Rundgang sämtliche Bungalows und ihre Lage genauer an, um für einen weiteren Besuch die beste Lage zu ermitteln. Ich komme zu dem Schluss, dass die Villen von 142-154 die besten sind, weil sie wegen ihrer Lage am Nordwesten noch ein bisschen Wind von der Nordseite abbekommen. Allerdings ist das auch abhängig von der Jahreszeit - je nachdem, aus welcher Himmelsrichtung der Monsun weht.


An der Beach-Bar sammeln sich jeden Abend nach 19:00 Uhr (Reethi-Zeit) viele Gäste, um den Sonnenuntergang mitzuerleben. Der ist wunderschön.
Im Souvenirshop suche ich mir ein handgemaltes T-Shirt von den Malediven mit einem Manta auf der Vorderseite aus. Das wird zwar im Sonderangebot mit 20% Rabatt angeboten, aber mit Steuer und Service komme ich trotzdem auf 45 Dollar. Ziemlich teuer, finde ich, aber schließlich will man ja ein Andenken haben...
Am Abend werden wir noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Danach gehen wir zur Rezeption und erkundigen uns nach der Abfahrtszeit für unser Boot, das uns zum Flughafen bringen soll. Alles ist von der Gästebetreuung perfekt organisiert: Unsere Koffer werden um 11:30 Uhr abgeholt und unser Boot soll um 12:30 Uhr ablegen.
Abends gibt es ein sehr ordentliches "Französisches Büffet" mit Ratatouille, Boeuf Bourgignon, Muschelsuppe und Salade Nicoise. Dazu sogar einige Käsesorten. Mit dem passenden Wein dazu ein echter Genuss!


Sonnenuntergang in Reethi Beach


Dienstag, 8.3.2016

Abreisetag. Wir sitzen um 8:00 Uhr beim Frühstücksbüffet. Zum ersten Mal lasse ich mir vom Kellner Spiegeleier bringen, weil ich auf dem Büffet vernünftig gebratenen Frühstücksspeck entdeckt habe. Deshalb gibt es heute ein amerikanisches Frühstück.
Auf der ganzen Insel wird heute gegen Insekten gesprüht. Auf den Wegen stehen schon überall Warnschilder und der Biologe steht mit einem langen Schlauch und einer 3m langen Spritze in den Büschen.

Um 12:30 Uhr kommen neue Gäste an und Maria informiert uns, dass das Hotel nun wieder ausgebucht ist. Um 12:45 Uhr werden wir zum Bootsanleger begleitet und fahren zusammen mit einem anderen Pärchen zum Ponton, wo um 13:00 Uhr das Wasserflugzeug starten soll. Alles funktioniert sehr pünktlich.

Am Ponton wartet schon die Maschine mit den beiden Piloten, die diesmal keine kurzen Hosen tragen. Wir erfahren, dass wir zuerst noch zur Landeplattform des Four Seasons Resorts auf der Insel Landaa Giravaaru fliegen, um dort zwei Passagiere an Bord zu nehmen.

Es kommt auch schnell ein Boot vom Four Seasons mit zwei Japanern, die zu uns in das Wasserflugzeug steigen. Bei der Zwischenlandung
blicken wir sehnsüchtig auf die Insel Landaa Giravaaru mit dem tollen Four Seasons Resort und sind ganz neidisch, weil wir uns nämlich in der Zwischenzeit im Internet einmal das Hotel angesehen haben, das wir uns wegen der hohen Übernachtungspreise leider nicht leisten können, denn für 14 Tage muss man für den Luxus dort schon etwa 15 000 Euro pro Person auf den Tisch legen.

Eine Stunde später liegt der Flughafen von Male unter uns und wir landen im Wasserflugzeug - Terminal. Das liegt auf rechten Seite des nachfolgenden Bildes, wo auch der Tower zu sehen ist.

Wir brauchen nicht lange zu warten, dann ist schon ein Shuttlebus zur Stelle, der uns zum Airport-Terminal bringt. Direkt vor unserem Ankunftsplatz stehen schon unsere Koffer und daneben ein Boy mit einem Schild "Summerisland". Er führt uns direkt zur Anlegestelle des Speedboats, das uns zur Insel bringen soll. Dazu kommen noch zwei Pärchen aus einem Flugzeug, sodass wir insgesamt 6 Personen, 5 Bedienstete und 3 Leute von der Crew sind, die zur Insel  Insel Ziayaaraifushi starten, wo wir die nächsten beiden Wochen verbringen wollen.

Meinen Reisebericht von Summerisland Village können Sie auf der folgenden Webseite lesen:

Reisebericht Malediven - Summerisland Village auf Ziyaaraifushi

Weitere Hinweise:

Vielleicht haben Sie ja noch Lust, andere Reiseberichte von mir zu lesen? Dann schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

BALKN005.GIF (1641 Byte)BALKN005.GIF (1641 Byte)

  * * * * * *