Reisebericht: Urlaub in Sansibar
- Badeurlaub  in Nungwi im Hotel Diamonds La Gemma dell´Est -

Wenn man den Namen Sansibar hört, so klingt das nach Seeräubergeschichten und einer exotischen Insel im Indischen Ozean. So ging uns das auch, als wir uns das erste Mal im April 2015 mit dem Gedanken befassten,  dort unseren Urlaub zu verbringen.

Nachdem wir einige Reisekataloge gewälzt und uns im Internet informiert hatten, stand unser Entschluss fest: Wir fliegen dorthin! Zunächst einmal musste die beste Reisezeit ausgesucht werden - nach Auswertung der Klimatabellen waren das die Monate Januar/Februar und Juni/ Juli. Danach kamen unsere besonderen Wünsche: Wir wollten unbedingt einen schönen Strand ohne Mücken haben, an dem man sowohl bei Ebbe als auch bei Flut gut schwimmen kann. Wir hatten nämlich in Mauritius und auf den Seychellen schlechte Erfahrungen damit gemacht. In beiden Fällen war der Strand wunderschön zum Spazierengehen, aber eben nicht zum Schwimmen, weil das Wasser zu flach war.
Vor allem musste das passende Hotel am passenden Ort gefunden werden. Hotels gab es in Sansibar mehr als genug und alle großen Reiseveranstalter boten eine sehr gute Auswahl davon an. Hilfreich waren die Bewertungen von Holidaycheck und vom Tripadvisor, aus denen sich eindeutig ergab, dass die Gegend um Nungwi an der Nordspitze der Insel die beste Wahl sein würde. Also suchten wir uns dort ein Hotel aus; unsere Wahl fiel auf das Diamonds  La Gemma dell´ Est.


Für die 6900 km von Frankfurt nach Sansibar benötigt man mindestens 9 Stunden Flugzeit.

Das nächste Problem war der Flug nach Sansibar. Im Internet wurde uns die Oman Air als günstigste Lösung empfohlen.
Andere hatten Vorschläge für die Flüge mit Emirates, Etihad, Qatar oder Ethiopian Airlines. Die Preise lagen fast alle um die 780 Euros. Wenn man sich aber die Flugdauer anschaut, so ist die Condor unschlagbar, denn sie fliegt von Frankfurt nach Sansibar im Direktflug - und wenn man sich die richtigen Zeiten aussucht, sogar zum Schnäppchenpreis für unter 700 Euro!
Damit war unsere Entscheidung klar: Wir buchten alles im Internet und dazu noch ein Taxi, das uns vom Flughafen zu unserem Hotel nach Nungwi bringen sollte.

Dienstag, 9.6. 2015

Um 21:00 hebt unsere Boeing 767-300 von Condor in Frankfurt ab und nach total ruhigem Flug landen wir 9 1/2 Stunden später in Sansibar.

Mittwoch, 10.6.2015

Hier ist es jetzt 6:20 Uhr Ortszeit, also eine Stunde später als bei uns zu Hause. Die Besatzung wechselt für einen Weiterflug nach Mombasa. Alle Passagiere, die dorthin weiterfliegen, sollen im Flugzeug sitzen bleiben. Wir steigen aus und hören noch die Durchsage, dass die Regierung eine Anti-Korruptions-kampagne macht und darauf hinweist, dass die Benutzung der Toiletten und die Gepäckwächter kostenlos sind.
Unser erster Gang führt zum Visum-Schalter, wo wir erst einmal für jeden 50 Dollar berappen müssen. Wir sind erstaunt, dass so viele Leute hier ausgestiegen sind - der ganze Raum vor den beiden Einreiseschaltern steht voll. Da wir ziemlich vorn in der Schlange stehen, sind wir relativ schnell fertig und müssen unsere Fingerabdrücke und ein elektronisches


Das Terminal vom Flughafen Sansibar. Jetzt begreifen wir, dass der Name
der Insel mit "Z" geschrieben wird, das wie ein weiches "S" ausgesprochen wird.
Foto hinterlassen, bevor wir uns der Gepäckausgabe zuwenden können. Ein Gepäckband gibt es nicht, sondern die Koffer werden einzeln auf die Rampe gestellt und jeder holt sich seinen, wenn der zu sehen ist. Das ist ziemlich chaotisch. Glücklicherweise  sind unsere beiden schnell da und hinter uns winkt uns schon heftig ein kopftuchverhangenes schwarzes Gesicht hinter dem Wechselstubenschalter heran. Auf die Devisen scheint man scharf zu sein - wir spazieren hin und bekommen für 100 Euro 220 000 Tansania Schillinge. Der Kurs von 1:2200 ist aber in Ordnung, denn im Internet wird uns derselbe Betrag angegeben. Wir lernen unsere ersten Wörter auf Kiswahili: "Asante sana" (= Vielen Dank).

