Reisebericht: Urlaub auf den Seychellen

Schon im Sommer hatten wir uns überlegt, auf die Seychellen zu fliegen, waren uns aber immer noch nicht einig wegen des Klimas. Die Berichte im Internet waren nicht eindeutig: Manche schlugen als beste Reisezeit Mai bis Oktober vor, andere die Sommermonate. Die wollten wir aber zu Hause verbringen, weil wir in Deutschland dann auch schönes Wetter haben.  Die Seychellen werden schließlich durch den Nordwest-Monsun von Oktober bis März und den Südost-Monsun von Mai bis September bestimmt. Gerade deshalb empfahlen uns andere die Monate April oder Oktober, weil dann windstilles Wetter herrsche und die Sicht unter Wasser zum Schnorcheln viel besser sei.
Wieder andere rieten uns von der windstillen Zeit ab, weil dann die Hitze nicht zu ertragen sei. Etwas Wind sei auf den Seychellen unbedingt nötig. So waren wir am Ende ganz konfus und entschieden uns einfach für Februar, weil wir den Winter zu Hause für eine Weile vergessen wollten.

13.2. 2013 Flug mit Emirates auf die Seychellen

Es ist schon eine bequeme Sache, von Düsseldorf mit Emirates direkt auf die Seychellen zu fliegen. Erstens ist es konkurrenzlos billig und zweitens auch nicht so anstrengend. Mit dem Drehkreuz Dubai haben sich die Emirates einen sehr guten Umsteigeflughafen für Asien und Afrika gebaut. Man fliegt 6 Stunden bis Dubai und dann noch einmal 4 Stunden bis nach Mahé. Und in Dubai hat man nicht zu viel Aufenthalt.

Nach dem pünktlichen Abflug um 14:35 Uhr sitzen wir in einer Boeing 777-300 zwei Reihen hinter der Business Class in einer Dreierreihe, wobei der Platz zwischen uns frei bleibt. Das müssen wir mit einem Campari-Orange begießen. Der Service an Bord ist hervorragend, zumal die Stewardessen mit der Getränke- und Essensausgabe bei uns beginnen. Mit dem freien Platz zwischen uns überstehen wir locker die 5 1/2 Stunden bis Dubai, denn der Rückenwind hat den Flug um eine halbe Stunde verkürzt. Kurz vor Mitternacht kommen wir in Dubai an - leider zu weit weg, um eine Nachtaufnahme vom Burj al Arab oder von Burj Khalifa machen zu können. Dafür kurven wir noch lange über das Rollfeld  und marschieren durch den Flughafen, bis wir im Transferbereich ankommen. Es ist hier 3 Stunden später als bei uns.



5000 km sind es bis Dubai und noch einmal 3000 bis zu den Seychellen

Auf dem Flughafen in Dubai ist um Mitternacht so viel los wie in Frankfurt tagsüber. Nach 2 1/2 Stunden Aufenthalt, den wir gar nicht so schlecht finden, weil wir uns die Beine vertreten können - geht es weiter auf die Seychellen. Leider ist der Luftraum über Muscat gesperrt, sodass wir eine Stunde auf der Rollbahn stehen, was uns gar nicht gefällt. Um 03:30 Uhr geht es endlich los ( mit einem vollgepackten und alten Airbus), auf dem leider alles enger, der Service schlechter und das Essen mäßig ist. Emirates ist also doch nicht gleich Emirates! Aber 4 Stunden später sind wir im Anflug auf die Seychellen und erfreuen uns an den üppig bewachsenen grünen Hügeln, die hinter der Landebahn von Mahé auftauchen.

Donnerstag, 14.2. 2013

Natürlich bekommen wir einen leichten Temperaturschock, als wir morgens um 07:35 Uhr  (Ortszeit, die 3 Stunden weiter als unsere in Neuss ist) aus dem Flugzeug steigen. Bereits jetzt sind es 27°C und 80% Luftfeuchtigkeit. Wir retten uns in die Abfertigungshalle, wo uns sofort ein Typ mit dem Dertour-Schild an die örtliche Agentur "Mason´s" weiterleitet, die hier alles kontrolliert. Man erkennt das schon an der Wagenkolonne mit entsprechendem Aufdruck, die den zahlreichen Taxis kaum eine Chance lassen, einen ankommenden Touristen abzufangen. Man muss allerdings zugestehen , dass diese Agentur alles perfekt im Griff hat: Mit enormer Fingerfertigkeit fischt eine Reiseleiterin unsere Hotel- und Transfer-



Die Landebahn von Mahé aus der Luft

Vouchers aus den vorgelegten Reiseunterlagen, winkt einen der zahlreichen Hivis heran und schon bringt der uns 200m weiter an den Schalter, wo Air Seychelles bereits mit den kleinen brummenden Flitzern wartet, die von Mahé nach Praslin fliegen. Durch die Verspätung der Emirates-Maschine aus Dubai ist der Flieger aber schon voll, sodass wir in Windeseile in den nächsten verladen werden werden, der eine halbe Stunde später starten soll. Das tut er aber leider nicht, weil von den 14 Passagieren ein Italiener seine Brieftasche mit Pass im Warteraum hat liegen lassen. So müssen wir alle in der Maschine ohne Klimaanlage mit mindestens 35°C ausharren, was uns stark an die Nerven und Schweißdrüsen geht, bis nach der Funkanfrage des Piloten im Terminal eine Angestellte mit der Brieftasche über die Landebahn gewackelt kommt.
Nach dem Start ist es leider nicht viel kühler im Flugzeug, weil wir von dem Fahrtwind nichts mitbekommen und keine Klimaanlage in Betrieb ist.



Mit diesem kleinen Flitzer geht es hinüber nach Praslin

Urlaub auf Praslin

Das war eine gute Entscheidung, dass wir das Flugzeug und nicht die Fähre für die Überfahrt nach Praslin genommen haben, wie sich später herausstellte. Einmal hätten wir nämlich nach stundenlang warten müssen, weil die Fähre erst um 16:30 Uhr ablegt. Zum anderen ist die Überfahrt nur etwas für die, die kräftigen Wellengang lieben und gegen Seekrankheit gefeit sind.

Eine Viertelstunde später ist nämlich alles vergessen, als wir auf dem verschlafenen Flugplatz von Praslin landen und einen Fahrer von Mason´s vorfinden, der uns sofort zur Indian Ocean Lodge bringt. Schon 10 Minuten später sind wir alle Italiener los, weil wir die einzigen sind, die hier aussteigen. Wir werden freundlich mit einem kühlen Glas Zitronengrassaft empfangen, darauf aufmerksam gemacht, dass wir schließlich "vacances" haben und uns entspannen sollen. Wir bekommen Zimmer 12 in der schönen kleinen Anlage direkt am Meer, die aus 8 Häusern á 4 Wohneinheiten besteht. Unter dem Text ein Bild von unserem Haus. Wir wohnen links oben und blicken durch die Palmen auf das 20m entfernte Meer. Dort machen wir es uns erstmal gemütlich in einem der seltsam geformten Holzliegestühle, indem wir uns dicke Auflagen besorgen, die sonst für die Liegen um den Pool herum bestimmt sind. Das gefällt  uns sehr, weil sich die Hitze nur im Schatten der Palmen mit ab und zu ein wenig Wind aushalten lässt.


Blick aufs Meer von der Indian Ocean Lodge aus

Die Indian Ocean Lodge gefällt uns. Wir haben Zimmer 12 in einem Vierblock, von denen es 8 Stück in der Anlage gibt. Alle liegen direkt am Meer. Wir finden alles, was man erwarten kann: großen Kleiderschrank, Safe, Minibar (leer), Klimaanlage, TV-Flachbild, genügend Schubladen, einen großen Balkon, einen elektronischen Moskito-Repeller und genug Platz. Alles ist nicht neu, aber gut renoviert und sauber. Bis auf die vielen kleinen Ameisen. Aber dafür holen wir unser Paral aus dem Koffer. Die leere Minibar stört uns nicht weiter, denn 300m weiter auf der Straße ist ein Supermarkt, wo man für 14 Rupien (=0,90 €) Seybrew Lager-Bier einkaufen kann. Ginger Ale, Cola und Tonic kosten dasselbe.  So gehen wir erstmal einkaufen (gut, dass wir am Flughafen schon Euros in Rupien eingetauscht haben!) und füllen unseren Kühlschrank auf.
Wer sich für die Indian Ocean Lodge interessiert, der kann meine Beurteilung bei Holidaycheck lesen. Da sind alle Erfahrungen mit dem Hotel aufgeführt.


Vom Wasser aus ist unser schattiges Plätzchen fast nicht zu erkennen. Der Strand ist feinsandig und kilometerlang.
Wenn die Flut kommt, wird der gesamte Strand überspült und man kann einigermaßen schwimmen. Viel Seegras wächst hier im flachen Wasser. Bei Ebbe reicht das Wasser nur bis zu den Knien.
Um 19:30 Uhr gehen wir zum 5-Gang-Valentinsmenü (32 €) ins Restaurant. Alles ist schön gedeckt, die Damen bekommen eine Rose, eine einheimische Band spielt kreolische Rhythmen. Das offene Restaurant ist gut besucht, aber es weht kaum Wind und ist verflixt heiß. Zum Menü bestellen wir Soda (55 Rupien) und eine Flasche südafrikanischen Wein, der gut gekühlt serviert wird. Ansonsten lässt der Service etwas zu wünschen übrig. Dafür ist aber das Essen sehr gut.

Freitag, 15.2. 2013

Das Hotel liegt an der Grand Anse. Am sauberen Naturstrand aus puderweißem, feinem Sand ist nichts los; die gesamte Bucht ist menschenleer, nur einige Boote liegen dort, die für die Ausflugsfahrten zu den vorgelagerten Inseln Cousin und Cousine gedacht sind. Zwischen den beiden Inseln geht jeden Abend die Sonne spektakulär unter, während wir gemütlich auf der Terrasse sitzen und uns genüsslich einen Happy Hour Drink genehmigen, um uns von dem anstrengenden Tag im Paradies zu erholen.

Samstag, 16.2. 2013

Das Frühstücksbuffet in  der Indian Ocean Lodge ist ganz ordentlich. Es ist wunderschön, morgens in dem luftigen Restaurant zu frühstücken. Nach unserem Faulenzertag im lauen Wind unter dem Schatten der Palmen machen wir uns am Abend auf die Sache nach einem Restaurant im Ort. Zum Essen wählen wir dann das Britannia aus und sind enttäuscht, denn trotz des attraktiven Äußeren ist das Essen teuer und mittelmäßig. Wir bezahlen für uns beide 1335 Seychellen-Rupien (SCR ) und geben mit 97 € für eine Vorspeise und ein Hauptgericht viel mehr aus als gestern bei uns in der Indian Ocean Lodge.

Sonntag, 17.2. 2013

Praslin ist eine ruhige Insel. Zum Erholen aber traumhaft, wenn nicht die Hitze wäre. Wir haben jeden Tag offiziell 30-31°C, was sich aber wie 35°C anfühlt. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 78%. Man darf alles nur sehr langsam machen, sonst kommt man sofort ins Schwitzen. Das Meer ist einfach zu warm mit 29°C und ein Bad bringt nur wenig  Abkühlung. Der Himmel ist meist blau mit wenigen Wolken versetzt.
Unsere Indian Ocean Lodge liegt an der Grand Anse, die leider zu flach zum Schwimmen ist:

http://www.indianoceanlodge.com

Sogar bei Flut steht einem Wasser nur bis zum Bauchnabel. Der Strand ist total leer, außer einigen Spaziergängern oder Touristen, die von hier aus mit Booten zum Fischfang, Schnorcheln oder Tauchen herausfahren, ist kein Mensch zu sehen.
Ansonsten sind wir mit allem zufrieden; die Preise fürs Essen und Trinken sind nicht viel höher als bei uns, lediglich die Übernachtungskosten sind doppelt so hoch. Allerdings kommt auf alles noch 15% Steuer und 10% Bedienung. So werden aus 32 Euro für ein Buffet am Abend leicht 42. Das Bier ist aber mit 45 Rupien (= 2,80 Euro) für 280 ml so teuer wie bei uns. Der Wein mit 16 Euro für eine Flasche Chardonnay durchaus preiswert bei vielen südafrikanischen Marken. Am Service ist wenig auszusetzen; die Arbeit der Zimmermädchen ist hervorragend, im Restaurant ist alles ein wenig lahm - aber vielleicht sind wir auch verwöhnt oder hier tickt eine andere Uhr. Etwas freundlicher könnten allerdings alle sein. Die Gesichter sind auch nicht so fröhlich wie in der Karibik, in Thailand oder Hawaii.

Die Internetverbindung für Praslin und La Digue ist seit einigen Wochen unterbrochen. Man sagt uns, das läge an einem Vertrag mit einer Satellitenverbindung über Ägypten, der nicht richtig funktioniere. Mahé habe ein Unterseekabel und diese Probleme nicht. So habe ich mir bei Airtel einen mobilen Stick gekauft und funke damit. Das ist zwar langsam und teuer, aber dafür bleibe ich mit der Welt in Verbindung. Skypen klappt damit leider nicht.