In der Ankunftshalle des Flughafens warten 30 dunkelhäutige ernst blickende Männer mit gedruckten oder primitiv gemalten Schildern, auf denen die Namen der ankommenden Gäste stehen. Erst nach einigem Suchen finden wir draußen unseren Taxifahrer. Er führt uns zu einem Minivan, in dem schon zwei deutsche Mädels sitzen, die ebenfalls zum Hotel La Gemma dell´Est fahren. Taxifahrer bieten natürlich auch ihre Dienste an. Wie auf allen Flughäfen dieser Welt, sind die angegebenen Preise horrent und völlig illusorisch. Ein Verhandlungsgespräch lässt den Preis um ein Drittel sinken. Verhandeln gehört in Sansibar dazu und das sollte man beherzigen.
Unser Fahrer spricht etwas Englisch und wir erfahren die ersten Einzelheiten über die Insel. Es wird hier Kisuaheli  gesprochen, in der Sprache der Einheimischen "Kiswahili". Das lernen alle Kinder in der Schule. Die Sprache wird von fast 90 Millionen Menschen an der afrikanischen Ostküste gesprochen; sie ist Amtssprache in Tansania und wird in Kenia und dem südlichen Somalia verstanden. Man kann sich sogar in Ruanda, Uganda und Sambia damit verständigen. Man begrüßt sich mit "Jambo", wobei das "J" wie "Dj" ausgesprochen wird. Der Ausdruck entspricht dem deutschen "Hallo" oder dem amerikanischen "Hi". Um 7:00 Uhr fahren wir los.
Nachdem wir aus dem Flughafengelände heraus sind, begegnet uns die raue Wirklichkeit der Insel: Es ist früh am Morgen und alle sind auf dem Weg zur Arbeit: Zu Fuß, mit Fahrrädern oder mit dem Bus. "Bus" heißt auf Kiswahili "basi". Die Fahrt von Stonetown nach Nungwi


Der fahrplanmäßige Bus von Stonetown nach Mkokotoni wird beladen.

gibt unser Fahrer für die 60 km mit etwa einer Stunde und 15 Minuten an. Mit dem Taxi kostet das zwischen 60 und 80 Dollar, mit dem Bus nur etwa einen Dollar. Dafür muss man dann aber eine Zeit von etwa 4-5 Stunden einrechnen, denn der Bus hält in jedem kleinen Dorf und an jeder Haltestelle.
Das erleben wir dann eine dreiviertel Stunde später in dem Ort Mkokotoni. Offiziell dürfen 23 Fahrgäste in den Minibus einsteigen, in Wirklichkeit sind es immer mehr. Allerdings stehen an der Landstraße oft Polizeiposten, die die Busse anhalten und das kontrollieren.  Viele Sansibari fahren aber nicht mit den Linienbussen, sondern mit einem "Daladala", das ist ein Sammelbus, wie er in vielen orientalischen Ländern gebräuchlich ist. Er fährt eben nur ab, wenn sich genug Fahrgäste eingefunden haben und hält immer dort, wo ein Fahrgast aussteigen will.


"Daladala"-Sammelbus, der erst abfährt, wenn genügend
Fahrgäste vorhanden sind und dann überall
 auf Wunsch hält. Der Schaffner steht hinten auf der Plattform.

Auf der nachfolgenden Karte sieht man, dass der Ort Mkokotoni schon ziemlich weit im Norden an der Westküste liegt. Von dort bis nach Nungwi ist es nicht mehr weit. Wir fahren allerdings nicht ganz bis dorthin, sondern biegen kurz vorher ab zum Hotel La Gemma dell ´Est, das auf der Karte mit der Nummer 3 gekennzeichnet ist.
Die Karte haben wir von den Tour-Veranstaltern bekommen, die die Ausflüge auf der Insel organisieren und  in jedem Hotel vertreten sind. Sie bietet einen guten Überblick und zeigt, dass Nungwi im Norden gar nicht mit so vielen Hotels vollgestopft ist, wie überall behauptet wird. Sansibars Einkünfte kommen heute vom Tourismus, denn der Gewürzhandel wirft aufgrund der niedrigen Preise bei weitem nicht mehr so viel Geld ab wie früher. 1 1/2 Millionen Menschen wohnen hier, wobei es mehr als 50 Inseln sind, die dazu gehören.

Die beiden großen Inseln heißen Unguja und Pemba. Die Bevölkerung ist sehr arm und lebt vom Fischfang und der Landwirtschaft, denn aufgrund der ungeheuren Korruption versinkt das Geld aus dem Tourismus und dem Handel in den unergründlichen Taschen irgendwelcher Beamten, Politiker oder Firmen. Eine große Scheibe von dem Kuchen schneidet sich noch das Festland Tansania ab, denn der Inselstaat Sansibar ist eine teilautonome Republik von Tansania.
Auf unserer Fahrt nach Norden sind wir zunächst schockiert von der Armut, die uns links und rechts der Straße aus den Dörfern entgegenblickt. Es sieht zwar nicht ganz so schlimm aus wie in Indien, aber deutlich ärmer als in der Karibik. Nur die Hauptstraßen sind asphaltiert, der Rest sind Feldwege. Das ist auch


Nebenstraße in Mkokotoni

der Fall, wenn man wenige Meter neben der Hauptstraße in eine Tankstelle einbiegen will: Eine Sandpiste führt zu den Zapfsäulen und alles sieht sehr spartanisch aus, ein überdachtes Gebäude gibt es nicht und im Innern ist  auch keine Verkaufstheke. Für einen Liter Benzin muss man 1850 TSH (Tansanische Schillinge) bezahlen, das entspricht etwa 0,80 Euro. Für tansanische Verhältnisse ist das viel Geld und deshalb können sich auch nur wenige ein Auto oder einen Motorroller leisten. Die meisten Einwohner gehen zu Fuß zur Arbeit, einige fahren mit dem Fahrrad und die restlichen mit dem Daladala. Im Gegensatz zu Asien sieht man nur wenige mit dem Motorroller zur Arbeit fahren. Die Frauen müssen zu Hause bleiben, weil sie nach der muslimischen Vorstellung  draußen nichts zu suchen haben.


Tankstelle im Norden von Sansibar
Als wir schließlich zur Hotelanlage La Gemma dell´Est einbiegen, erwartet uns  eine völlig andere Welt. Sorgfältig gestutzte Hecken, eine gepflegte Gartenanlage, keine Frauen mit Kopftüchern und viele Security-Leute.