Die Karte ist von Mason´s, einem der größten Anbieter von Touren auf den Seychellen

Montag, 18.2.2013

Unser heutiger Besuch gilt dem Nationalpark Vallée de Mai, in dem die berühmten Cocos de mer wachsen. Das sind die berühmten kokosnussähnlichen Gebilde, die einem weiblichen Becken ähneln und eine entsprechende Legende haben: Die Palmen kommen nur hier und auf der Insel Curieuse vor, haben einen kerzengeraden Stamm und werden bis zu 40m hoch. Die weiblichen Exemplare haben riesige Blätter und große herzförmige Früchte, die bis zu 22 kg schwer werden. Die männlichen Bäume werden noch höher und beherbergen den Samen in großen phallusartigen Gebilden, sodass die Ureinwohner dieser Inseln natürlich angenommen haben, dass sich die Palmen in stürmischen Nächten miteinander vereinigen. Der Mensch, der dabei zuschauen wolle, müsse sterben.

Die Coco de mer ist ein seltenes Exemplar. Alle Bäume sind nummeriert und das Mitnehmen einer Nuss ist sehr schwierig. Ein koreanisches Pärchen schleppte allerdings zwei Nüsse aus dem Visitor Center in den Kofferraum eines Taxis. Man kann sie für einige hundert Dollar hier kaufen und bekommt ein Zertifikat und eine Zollbescheinigung. Eine österreichische Besucherin, die mit uns durch den nature trail wanderte, riet mir, ich solle doch auf einen Baum klettern und wenigstens die männliche Frucht mitnehmen, die würde keine Strafe nach sich ziehen und sei doch viel imposanter... Daraufhin habe ich sie mitleidig angesehen, habe aber den Eindruck, dass sie den Blick erwidert hat.
Der Rundweg durch den dichten Palmenwald ist gut begehbar, gut ausgeschildert und instruktiv. Wir sehen viele Palmenarten, Zimtgewächse, Vanille, typische Vögel, riesige Fledermäuse (die Fliegenden Hunde) und erfahren von der Führerin viel über die Geschichte der Insel.
Anschließend haben wir uns die Strände an der anderen Seite der Insel angesehen. Die Cote d´Or fanden wir nicht so toll, obwohl täglich ein kostenloser Shuttlebus von uns aus dorthin fährt. Lediglich am Ende des kilometerlangen Strandes war eine schöne Ecke am Paradise Sun Hotel, das leider 550 Euro für die Übernachtung im Doppelzimmer verlangt. Ein Stück weiter kommen wir dann nach einiger Zeit an einen der schönsten Strände der Seychellen, die vielgepriesene Anse Lazio. Da hat man uns allerdings nicht zu viel versprochen, denn die Bucht ist in der Tat traumhaft: feinster weißer Sand, flach abfallend mit leichten Wellen, nicht der kleinste Stein, keine Koralle, keine Muschel, die die empfindlichen Fußsohlen der Besucher drücken könnten. Und dazu große, Schatten spendende Bäume und Palmen, unter denen wir uns dann niederlassen und verträumt in die Weite schauen. Das Wasser ist sauber, hellblau bis dunkelblau; man kann sicher 10m tief gucken und sieht etwas weiter draußen auf dem hellen Meeresgrund die schwarzen Mantas liegen und den Sand aufwirbeln.

Leider ist es zu warm. Das Wasser ist keine Abkühlung, es weht kaum ein Lüftchen und man traut sich nicht in die Sonne. Allerdings ist der Sand seltsamerweise überhaupt nicht heiß, man kann überall prima laufen.

Spektakulär sind natürlich die Granitfelsen an beiden Seiten der Bucht. Es gibt zwei Restaurants hier, aber keine Liegen, keine Sonnenschirme und keine Duschen. Das ist sehr schade.
An der anderen Seite der Bucht gehe ich schnorcheln, was natürlich in dem warmen und klaren Wasser sehr entspannend ist. Man kann dicke Schildkröten, Mantas und die üblichen Tropenfische beobachten. Allerdings sind hier kaum Korallen und dementsprechend auch keine bunten Korallenfische oder größere Fische zu sehen.

Um 16:00 Uhr fahren wir zurück und kommen gleichzeitig in den Genuss einer Inselrundfahrt, weil der Busfahrer an verschiedenen Hotels die Gäste absetzen muss. So sehen wir neben dem Berjaya das L´Archipel, das Acajou und das Coco de Mer, das uns wegen des schönen Strandes noch am besten gefällt.

Dienstag, 19.2. 2013

Eigentlich waren wir der Meinung, dass die Anse Lazio wirklich der schönste Strand von Praslin ist, haben den Eindruck allerdings korrigiert, nachdem wir heute an der Anse Georgette waren.
Die Anse Georgette ist Teil des Constance Lemuria Resorts, das am Nordwestende von Praslin zwischen zwei Buchten (der Anse Kerlan und der Anse Georgette) liegt.
Es ist ziemlich abgeschottet und man kommt ohne Genehmigung nicht hinein. Wir hatten uns zu einem Besuch angemeldet und erklärt, dass wir uns für den nächsten Urlaub die Zimmer, die Strände und die Anlage anschauen wollten. Ich hoffe, die freundliche Rezeptionistin hat nicht bemerkt, wie blass ich wurde, als sie mir die Preisliste aushändigte und ich erkannte, dass der Spaß für meine Frau und mich jeden Tag mehr als 1000 Euro kosten würde.

Sie wies uns freundlich den Weg zum Beach und wir kamen nach 25 Minuten Fußweg über den Golfplatz an der Anse Georgette an. Der erste Blick war überwältigend: Die Bucht ist viel kleiner als die Anse Lazio, aber mindestens genau so feinsandig und hell, mit Palmen bewachsen und links und rechts mit großen Granitfelsen begrenzt. Wunderschön. Das Wasser war noch etwas kühler - schätzungsweise 28°C, während die Außentemperatur heute 33° C war. Außerdem waren nach kurzer Zeit nur noch fünf Leute am Strand, was uns sehr gefallen hat. Meine Frau war begeistert von dem angenehm warmen Wasser und ich bin schnorcheln gegangen. Auch hier waren wieder viele Mantas zu sehen.
Diese Bucht wäre schon etwas für uns, wenn Liegen, Toiletten und Duschen vorhanden wären und man ein Apartment in der Nähe zu moderaten Preisen mieten könnte...