Wir werden nett begrüßt und zum Frühstück gebeten, weil das Zimmer noch nicht fertig ist. So trinken wir erst einmal in dem luftigen Restaurant einen Cappuccino. Inzwischen ist es 8:30 Uhr  und kurz darauf bekommen wir unseren Schlüssel und werden mit dem Golfcart zu unserem Zimmer Nr. 101 gefahren. Das ist das erste der unteren Reihenbungalows und befindet sich auf dem rechten Foto gleich links hinter der vorderen Hecke.
Alles ist sauber und ordentlich; wir sind zufrieden, räumen unsere Sachen ein und legen uns erst einmal auf eine Liege


La Gemma dell´Est: Blick vom Garten aufs Meer
am Strand. Der Himmel ist blau mit ein paar leichten Wölkchen. Dazu weht ein leichter Wind und freie Liegen gibt es genug in der Anlage. Der Sand ist fast weiß und fein wie Puderzucker. Das Meer ist türkisgrün und sauber bis auf ein paar kleine Seegrasbrocken, die darauf schwimmen. Unter den Palmen und Sonnendächern gibt es genug schattige Plätzchen, sodass die Temperatur sehr angenehm ist. Wir merken, dass wir in der Nacht nur wenig geschlafen haben und holen einiges nach. Gegen Mittag meldet sich der leere Magen und wir essen einen Happen im Strandrestaurant. Kellner und Angestellte sind äußerst freundlich. Alle werden mit "Jambo" begrüßt und wir lernen die beiden wichtigsten Ausdrücke für einen Strandurlaub auf Sansibar: "Pole pole" = Immer mit der Ruhe! und "Hakuna matata" = Kein Problem!


Unser Zimmer Nr. 110 vorn links mit verspiegelten Scheiben, damit man von außen nicht hineinschauen kann.

Hier ein paar Fotos vom Strand am Hotel:
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Strand vor dem Hotel La Gemma dell´Est

Bei Flut kommen die Wellen bis an die Uferbefestigung heran.

Zum Sonnenuntergang machen wir eine Happy Hour an der Sunsetbar mit einem Mojito und einer Passionfruit-Colada. Die Drinks sind hervorragend. Das Abendessen wird in Büffetform im Restaurant serviert. Dazu spielt eine Band afrikanische Rhythmen. Als wir in unser Zimmer zurückkommen, hat unser Zimmermädchen Twiwalu den Moskitovorhang um das Bett gelegt und alles malerisch drapiert. Es ist ohne Klimaanlage sehr angenehm und wir schlafen darunter wunderbar.

Donnerstag, 11.6.2015

Ein wunderschöner blauer Himmel begrüßt uns beim Aufstehen. Das Frühstücksbüffet ist gut besucht und sehr ordentlich. Ein frischer Wind durchzieht das große runde Restaurant und bestätigt uns, dass Juni und Juli die beste Reisezeit für Sansibar sind. Inzwischen hat Twiwalu unser Zimmer in Arbeit und schön hergerichtet. Frische Blüten von Bougainvilleas und Frangipanis schmücken unser Bett. Wir besuchen die Boutique und staunen über die Fantasiepreise, die für die Souvenirs und die Badesachen verlangt werden.
Auf dem Meer sind mehr Wellen als gestern und einige Schaumkronen zu sehen. Aber das Schwimmen in dem wunderbar warmen und klaren Wasser macht Spaß. Das kann ich auch für den großen Meerwasserpool bestätigen, der mit einer kräftigen Jetstreamanlage ausgestattet ist.

Am Nachmittag lässt der Wind nach und und die Sonne scheint nicht mehr so stark durch die Schleierwolken. Das gefällt uns sehr, denn man muss sich erst einmal an die Sonne gewöhnen. Zum Sonnenuntergang setzen wir uns in die Sunsetbar und beobachten die Fischschwärme. Es sind nur wenige Gäste hier, die sich den spektakulären Sonnenuntergang anschauen:

Die Sonnenuntergänge sind fantastisch und es ist sehr romantisch, bei einem guten Drink den Fischern zuzuschauen, die mit ihren Booten vorbeifahren und die Netze auslegen oder einholen.
Am Abend wird vom Hotel ein afrikanisches Büffet im African Village veranstaltet - das ist ein Bereich innerhalb der Hotelanlage, der speziell für solche Zwecke mit einer Show-Bühne und Zuschauerbänken ausgestattet wurde. Alles ist mit viel Aufwand schön dekoriert worden und der Service ist ausgezeichnet.

Die Massai haben ihre Schnitzereien und Kunsthandwerke zum Verkauf ausgelegt.


Es gibt afrikanische Spezialitäten, die alle sehr appetitlich aussehen.

Das Speisenangebot ist afrikanisch und nicht so beeindruckend. Lecker sind die Teigtaschen, die an der Backstation hergestellt werden. Leider geht das ziemlich langsam (pole pole), sodass man lange darauf warten muss. Eine Band spielt afrikanische Rhythmen und die Massai führen  ihre Tänze auf.
               Die Massai führen ihren Tanz auf, bei dem Einzelne hoch und höher springen.
Wir probieren alle 4 angebotenen einheimischen Biersorten (Tusker, Serengeti, Safari und Kilimanjaro). Eigentlich schmecken sie alle, wenn sie gut gekühlt serviert werden. Aber Kilimanjaro finden wir am besten.
In der Nacht sind wir von dem fantastischen Sternenhimmel begeistert. Man muss sich aber erst einmal mit dem südlichen Sternenhimmel vertraut machen, denn der Große Wagen steht auf dem Kopf und der Polarstern ist nicht zu sehen, weil er unter dem Horizont liegt. Dafür leuchtet aber das Kreuz des Südens mitten in der Galaxis.