Urlaub auf La Digue

Donnerstag, 21.2.2013

Heute siedeln wir nach La Digue über. Der Bus von Mason´s ist pünktlich da und fährt uns zur Jetty, wo wir punkt 10:00 Uhr mit der ziemlich vollen Personenfähre "Cat Rose" ablegen.

La Digue ist nicht weit weg von Praslin. Die Fähre braucht 15 Minuten für die ruhige Überfahrt. Vom Heck aus sieht man in der Ferne noch den kleinen Hafen von Praslin, während man vom Bug aus schon die Anlegestelle von La Digue erblickt. Die Granitfelsen an der Hafeneinfahrt erwarten uns.


Am Kai stehen alle Repräsentanten der Hotels und Gästehäuser, um die ankommenden Gäste willkommen zu heißen und zu ihren Hotels oder Pensionen zu fahren. Auch auf uns wartet Chiara, die Public Relations Managerin von der La Digue Island Lodge.
In Zusammenarbeit mit Mason´s Travel klappt ebenfalls hier der Transfer minutiös. Wir haben noch nie in unserem Leben einen solchen Transferservice erlebt, der alles so pünktlich und exakt erledigt wie hier auf den Seychellen. 5 Minuten später steigen wir in einen Minibus und weitere 5 Minuten später wieder aus, denn wir sind schon da. Bei einem kühlen Willkommensdrink nimmt sich Chiara (Italienerin, die seit 14 Jahren hier arbeitet) eine halbe Stunde Zeit für uns und erklärt ausführlich alles, was wir wissen wollen bzw. was wissenswert ist. Wir haben ein Garden Chalet gebucht und bekommen in dem großen tropischen Gelände Haus 19, das nur 50 m vom Strand entfernt liegt. Wir sind sehr zufrieden, weil es innen sehr geräumig ist, ein sehr schönes großes Bad hat und vor allem eine Klimaanlage besitzt, die leise läuft und gut kühlt. Über eine kleine Leiter sind oben auch noch zwei weitere Betten zu erreichen. Alles sehr schnuckelig

Am Strand vor unserem Häuschen stehen genügend komfortable Liegen mit Auflagen zur Verfügung und Schatten gibt es genug unter den Palmen und dem dichten Baumbewuchs in dem gepflegten Garten.  Wir sind an der Anse Réunion und schauen über das Meer auf die gegenüberliegende Anlegestelle der Insel Praslin.  Die Lage ist noch besser als in Praslin, weil hier ein wenig mehr Wind weht und das Wasser vor uns zwar auch nur eine warme Badewanne darstellt, aber immerhin während der Flut im vorderen Bereich zum Baden geeignet ist. Die Reiseführer und Reisekataloge, die die Anse Reunion als schwimmtauglich beschreiben, lügen alle.

So legen wir uns erstmal an den Strand und gewöhnen uns an die hiesigen Verhältnisse. Der Strand besteht aus feinstem weißen Sand, ist ein Naturstrand und ohne Unrat. Etwas weiter im Wasser wächst Seegras, über das man zwar laufen, aber nicht schwimmen kann, weil auch bei Flut nur 20 cm Wasser unter dem Bauch sind. Wer also schlank und gut trainiert ist, für den ist es kein Problem, aber für ältere Leute mit Hängebauch doch. Die sollten die Seychellen meiden.
Mit der La Digue Island Lodge haben wir eine gute Wahl getroffen; wer sich für das Hotel interessiert, kann sich die Webseite des Hotels anschauen oder auch meine Beurteilung bei Holidaycheck lesen. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit allem, denn vor unserem Hotel ist ein Fahrradverleih und ein Supermarkt, in dem wir alles zu einigermaßen erträglichen Preise einkaufen können (Das Warsteiner Pils kostet 45 Rupien für 500 ml = 2,80 €, Cola, Sprite, Ginger Ale 17 Rupien für 330 ml = 1 € und ein Liter Wasser auch). Im Hotel selbst sind die Getränke mit 70 Rupien deutlich teurer. Da wir im Chalet einen hervorragend kühlenden Minikühlschrank haben, stopfen wir ihn täglich damit voll. Den guten Whiskey haben wir uns aus dem Duty Free Shop vom Flughafen in Mahé mitgebracht und gönnen uns so täglich eine gemütliche Happy Hour bei Sonnenuntergang am Strand. Das ist wunderschön, denn die Sonne geht neben der Insel Praslin jeden Abend glutrot im Meer unter.
Leider kommen dann auch die Moskitos - das darf man nicht verschweigen. Sie sind hier wunderschön grün-glänzend, mit leuchtenden Augen und stechen blitzschnell - ohne dass man den Einstich spürt. Ich habe jede Menge von diesen kleinen ekligen Pusteln, die ungemein jucken und höhnisch lachen, wenn man Fenistil von Novartis darauf schmiert, was rein gar nichts nützt.

Samstag, 23.2.2013

Fahrräder kosten pro Tag 100 Rupien (= 6 Euro), haben keine Schlösser und man stellt sie einfach irgendwo auf der Insel ab. Es klaut sie keiner - sehr komfortabel! Die Fahrradverleiher haben überall in die Lenker ihre Zeichen eingeritzt, sodass sie ihre Drahtesel wieder identifizieren können. Wir haben uns für einen Tag Räder geliehen, um zunächst einmal zur Anse Source d`Argent zu fahren, denn zu Fuß ist es bei dem schwülheißen Wetter einfach zu anstrengend - auch wenn der weltberühmte Traumstrand nur 1 km von uns entfernt ist. Natürlich muss man wieder 100 Rupien (= 6 €) Eintritt bezahlen, wenn man durch den Naturpark Estate L´Union will. Da muss man nämlich hindurch, um an den Ort der Begierde zu kommen.

Auf den ersten Blick sehen die Granitfelsen beeindruckend aus, die aus dem weißen Sand herausragen und von grünen Palmen und tropischen Bäumen umringt sind. Kein Wunder, dass dieser Strand einer der meistfotografierten Strände dieser Welt ist. Auf den zweiten Blick jedoch erkennt man, dass das Wasser davor seicht, voller Seegras und mit steinigem Untergrund ist. Ein Bach lässt überdies sein braunes Wasser hineinfließen und färbt am Ufer alles entsprechend ein. Dann sieht alles nicht mehr so toll aus. Wir haben jedenfalls auf Virgin Gorda, der Nachbarinsel von Tortola in der Karibik, einen ähnlichen Strand gesehen, der zudem blaues tiefes Wasser um die Felsen hatte, in dem man fantastisch schwimmen und schnorcheln konnte. Damit ist es hier nichts. Bei Ebbe sieht es so aus wie auf meinen Fotos und bei Flut ist der Strand verschwunden, weil das Wasser bis an die Felsen reicht. Man kann wahrscheinlich nicht alles haben.
Zumindest hier nicht.

Sonntag, 24.2.2014

Das Fahrradfahren auf La Digue gefällt uns sehr gut, weil man so die Insel prima erkunden kann. Unsere Sonntagsspazierfahrt geht zunächst durch das lebhafte Örtchen La Passe zum Hotel L´Orangeraie, das wir eingehend inspizieren, weil uns viele Leute erzählt haben, das sei das schönste auf La Digue. Wir finden auch die Schwimmlandschaft mit superbequemen Liegen ganz nett, aber alle Leute liegen dicht gedrängt nebeneinander. Der Strand ist auch nicht besser und die besseren Häuschen liegen hinter der Straße. Da gefällt uns die La Digue Island Lodge doch besser.


La Passe - das Dorf auf der Insel La Digue

Die Versprechungen der Reiseführer und der Reiseleiter sind aber auch nicht ganz zutreffend. Zunächst einmal sollte die Anse Sevére ein weiterer Traumstrand sein, an dem man schwimmen und schnorcheln kann. Als wir dort ankamen, entpuppte sich der als der gleiche flache Strand wie die Anse Réunion, an der wir wohnen, denn bei Ebbe kann man nicht schwimmen und zum Schnorcheln ist er auch nichts. Das sieht man auf dem oberen rechten Bild ganz deutlich. Deshalb fahren wir ein Stück weiter um die Nordspitze der Insel herum und sind erstaunt, welch schöner Strand sich uns hier als Anse Patates eröffnet:
Es ist der erste Strand, an dem das Wasser wirklich türkisgrün und dann blau erscheint. Mit den Granitfelsen an der Seite sieht er malerisch aus. So fahren wir hinunter und suchen uns unterhalb des Patatron Hotels ein schattiges Plätzchen unter den Palmen. Es ist total entspannend, hier im Sand zwischen den Felsen zu liegen und durch die Palmen auf die anbrausenden Wellen zu schauen. Die sind leider ziemlich unruhig, wie ich feststellen muss, als ich mich mit Schnorchel und Flossen in die Fluten stürze. Durch den felsigen Untergrund laufen sie nämlich nicht gleichmäßig auf das sandige Ufer zu, sondern überschlagen sich völlig unkonventionell. Ergebnis: Gut für ein Badeerlebnis in anbrausenden Wellen, aber nichts für gemütliches Schwimmen und nichts fürs Schnorcheln, aber schön zum Relaxen. Da ich oberhalb der Felsen eine Dusche des Hotels entdeckt habe, die man mit wenig Kletterei erreichen konnte, fand ich den Besuch dieses Strandes trotzdem sehr positiv.

Montag, 25.2.2013

 

Die Seychellen bestehen natürlich aus wesentlich mehr Inseln als nur den drei näher bekannten Mahé, Praslin und La Digue. Deshalb haben wir denn auch einen Trip auf die Nachbarinseln Felicité und Coco Island gebucht. Mit einem schnellen Kajütkreuzer sind wir zusammen mit 6 Franzosen und zwei Amerikanern von der Anlegestelle in La Passe gestartet und mussten an den Marine-Ranger erstmal jeder 200 Rupien ( = 12 Euro) in bar bezahlen, damit wir in dem Marine Park schnorcheln und die Insel Ile Coco betreten dürfen. Unsere Fahrt ging zunächst an der Anse Sevére und Anse Patates vorbei, die wir ja vom Vortag schon kannten und dann hinüber auf die wenige Kilometer entfernte Insel Felicité. Diese war früher eine bekannte Urlaubsinsel für betuchte Prominente, jetzt wird sie renaturiert und nichts ist mehr los - nur verfallene Hütten sind zu sehen. Unser Boot ankert für eine Stunde zum Schnorcheln. Das Wasser ist klar, man kann 15 m tief gucken, aber die Korallen sind tot und die Fische nicht außergewöhnlich. Ein 1m großer Barracuda schwimmt neben mir und schaut interessiert zu, wie ich fotografiere. Ich filme ihn auch. Aber sonst ist nichts Interessantes zu entdecken.

Ich kann einige Butterflyfish, Doctorfish und Angelfish beobachten, die allerdings ungewöhnlich groß sind. Solche, einen halben Meter große Exemplare, habe ich in Hawaii und im Roten Meer noch nicht gesehen.



Marine Park um Coco Island

Deutlich besser ist es einen Kilometer weiter im Marine Park von Coco Island. Das Boot ankert nicht, sondern lässt uns heraus und wir schwimmen und schnorcheln um die Granitfelsen. Hier gibt es in der Tat viel zu sehen: Das Wasser ist so klar, dass man 30 m tief sehen kann, die Sonne dringt durch das klare Wasser, sodass man die Farben der Fische deutlich erkennen kann. Man kann Eagle Rays beobachten, befindet sich plötzlich in dichten Schwärmen von Butterflies oder Angelfish, sieht unter sich langsam die dicken Schildkröten am Seegras knabbern oder ganze Schwärme von Neonfischen auf sich zukommen. Das ist in der Tat wie in einem Aquarium. Hier macht das Schnorcheln Freude und die ganze Fahrt hat sich deshalb schon gelohnt. Nach den beiden Schnorchelstunden setzt uns das Boot auf Coco Island ab und wir genießen ein erfrischendes Bad in dem kristallklaren Wasser. Das ist wunderschön; die bunten Fische kommen bis an unsere Beine und das Wasser ist nicht so warm wie bei uns am Strand der Anse Reunion.
Nach einer Stunde verlassen wir Coco Island, das ohne Touristen eine schöne Robinsoninsel sein kann.
Zum Schluss kommt allerdings das Beste: Der Bootsführer macht mit uns eine Rundfahrt um La Digue. Das steht zwar nicht auf dem Programm dieses Ausflugs, stößt aber auf lebhafte Zustimmung aller Fahrgäste. So kommen wir in den Genuss, die schönen Buchten zu sehen, an die man nur mit längeren Fußwegen über Dschungelpfade gelangt. Die Anse Marron sieht zwar toll aus, ist aber voll von angeschwemmtem Seegras, die Anse Coco ebenfalls. Wie bei der berühmtem Anse Source d´Argent muss man immer unterscheiden zwischen einer fantastischen Strandkulisse und guter Schwimmgelegenheit. Die entdecken wir dann in Form der traumhaft schönen Buchten Petite Anse und Grand Anse, als das Boot näher heranfährt.

Bei der Rückfahrt sehen wir die Grand Anse vom Boot aus und sind begeistert: Da müssen wir hin!