Die nächsten Tage faulenzen wir am Strand; denn die Hotelanlage gefällt uns. Es sind so viele Liegen vorhanden, dass keiner auf die Idee kommt, eine zu reservieren. Und solch ein All-Inklusive-Leben ist schon eine feine Sache. Wenn Sie mehr über das Hotel wissen wollen, schauen Sie sich meine Beurteilung bei Holidaycheck und im Tripadvisor an. Das Wetter ist fantastisch und wir haben nichts zu meckern.

Dienstag, 16.6.2015

Wir werden jetzt immer zum Frühstück freundlich begrüßt, nachdem wir gelernt haben, dass "Habari za asubuhi" "Guten Morgen" bedeutet und wir versuchen, einige Brocken Kiswahili anzuwenden. Das haben die Sansibari gern, denn sie sind sehr gesprächsfreudig und freuen sich darüber, wenn einer versucht, ihre Sprache zu lernen.
Der kilometerlange Strand lädt bei Ebbe zum Spazierengehen ein und wir erkundigen uns nach Ausflügen in die Umgebung. Die Anbieter am Strand sind zwar preisgünstig, aber sprechen schlecht Englisch und können unsere Forderungen nach einem Deutsch sprechenden Sansibari nicht erfüllen, der uns nach Stonetown fahren und uns die Stadt zeigen soll.
So buchen wir schließlich bei Xperience Tours einen Halbtagsausflug nach Stonetown, der aber 95 Dollar pro Person kostet. Die Preise hier sind happig. Ein Vertreter der Serena Hotelkette schlägt uns einen 2-Tage-Safari-Trip mit Übernachtung in Tansania vor, der 1000 Dollar pro Person kosten soll. Im Übrigen stellen wir fest, dass viele Gäste nach einer Safari in Tansania hier einige Tage Strandurlaub als Verlängerung gebucht haben.

Mittwoch, 17.6. 2015

Pünktlich um 14:00 Uhr erscheint unser Minibus von Xperience Tours mit 2 Mohameds. Beide heißen so: Der eine ist der Fahrer und der andere der Reiseleiter. Er ist jung und spricht ein sehr schlechtes Deutsch, was wir aber erst unterwegs feststellen, denn die Begrüßungsfloskeln und die persönliche Vorstellung hat er ganz flüssig über die Lippen gebracht. Sein afrikanisches Englisch ist auch nicht viel besser.


Plattenbauten, die von von ehemaligen DDR-Architekten errichtet wurden

Bei bedecktem Himmel fahren wir über die Landstraße nach Stonetown. Unterwegs treffen sogar ein paar Regentropfen die Windschutzscheibe. Aber dann klart es doch ein wenig auf und die Sonne scheint wieder.
Die Hauptstadt von Sansibar hat 250 000 Einwohner und hat ihren Namen dadurch, dass hier im 19. Jahrhundert schon sehr viele Häuser aus Korallen- Kalkstein gebaut wurde. Als wir durch den Stadtteil Michenzani fahren, weist uns unser Guide auf die Häuser hin, die von deutschen Architekten gebaut wurden. Wir sind sehr erstaunt über diese grauen Steinkästen und können es gar nicht glauben. Aber es waren in der Tat Architekten aus der ehemaligen DDR, die in den 70er Jahren solche Plattenbauten hier erstellten. Ein Stück weiter halten wir am ehemaligen Sklavenmarkt und gehen von dort aus weiter zu Fuß durch die Altstadt.

Seit dem Jahre 2000 gehört das historische Zentrum zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier einige Bilder von unserem Rundgang:
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Denkmal am ehemaligen Sklavenmarkt in Stonetown

Die schwedische Bildhauerin Clara Sörnäs hat eine Skulptur aus Beton geschaffen, die 1998 aufgestellt wurde und an die Zeit des Sklavenhandels erinnern soll.

Wir spazieren zur nahe gelegenen Anglikanischen Kathedrale, die aber renoviert wird und mit Gerüsten und weißem Kalkstaub belegt ist. Zu sehen gibt es nichts. Da ist die Benjamin Mkapa Road und der Darajani Markt schon interessanter.
Beim Gang über den Markt und die anliegenden Straßen stellen wir fest, dass das Angebot ziemlich begrenzt ist und sich auf den täglichen Bedarf der Sansibaris bezieht. Viele Händler breiten einfach ihre Waren auf der Straße aus oder stehen vor ihrem Karren, mit dem sie ihr Verkaufsangebot mitgebracht haben. Oft ist das auch nur ein Fahrrad.


Händler auf der Benjamin Mkapa Road in Stonetown


Souvenirladen in der Altstadt

In jedem Fall ist alles sehr farbenfroh. Auf den Straßen werden alltägliche Gebrauchsgegenstände angeboten, die Souvenirläden enthalten die Gegenstände, die die Touristen aus einem afrikanischen Land mitnehmen wollen: Bunte Bilder mit stilisierten Massaikriegern, geschnitzte Masken, Halsketten, Lederartikel und Anhänger aller Art. Postkarten findet man selten und Briefmarken noch seltener. Handeln muss man natürlich, denn die Artikel haben wie alles hier keine Preisangaben.


Die Karte zeigt die Altstadt von Stonetown mit den Sehenswürdigkeiten und stammt von dem Souvenir-Emporium Memories of Zanzibar. Das ist der größte Souvenirladen von Sansibar gegenüber von der Post. Mit spektakulären Sehenswürdigkeiten hält es sich in Grenzen. Ein Rundgang durch die schmalen Gassen der Altstadt ist aber durchaus interessant. Außerdem kommt man dabei an vielen sehenswerten Fassaden aus dem vorigen Jahrhundert vorbei. Mit Hilfe der UNESCO-Gelder sind sie teilweise schon restauriert worden. Das betrifft auch die geschnitzten Holztüren, die für Sansibar typisch sind. Allein in der Altstadt gibt es 200 Hier einige Fotos davon:

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Altstadtgasse in Stonetown

In den schmalen Gassen ist kein Autoverkehr, fast nur Fußgänger sieht man dort; manchmal auch ein Fahrrad oder einen Motorroller.

Wir sind etwas traurig darüber, dass unser Führer Mohamed nicht nur schlecht Deutsch und Englisch spricht, sondern auch darüber, dass er wenig Ahnung hat. Er kennt sich nicht richtig aus, muss oft Leute  fragen und hat wenig Wissen über die Hintergrundgeschichten. Er zeigt uns zwar das Haus von Tippu Tip und sagt, dass dies das Wohnhaus von einem Sklavenhändler war. Erst aus dem Internet erfahren wir, welch schillernde Persönlichkeit dieser Mann gewesen war, dass er die Forschungsreisen der Europäer (z.B. David Livingstone oder Henry Morton Stanley) unterstützte und großen Einfluss auf die Ostafrikapolitik der Kolonialmächte um 1880 hatte.
Ohne Führer verläuft man sich aber leicht in den schmalen Gassen, denn es sind kaum Schilder vorhanden.
Die Persischen Bäder (Hamamni), die als weitere Sehenswürdigkeiten empfohlen werden, sind leider inzwischen  geschlossen, sodass wir nur die Inschrift an der Wand des Hauses studieren können. Sie ist in 6 verschiedenen Sprachen und Schriften verfasst und zitiert den Koran, Sure 33, Vers 33:

"Allah will gewiß nur den Makel von euch entfernen, ihr Angehörigen des Hauses, und euch völlig rein machen."


Inschrift am Persischen Bad

Wir könnten jetzt noch in das Palast Museum oder das "House of Wonders" gehen, das auch ein Museum ist. Es heißt so, weil dort der erste Fahrstuhl Sansibars installiert wurde. Das alte Zollhaus und das alte Fort wären ebenfalls eine Möglichkeit. Stattdessen trinken wir im Serena Hotel noch einen Kaffee und schauen aufs Meer, wo sich gerade die Sonne zum Untergang bereit macht. Hier könnte man sitzen bleiben und den Sonnenuntergang genießen. Der Bürgermeister sitzt mit zwei Politikern am Nebentisch, die Mohamed ehrfürchtig grüßt. Er schlägt uns noch einen Stopp am Hafen vor, wo die Jugendlichen jetzt von der Mole ins Wasser springen und Akrobatik vorführen.

Wir sehen zwar einige Kinder, die von den Kanonen oder vom Rand des Kais ins Wasser springen, aber interessant ist das nicht. Zum Sonnenuntergang spazieren jetzt viele Frauen mit ihren Kindern über die Promenade. Im Hintergrund ist das House of Wonders zu sehen. Viele Garküchen werden aufgebaut und das Angebot an Fischen, Krebsen und Fleischspießen sieht sehr appetitlich aus.
Eigentlich hätten wir Lust, hier noch etwas spazieren zu gehen und den Sonnenuntergang abzuwarten, aber Mohamed drängt uns zur Rückfahrt, weil er gern noch bei Tageslicht im Hotel ankommen möchte. Inzwischen staut sich der Verkehr auf der Mizingani Road und es dauert eine ganze Weile, bis wir aus der Stadt heraus sind und in Bubu ankommen, wo unser Führer Mohamed aussteigt, weil er dort zu Hause ist. Es wird schon dunkel, als wir uns durch den dichten Verkehr quälen und wir merken, wie gefährlich das Fahren bei Dunkelheit auf der Landstraße mit vielen unbeleuchteten Fahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern ist. Glücklicherweise weiß unser Fahrer, wo die Schlaglöcher sind und umrundet sie geschickt. Mit einem Leihwagen möchten wir hier nicht unterwegs sein!

Samstag, 20.6.2015

Der Himmel ist heute Morgen bedeckt und die Sonne kommt nur sporadisch durch die Wolken. Wir nutzen den Tag zu einem Spaziergang am Strand entlang. Bei Ebbe ist der kilometerlange weiße Sandstrand 30-50m breit, bei Flut reicht das Wasser bis an die ausgewaschenen Felsen aus Korallenkalkgestein. Hier unsere Beobachtungen:

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Strand vor dem Hideaway Hotel

Als wir uns das Hideaway Resort anschauen wollen, werden wir von der Security nicht hineingelassen. Die Wachleute weigern sich auch, uns zur Rezeption zu bringen, damit wir uns einen Prospekt holen können.

Wir stellen jedenfalls fest, dass uns der Strand vor dem La Gemma dell´Est am besten gefällt:


Montag, 22.6.2015

Heute sieht es nicht so gut aus mit dem Wetter. Bis zum Mittag regnet es. Erst am Nachmittag klart es etwas auf und es ist ziemlich kühl - wenn man bei 24°C diesen Ausdruck verwenden will. Am Abend ist der Himmel wieder wolkenlos und klar. Wir fotografieren nach dem Sonnenuntergang die beleuchtete Anlage mit dem Pool und der Sunsetbar.

Jeden Abend verwandelt sich nach Sonnenuntergang die Hotelanlage in eine romantische Farbenpracht.


Mittwoch, 24.6.2015

Um 9:00 Uhr starten wir unseren Ausflug zur Gewürzfarm. Der Minibus von Xperience Tours steht pünktlich mit Ismail als Reiseleiter und Mauil als Fahrer vor der Tür. Die Fremdsprachenkenntnisse von Ismail sind nicht viel besser als die von Mohamed von unserer vorigen Tour. Er spricht genau so schlecht Deutsch wie Englisch. Allerdings ist er etwas cleverer und weiß ein bisschen besser Bescheid. Er hat auch eine Landkarte mit und wir finden darauf unser Tagesziel: die Gewürzfarm Kizimbani, die 15 km nordöstlich von Stonetown liegt.
Als erstes weist er uns auf der Landstraße auf die "Kuhtaxis" hin. Da wir mit dem Begriff nichts anfangen können, erklärt er, dass man darunter einen einachsigen Karren versteht, der von einem Rind gezogen wird. Man kann sie für den Personen- oder Frachttransport mieten.