Coco Island

Mit unserer La Digue Island Lodge sind wir immer noch zufrieden, als es am Abend ein hervorragendes Büffet unter freiem Himmel gibt und Folkloretänze dazu präsentiert werden.

Dienstag, 26.2.2013

Nachdem wir vom Boot aus die tollen Strände gesehen haben, wollen wir natürlich unbedingt dorthin. Also leihen wir uns wieder Fahrräder und machen uns auf zur Erforschung der Strände im Süden der Insel.
Unser Fahrradverleiher muss aber erst einsam stehen gelassene Fahrräder auf der Insel einsammeln, bevor wir alle ein passendes finden. Hier kommt er gerade freihändig mit drei Fahrrädern gleichzeitig an. Er erzählt uns, das Fahrräder zwar nicht geklaut werden, aber häufig irgendwo stehen gelassen werden, weil man keine Lust hat sie zurück zu bringen. Das ist kein Wunder, denn niemand schreibt den Namen des Ausleihenden auf. Es werden halt nur die Leihgebühren kassiert.
Auch wenn es über eine gut befahrbare schattige Straße geht, ist das Fahrradfahren hier bei 33 °C eine schweißtreibende Angelegenheit.
Am Ende der Straße zur Grand Anse ist ein Strandrestaurant, wo man sein Fahrrad stehen lässt und zu Fuß weitergeht. Das machen viele und es sieht dann sehr bunt aus. Hier gibt es sogar eine provisorische Toilette und eine Dusche, die man für 20 Rupien ( =1,20 €) benutzen kann. Sehr komfortabel. Und der Strand dahinter ist natürlich eine Wucht. Das Wasser auch - nicht so warm und wunderbar klar. Wellen sind auch da für diejenigen, die es etwas kräftiger wünschen. Man wundert sich, wo alle die Leute geblieben sind, deren Fahrräder vor dem Restaurant stehen. Aber es verteilt sich alles, denn die Bucht ist ziemlich groß. Die meisten bleiben in der Mitte der Bucht, andere wandern aber weiter - wie wir auch.
Ein schmaler Pfad führt durch den Tropenwald und über den Granithügel, der die Bucht begrenzt.

Der Weg erfüllt dann die 4-Stiefel-Bedingung der Studiosus-Kataloge, sodass man die Beine richtig strecken muss. Hier ist nichts mehr mit Fahrradfahren. Zu den nächsten Stränden kommen nur noch Wanderer.

Wer über den Hügel geklettert ist, der wird allerdings mit einem grandiosen Blick auf die Bucht belohnt. Das ist die Petite Anse, die noch schöner zum Schwimmen ist. Wir nehmen ein ausführliches Bad und lassen uns in den Wellen schaukeln. Über uns ein traumhaft blauer Himmel mit einigen Wolken, die ab zu das grelle Licht in sanfte Töne verwandeln. Wunderbar. Klares Wasser, weißer, makelloser Sand so fein wie in einer Sanduhr. Keine Steine, kein Seegras, keine Korallenreste oder Muscheln. Es stehen zwar nur drei oder vier Palmen zwischen den Sträuchern, die ein schattiges Liegeplätzchen schaffen, mehr ist aber auch nicht nötig, denn es sind kaum Menschen hier.

Man kann also nur jemandem raten, der auf La Digue Urlaub machen will, sich ein Fahrrad zu mieten und zum Schwimmen zu einem dieser beiden Strände zu fahren. Ein toller Strand. Wer abenteuerlustig und neugierig ist, wandert den schmalen Dschungelpfad einfach weiter zur nächsten Bucht. Wir haben es nicht gemacht, weil an der Anse Cocos so viel Seegras lag. Man muss dann schon bei Flut dort sein. Die Wanderung zur Anse Marron haben wir ausgelassen, weil wir vom Boot aus gesehen hatten, dass sie auch nur etwas zum Fotografieren und nicht zum Schwimmen ist.

Mittwoch, 27.2.2013

Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass man sich unbedingt noch einmal die Anse Source d´Argent beim Sonnenuntergang ansehen sollte, weil dann die Touristen verschwunden seien und die Beleuchtung der Felsen so wunderschön sei. Das war in der Tat so: Als wir mit dem Fahrrad um 17:30 Uhr dort ankamen, waren nur noch einige ambitionierte Fotografen da, die mit ihren Spiegelreflexkameras und Stativen auf den Sonnenuntergang warteten. Ich kam mir mit meiner kleinen Lumix ganz minderwertig vor, als ich das Equipment da sah. Aber der Strand war menschenleer. Wir setzten uns einfach in den Sand und schauten fasziniert dem Sonnenuntergang zu, während dessen sich Sand, Wasser und Felsen immer dunkler färbten.

Ich machte eine Aufnahme nach der anderen und konnte mich von diesem wunderschönen, friedlichen Anblick gar nicht trennen. Das Farbenspiel war beeindruckend und ich habe mit Photoshop zu Hause ein Panorama von 120x40cm erstellt, das mich jedes Mal an diesen Moment erinnert. Allein dafür würde ich gern noch einmal auf die Seychellen - und zwar unbedingt nach La Digue - fahren.