"Kuhtaxi" mit Fahrer, der neue Termine per Handy vereinbart


"Kuhtaxi", das lediglich 5 Moniereisen zur Baustelle bringt

In Mkokotoni halten wir auf dem Fischmarkt. Hier einige Fotos davon:
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Fischmarkt in Mkokotoni

Die Fischer präsentieren ihren Fang von der Nacht oder dem frühen Morgen. Das Angebot ist nicht berauschend. Alle Fischer schauen uns erwartungsvoll an, ob wir etwas kaufen, denn sonst ist keiner da, der etwas kaufen will.

Es sieht alles sehr primitiv aus; die Fischer sitzen auf der Betonmauer und unterhalten sich kaum. Sie warten einfach stumm auf einen Käufer. Irgendwie ist das bedrückend. Wir bahnen uns den Weg zwischen ihnen hindurch und und schauen uns die Fische an: ein Kingfisch, Teile von Thunfischen, aufgeschnittene Mantas, ein paar Krebse und kleine Fische, die wir auch an unserem Strand beobachtet haben. Es ist eine ärmlich Ausbeute. Ähnlich ist es auch mit dem Obst und Gemüse, das von den Bauern hier angeboten wird.
Wir biegen von der Hauptstraße ab und fahren über einen holprigen Feldweg zur Gewürzfarm. Unterwegs weisen schon einige Schilder auf andere Gewürzfarmen hin, aber wir erfahren von Ismail, dass alles hier in staatlicher Hand liegt und die Bauern keine Gewürze selbst verkaufen dürfen. Es wird zwar viel Schwarzhandel betrieben, weil in Kenia ein Kilo Gewürznelken deutlich besser zu verkaufen ist als hier, aber der wird bestraft.

Der Blick über das Armaturenbrett unseres Minibusses vermittelt ein realistisches Bild von den Straßen im Innern Sansibars: Die Hauptstraße ist asphaltiert, aber links und rechts ohne Begrenzung. Die nach links abbiegende Nebenstraße ist eine Schotterpiste.An der Straßenkreuzung ist eine Haltestelle, von der gerade der Daladala (Sammelbus) abfährt. Die Frauen warten auf einen anderen Bus, das Kuhtaxi auf Fahrgäste. Wer es sich leisten kann, hat einen Motorroller, die anderen haben ein Fahrrad. Privatautos sieht man kaum auf der Straße. Handys haben alle, die sich mit Tourismus oder Handel beschäftigen. Die Bauern und Fischer sind zu arm dafür.

An der Spicefarm begrüßt uns der neue Führer, der uns die Farm zeigen und erklären soll. Er ist noch sehr jung und müsste  eigentlich in die Schule. Aber da verdiene er nichts, sagt er; er müsse zum Verdienst seiner Familie beitragen, die hier auf der Farm arbeite. Die Mutter verdiene 50 Dollar im Monat, weil die Frauen schlecht bezahlt würden und sehr schwer sei, der Vater verdiene 400 Dollar im Monat.

Ismail, unser Führer, hat uns hierhin gefahren, versteht aber von den Pflanzen nicht viel. Er lässt sich auch wie wir die einzelnen Bäume und Sträucher erklären. In der Hand hält er einen Zweig des "Lippen-Baumes", der dort so genannt wird, weil die Farbe der Blüten von den Sansibaris zum Schminken verwendet wird. Einen anderen Namen für den Baum kennt er auch nicht.
Zuerst müssen wir raten, welche Bäume das sind, unter denen wir stehen. Wir tippen auf einen Maracujabaum, weil die Früchte so aussehen. Dann holt er eine herunter und zerlegt sie mit einem Messer. Wir sind ganz erstaunt, dass es schöne rote Muskatnüsse mit weißen Streifen sind, die zum Vorschein kommen. Er versucht uns zu erklären, was man mit den Muskatnüssen machen kann, aber er spricht nur ein paar Brocken Deutsch und Englisch. Außerdem wissen wir, wozu man Muskatnüsse verwendet.
Die wunderschönen roten Blüten von dem Lippenbaum auf dem Bild rechts färben in der Tat so intensiv, dass wir anschließend die Farbe kaum noch von unseren Fingern bekommen.
Inzwischen fängt es an zu regnen und Ismail flitzt zurück zum Minibus, um ein paar Schirme zu holen. Aber vor uns liegt die Community Kizimbani, das ist die Dorfgemeinschaft der Gewürzfarm.


Die Blüten des Lippen-Baums

Hier einige Fotos von unserem Besuch im Dorf und auf der Gewürzfarm:
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Dorfstraße in der Community Kizimbani

Die Arbeiter wohnen mit ihren Familien in der Community. Sie haben zwar Steinhäuser, aber alles sieht ziemlich ärmlich aus.