Urlaub auf Mahé

Donnerstag, 28.2. 2013

Wir nehmen Abschied von La Digue und stehen früh auf, weil die Fähre um 8:30 Uhr nach Mahé ausläuft. Wir gönnen uns nur ein kurzes Frühstück, um pünktlich um 8:00 Uhr am Anlegen zu stehen. Wir sind stinksauer, weil wir nicht in die Fähre einsteigen dürfen, die direkt nach Mahé fährt. Da wir zu Hause den Transfer mit Dertour gebucht haben, müssen wir die kleinere Fähre "Cat Rose" nach Praslin nehmen und dann dort in die große Fähre umsteigen, die jetzt gerade hier in La Digue nach Mahé ablegt. Was uns auch niemand vorher gesagt hat: Es gibt unterschiedliche Kategorien bei der Buchung: Innenraum oder Oberdeck. Das Oberdeck ist die bessere Wahl. Das merken wir erst, als wir im Hafen von Praslin in die große Fähre einsteigen. Hier wird uns nämlich das Betreten des Oberdecks verwehrt, weil wir blaue Tickets haben, die dazu nicht berechtigen. So werden wir gezwungen, den stark unterkühlten Innenraum der Fähre für die Überfahrt zu nutzen, während andere sich im frischen Fahrtwind des Oberdecks sonnen dürfen. Nach dem Ablegen finden wir einen Weg, nach draußen zu kommen und setzen uns auf die Treppe zum Oberdeck.
Die Überfahrt lässt sich ganz interessant an, aber nachdem wir Praslin verlassen haben, dreht der Katamaran so auf, dass wir auch dort von den aufschäumenden Wellen ganz nass werden. Das Schiff schaukelt ziemlich heftig, sodass die Passagiere im Innenraum schreien, einige übergeben sich und andere, die sich wie wir nach draußen gerettet haben, werden klatschnass. Das Schiff schaukelt so stark, dass jeder, der als Kind nicht genug Zeit auf dem Schaukelpferd verbracht und geübt hat, dies in 75 Minuten komprimiert und im Quadrat nachholen muss.
Victoria ist ein lebhaftes Städtchen. Das merken wir sofort an dem ungewohnten Verkehr hier. Wie schön ruhig war das doch mit Ochsenkarren und Fahrrädern auf La Digue! Über die Berge geht es in einem Wagen von Mason´s mit drei anderen Personen über die Berge auf die Ostseite der Insel. Nach 40 Minuten kommen wir im Constance Ephelia Resort an. Wir sind sehr gespannt auf die Anlage, die uns unser Sohn empfohlen hat und wollen uns ein paar Tage Luxus gönnen, den es zu einem Sonderpreis gegeben hat.
Wir sind erstaunt über die Größe der Anlage, die sich über 120 Hektar erstreckt, 2010 eröffnet wurde und mehrere Strände enthält. Unser erster Eindruck ist sehr positiv, weil unsere Junior Suite 62 m2 groß ist, ein fantastisches Bad und alles aufweist, was man sich wünschen kann. Der große Flachbildschirm an der Wand ist ein supermodernes Kommunikationszentrum, von dem aus sich alles steuern lässt: TV-Programme aus der ganzen Welt mitsamt dem ZDF (selten), Internet, Hotelinfos, Filme. Die Champagnerflasche im Eiskübel steht auch bereit. Der Boy aus Mauritius braucht 20 Minuten, bis er uns alles erklärt hat. Beeindruckend.

Freitag, 1.3. 2013

Wir benötigen erstmal einen ganzen Tag, um uns im Resort umzuschauen. Wer Luxus, Wellness und sportliche Aktivitäten sucht, der findet alles hier im Überfluss. Die Anlage erstreckt sich über gesamte Halbinsel mit den Hügeln und dem Mangrovenwald. Wie das Lemuria Resort auf Praslin, das zur gleichen Kette gehört, ist es sicherlich eine der schönsten Hotelanlagen auf der Insel. Wenn Sie sich dafür interessieren, lesen Sie  meine Beurteilung bei Holidaycheck .

Luftaufnahme und Lageplan vom Ephelia Resort mit Islet Island im Vordergrund (beide Bilder von der  Webseite des Constance Ephelia Resorts)

Wir wohnen in einer Junior Suite an der Bucht gegenüber dem kleinen Inselchen, das sich deshalb auch "Islet Island" nennt.


So sieht die Bucht bei Ebbe aus: nicht sehr einladend. Das Inselchen im Hintergrund ist zu Fuß über dichtes Seegras am Boden zu erreichen (Bild rechts). Schwimmen kann man allerdings nicht, dazu ist das Wasser nicht tief genug.
Wenn Flut und schönes Wetter ist, ist das Inselchen ein Südseetraum. Das Wasser davor ist wunderbar klar. Fische sind zwar keine zu sehen und schwimmen kann man auch nicht, aber man kann sich an den kleinen Sandstrand setzen oder ins Wasser und den Tag einfach genießen.

Samstag, 2.3.2013

Heute wollen wir nach Victoria, denn es ist Markttag. Um 9:00 Uhr fährt uns der Shuttlebus des Hotels zu dem Hauptstädtchen. Unterwegs fotografieren wir die Bucht vor Victoria vom Hügel La misere aus:

Man kann von oben sehr gut die Landgewinnung des Staates durch die aufgeschütteten Inseln sehen, die als neue ( und teure) Wohngebiete Investoren anziehen sollen und verhindern sollen, dass an den Berghängen zu viel gebaut wird. Vorn rechts nennt sich der langgestreckte Inselzug "Roche Caiman"), dahinter liegt Eden Island mit Luxusvillen, die ähnlich wie in Dubai konzipiert wurden. Die spitze Bergkuppe im Hintergrund gehört zur Insel Sainte Anne, davor liegt die Île aux Cerf. Auf der linken Seite kann man auch die kleine künstliche Insel Île Romainville mit den Windrädern erkennen, die als eines der neuen Energie-Power-Projekte geschaffen wurde. Viele Russen und Araber haben inzwischen hier ihr Geld investiert. Im Übrigen ist auffällig, dass der Einfluss der Araber hier sehr stark ist. Wir finden auf fast allen Produkten arabische Beschriftungen, selbst auf Coladosen, Ginger Ale oder Schweppes Tonic Water ist das Zeichen UAE mit dem entsprechenden EAN-Code zu sehen.

Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben. Man muss unterscheiden zwischen den Einheimischen, die Fische, Gemüse und Obst einkaufen - und den Touristen, die billige Kleidung und Souvenirs suchen. Natürlich werden vor allem Gewürze, Früchte und Fische angeboten. Zu einer kreolischen Mahlzeit gehört in jedem Fall Fisch. Viele Thunfische und Snapper werden verkauft, dazu auch die Riff-Fische. Dazwischen halten die kreolischen Marktfrauen ein Schwätzchen. Hier geht alles sehr geruhsam zu: Keine Marktschreier, keine aggressiven Verkäufer. Im Vergleich zu den kreolischen Märkten in der Karibik ist auch das Angebot eher bescheiden. Ich konnte zum Beispiel nicht einmal ein T-Shirt aus Pima-Cotton bekommen. Auf der ganzen Insel kennt man keine derartige feine Baumwolle. Die Tücher und Stoffe hier sind einfachste Batik-Textilien aus Indien. Allerdings ist alles sehr teuer. Ein T-Shirt mit typischen Seychellensymbolen bedruckt kostet umgerechnet 22 Euro. Der Sprit an den wenigen Tankstellen auf der Insel 22 Rupien pro Liter (= 1,32 €).


Marktfrauen im Gespräch

Victoria ist die kleinste Hauptstadt der Welt. Es sind zwar viele Leute unterwegs, aber die meisten sind Touristen. Wir schlendern über die Independence-Street, besichtigen den Hindutempel  und das Kewyn-Jouse, bevor wir uns in die Kneipe "Pirate Arms" setzen und das Treiben auf der Straße beobachten.
Gegen Mittag wird es leer in der Stadt und am Nachmittag schließen alle Geschäfte. Es ist jetzt Wochenende.
Sonntag, 3.3.2013

Seltsames Wetter heute, als wir um halb acht beim Frühstück sitzen. Blauer Himmel in der Mitte zwischen den Bergen  und Nieselregen an den Rändern. Wir wollen den Nordstrand kennenlernen und spazieren dorthin. Die 20 Minuten Fußweg in der Hitze sind ganz schön schweißtreibend. Obwohl es nur 29°C sind, sind es gefühlte 35 Grad, weil die Luftfeuchtigkeit auch sehr hoch ist.