Der Besuch in der Gewürzfarm war irgendwie enttäuschend und deprimierend. Zum einen waren wir enttäuscht, wie chaotisch die gesamte Plantage war. Wir haben in Mittelamerika Gewürzplantagen gesehen, die wesentlich besser organisiert waren. Zum anderen waren wir entsetzt über die Koranschule. Wenn 50 Kinder in einem kahlen Raum auf dem nackten Fußboden sitzen und haben weder Spielzeug noch Schreibmaterial oder Bilder zum Lernen zur Verfügung, wie soll dann das geistige Potenzial dieser Kinder ausgeschöpft werden? Durch Nachsprechen oder Nachsingen von irgendwelchen Koranversen? Oder will man die Kinder bewusst dumm halten?
Alle Kinder guckten uns jedenfalls mit großen offenen und fragenden Augen an und wir haben uns geschämt, dass wir nicht einmal einen Kugelschreiber oder Malstifte für sie mitgebracht hatten. Wenn wir noch einmal nach Sansibar kommen würden, würden wir das unbedingt machen, denn diese Kinder bekommen nichts von dem mit, was die Erwachsenen vom Tourismus abschöpfen.
Als wir nämlich wieder in unserem Hotel ankommen, stellen wir fest, dass wir über 50 Dollar an Trinkgeldern ausgegeben haben (Reiseführer, Fahrer, Guide auf der Farm, Kokospalmenbaumkletterer, Parfümfläschchen, Gewürzpäckchen), dass die Kinder in der Community aber für dieses Geld einen hohen Gegenwert an Lernmaterial hätten bekommen können. Man denke nur, wie viele Malstifte und Papier wir dafür hätten kaufen können!
Diejenigen, die im Touristikgeschäft sind, nehmen die Touristen aus. Der Junge, der uns durch die Farm geführt hat und eigentlich in die Schule hätte gehen müssen, war z.B. sichtlich enttäuscht, dass wir ihm nur 3 Dollar Trinkgeld gegeben haben. In seinen Augen ist das sicher verständlich, denn er hat in dieser Zeit aus Palmzweigen ein Handtäschchen, ein Armband, einen Ring, einen Frosch und eine Krawatte geflochten. Andererseits war seine Führung durch die Plantage mangelhaft. Wir können ihm das aber nicht verdeutlichen.
Jedenfalls empfinden wir die Spicetour als Touristenfalle und wenig ergiebig. Der dicke Verdienst liegt wieder eindeutig bei der Agentur, die diesen Ausflug vermittelt.

Im Übrigen stellten wir zu Hause fest, dass es sich keinesfalls lohnt, irgendwelche Gewürze vor Ort zu kaufen, denn der Preis in Europa ist deutlich günstiger. Für 1kg Nelken hätten wir in Sansibar 40 Dollar bezahlen sollen, während sie in Deutschland im Online-Handel für 28 Euro zu haben sind.

Freitag, 26.6.2015

Ein blauer Himmel weckt uns heute Morgen. Es ist noch Flut und das Wasser bedeckt den gesamten Strand. Ich schnappe mir meine Flossen, die Tauchermaske und nehme die Kamera mit. Mal sehen, was sich so im Wasser tummelt. Das Meer ist ziemlich klar heute und die Wellen sind sehr sanft. .Leider sind nur kleine Sardinen in großer Zahl zu sehen, einige Trompetenfische und einige etwas größere, die auch auf dem Markt angeboten werden. Sie haben eine Länge von 10-20 cm -  wie sie heißen weiß ich aber nicht. Dieselbe Beobachtung habe ich im Übrigen auch an den anderen Tagen festgestellt. Wenn man tropische Fische beobachten will, muss man einen Ausflug auf die vorgelagerten kleinen Inseln machen. Es werden solche Ausflüge vom Hotel aus angeboten und natürlich auch von den Fischern in Kendwa und in Nungwi.  Darauf haben wir aber verzichtet.


                                          Ein Schwimmer zwischen dem Sardinenschwarm

    Ein Fischschwarm schießt wie wild bei durch die Wasseroberfläche

Am späten Nachmittag und am Abend versammeln sich seltsamerweise die Sardinen in großer Zahl immer in der Nähe der Sunsetbar. Wenn ein Schwimmer in ihre Nähe kommt und sie mit seiner Camera fotografieren will, weichen sie in einem Bogen geschickt aus und schwimmen in einem Verband um ihn herum.  Viele Gäste beobachten das Schauspiel jeden Abend von der Bar aus. Tausende Fische sammeln sich zu einem großen Pulk und schwimmen völlig geruhsam miteinander umher.
Plötzlich schießen aber einige wie wild aus dem Wasser und springen über die Wasseroberfläche durch die Luft. Tausende machen es ihnen nach und es entsteht ein wilder Wirbel, wie auf dem linken unteren Bild zu sehen ist. Die Ursache können wir nicht erkennen. Die Fischer beobachten das Schauspiel natürlich auch und versuchen die Fische zu fangen. Dazu  fahren sie mit ihrem Boot schnell um den Fischschwarm herum und lassen ihr Netz ins Wasser fallen. Sie versuchen, den Schwarm einzukreisen. Da sich das alles in der Nähe des Strandes abspielt, wo das Wasser flach ist, reicht das Netz bis auf den Boden. Wenn der Kreis geschlossen ist, ziehen sie
das Netz ein und die Fische sind gefangen. Das ist eine mühselige Arbeit und der Erfolg ist nicht garantiert, denn oft entweichen die Fische. Die Fischer hoffen allerdings, dass durch die Schwärme der kleinen Fische größere Fische angezogen werden, die sie dann auch im Netz haben.

Den Fischfang sehen Sie in dem Video rechts. Es ist frustrierend, wenn die Fischer nach dem mühseligen Einzug des Netzes erkennen, dass sie nichts gefangen haben. Ich habe mich richtig geschämt, dass ich das gefilmt habe, denn zum Schluss hat ein Fischer vor
                        Sardinen-Fischfang am Strand von Sansibar

Wut und Enttäuschung eine Sardine nach mir geworfen. Den Ton habe ich aus dem Video herausgeschnitten, weil  das Rauschen des Windes so störend war und die Flüche der Fischer so wütend waren. Vielleicht haben sie mich mit meiner Camera und dem Filmen des Vorgangs auch dafür verantwortlich gemacht, dass sie nichts gefangen haben.

Jedenfalls habe ich begriffen, wie bitter das Leben der Fischer ist. Immerhin waren es 11 Leute auf dem Boot, die eine Stunde lang hart gearbeitet und nichts gefangen haben. Und sie hatten wenigstens ein Boot mit einem Außenbordmotor. An anderen Tagen habe ich Fischer beobachtet, die keinen Motor besaßen und ihr Glück mit einem Netz versucht haben. Und zwei Tage später haben wir auch eine Gruppe von Frauen gesehen, die vom Strand aus ohne Boot in voller Kleidung ins Wasser gestiegen sind und ihr Glück mit einem Netz versucht haben. Ich habe das von unserer Sunsetbar verfolgt, wie sie mit Plastikschüsseln auf das Wasser geschlagen haben, um die Fische ins Netz zu treiben. Das habe ich leider nicht gefilmt, aber ihren Rückweg am Strand nach Kendwa fotografiert. Auch sie gingen völlig frustriert nach Hause. Zwei von ihnen tragen das grüne Nylonnetz.


Frauen mit Fischernetz auf dem Rückweg nach Hause


Montag, 29.6.2015
 
Bei einem Spaziergang am Strand besuche ich die Maler, die im Schatten der überhängenden Felsen am Ufer ihre Staffeleien aufgestellt haben. Während der Zeit der Ebbe können sie hier ihre bunten Bilder herstellen und sicher sein, dass auch Touristen vorbeikommen und evtl. welche kaufen.


Die Themen sind bei allen ziemlich gleich: schlanke Giraffen oder Massaikrieger, die Big Five, die man auf einer Safari unbedingt sehen will, stilisierte Fischschwärme, palmenbewachsene Strände mit blauem Himmel oder bei Sonnenuntergang. Alles muss sehr farbenfroh sein.


Dienstag, 30.6.2015

Letzter Tag im Paradies. Der Himmel ist bedeckt und der Wind kühl. Aber am Abend gibt es wieder einen schönen Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen checken wir aus und packen unsere Koffer, denn um 3:45 Uhr am frühen Morgen wollen wir geweckt werden. Das Taxi haben wir für 4:25 Uhr bestellt.

Mittwoch, 1.7.2015

Im Restaurant sitzen schon morgens um 4:00 Uhr einige Gäste, die ebenfalls abreisen. Es steht ein kleines Frühstücksbüffet aus Brot und Backwaren zur Verfügung, Tee kann man sich aufschütten und Kaffee ist im Warmhaltebehälter. Der schmeckt allerdings scheußlich, sodass wir darauf verzichten.
Unser Taxi ist schon da, als wir an der Rezeption ankommen. Die Fahrt durch die dunkle Nacht ist nicht einfach, zumal es zwischendurch regnet, aber der Fahrer meistert die Strecke in genau 60 Minuten.

Am Flughafen stehen zwei Kontrolleure und lassen sich die Pässe zeigen. Die müssen sich wohl selbst ernannt haben. Wir merken das erst, als sie die Hand für ein Trinkgeld aufhalten. So fällt man eben als Tourist leicht auf alles rein. Unser Gepäck muss durch die Durchleuchtungsmaschine und wir müssen jeder 49 Dollar Ausreisegebühr bezahlen. Danach kommt noch der Immigration-Schalter, wo wieder ein Foto gemacht wird. Um 6:20 Uhr landet die Boeing von Condor und die gesamte Crew wechselt. Die Sonne geht gerade auf und das Licht spiegelt sich auf der nassen Betonpiste. Um 8:00 Uhr heben wir ab und sind 35 Minuten später am Gate des Flughafens von Mombasa, wo wir mit den ca. 80 anderen Passagieren eine Transferkarte für den Abflugbereich bekommen. Dort sind einige Souvenirgeschäfte und Schnellimbisse. Es


Sonnenaufgang am Flughafen von Sansibar

dauert aber nicht lange, bis der Aufruf  für den Weiterflug nach Frankfurt kommt und wir müssen 2x durch den Securitycheck, um in den Warteraum am Gate zu gelangen, wo schon zweihundert Leute sitzen, die von Mombasa nach Frankfurt fliegen. Voll ist die Maschine allerdings nicht. Es nieselt leicht, als wir um 10:15 auf der Startbahn stehen. Die Flugzeit nach Frankfurt wird mit 8 Std. 15 Minuten angegeben.
Nach einer halben Stunde haben wir einen schönen Blick auf den Kilimanjaro. Das Essen ist hervorragend und der Flug total ruhig. Über Europa ist schönes Wetter und es ist eine Freude, die wohlbestellten Felder an der Donau und in Österreich aus 10 km Höhe zu betrachten. Um 18:40 Uhr landen wir; hier in Frankfurt ist es jetzt 17:40 Uhr. Da wir zu früh angekommen sind, muss die Maschine auf einer Außenposition  stehen bleiben. Eine Stunde später stehen wir immer noch am Gepäckband

Der Kilimanjaro ragt mit der Spitze durch die Wolken

und warten auf unseren zweiten Koffer, der nicht aufzufinden ist. Es lässt sich nicht feststellen, ob er in Frankfurt ist oder in Mombasa oder Sansibar geblieben ist. So geben wir eine Verlustmeldung auf und verabschieden uns. Draußen sind es 35°C - wärmer als in Sansibar. Das freut uns - und dass unser Koffer zwei Tage später  gebracht wird, auch.

Das war Sansibar. Ich hoffe, der Reisebericht hat Ihnen gefallen.

Weitere Hinweise:

Vielleicht haben Sie ja noch Lust, andere Reiseberichte von mir zu lesen? Dann schauen Sie doch mal auf meine Reiseseite!

 Letzte Aktualisierung dieser Seite am 06.05.16

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