Der Strand sieht nicht gut aus; alles ist voller Seegras. Eine Putzkolonne fegt dauernd das Seegras weg und wirft es hinter den Liegen zwischen die Bäume. Das Seegras wird nicht wie in La Digue am Strand vergraben,
sondern aufgehäuft. Darüber freuen sich die Sandflöhe, für die ist das nämlich ein Schlaraffenland.
Das Schwimmen macht keinen Spaß. Beim Schnorcheln wickelt sich oft etwas von dem Seegras um den Schnorchel oder die Taucherbrille. Manchmal streicht mir etwas kratzend über den Rücken oder die Beine, sodass ich irritiert bin, ob nicht doch irgendein bösartiger Fisch Gefallen an mir findet. Viel ist auch nicht zu sehen, denn der aufgewühlte Sand macht das Wasser milchig-trüb. Auch die Korallen vor der Bucht sind alle mit Sand überspült. Nur wenige Fische sind zu beobachten.

Allerdings sieht die Lage am Nachmittag an demselben Strand schon wesentlich besser aus: Jetzt ist das gesamte Seegras weggefegt worden und es herrscht Ebbe.

Der Wind hat sich ein wenig gelegt und das Seegras schwimmt weiter draußen. Jetzt macht das Schwimmen mehr Spaß.
Wir erinnern uns daran, was uns viele über das Klima der Seychellen gesagt hatten: Je nach Lage des Strandes an der Nordwestecke oder an der Südostküste wird Seegras durch den entsprechend wechselnden Monsun angespült.
Wir wären also doch besser zu einer anderen Jahreszeit hierhin gefahren. Am besten also im April/Mai oder im September/Oktober. Mein Sohn, der im Mai hier war, weiß nichts von Seegras-Anschwemmungen; auf seinen Fotos ist auch kein Seegras zu erkennen.
 
Montag, 4.3.2013

Mahé besteht natürlich nicht nur aus dem Constance Ephelia Hotel, sondern aus einer Insel mit einer Ausdehnung von 34 km von Norden nach Süden und 8km in der Breite.
Wir haben uns einen Guide aus Takamaka gemietet, der uns auf der Insel herumfährt und alles erklärt, was wir wissen wollen.
Er heißt Jude und ist Freelancer, das heißt, er hat sein Touristik-Examen erfolgreich absolviert und verdingt sich als selbstständiger Guide bei Creole oder Mason´s, das sind die beiden großen Touristikunternehmen auf den Seychellen.
Er fährt mit uns über die engen Serpentinen zu der alten Kapuziner-Mission hoch oben auf dem Berg Direkt daneben liegt der Morne Seychellois, die höchsten Erhebung der Insel mit 905 m. Leider regnet es und die Sicht auf die Stadt Victoria ist miserabel. Da war das in der vorigen Woche schöner, als wir mit dem Shuttlebus des Hotels einen Fotostopp auf La misere machten.

Auf der Fahrt um die Nordspitze von Mahé finden wir einige winzige Buchten, die malerisch, aber nicht zum Schwimmen geeignet sind. Der berühmte Beau Vallon Strand reißt uns auch nicht vom Hocker. Er ist zwar schön anzuschauen, aber im Wasser schwimmt viel Seegras und schöner als unser Northbeach im Ephelia ist er auch nicht. Das Hotel Berjaya Beau Vallon schauen wir uns etwas näher an, weil wir das zuerst buchen wollten, sind aber schließlich froh, dass wir es nicht gemacht haben. Vielleicht hängt es aber auch mit dem Wetter zusammen, dass die Strände nicht so einladend aussehen, denn der Himmel ist wolkenverhangen und grau. Es ist unerträglich schwül und drückend; die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass der Schweiß aus allen Poren bricht.


Beau Vallon Bay

Im Künstlerdorf Domaine de Val des Pres sind wir die einzigen Besucher. Außer vielen Moskitos ist aber auch dort nichts Interessantes zu finden. Eine Coco de mer vielleicht für 300 Euro, die ich hätte mitnehmen können - sonst einfacher Touristenkram. Auf Nachfragen gibt Jude zu, dass dieses "Künstlerdorf" nur für Touristen zum Einkaufen von Souvenirs  errichtet wurde. Alle Busse würden hier hinfahren.
Wir erklären ihm. dass wir gern im kristallklaren Wasser schwimmen und schnorcheln möchten und zählen die Strände auf, über die wir tolle Berichte im Internet gelesen haben. So steigen wir denn an der Anse Royale aus, sind aber dann doch nicht zufrieden, denn auch hier ist es flach, steinig und voller Seegras. Guide Jude weiß nicht, was er uns noch anbieten soll, wir würden ja schnorcheln wollen und da müsse eben das Riff relativ gut erreichbar sein. Das ist uns zwar klar, aber wir möchten schließlich schwimmen und nicht im knietiefen Wasser über die Steine waten.


Anse Royale

Das ist beim nächsten Strand am neu renovierten und wirklich schönen Allamanda-Hotel zwar der Fall und wir inspizieren alles mit einem Drink im modern gestalteten Poolbereich, aber als wir zuschauen, wie ein Pärchen beim Einstieg ins Wasser den felsigen Untergrund überwinden muss, verzichten wir auch hier auf den vermeintlichen Traumstrand an der Anse Forbans.



Strand am Allamanda-Hotel an der Anse Forbans

So führt uns denn Jude in der Nähe seines Hauses in Takamaka an den Strand, wo er als Kind jeden Tag geschwommen ist: an der Anse Intendance. Hier liegt das Banyan Tree Hotel und man kann links daran vorbei über den Feldweg an den Strand fahren, wo es sogar eine Toilette und eine Dusche als Überbleibsel eines geschlossenen Restaurants gibt. Das wissen natürlich nur Insider. Am Ende des Weges erblickt man dann einen wunderbaren Strand.  Das Wetter ist zwar nicht besonders, aber uns gefällt der Strand und auch das Schwimmen in dem wunderbar klaren, türkisgrünen Wasser. Ohne Seegras und ohne Steine. Herrlich.
 In unseren Augen ist das die schönste Bucht der Insel: Langgezogen mit breitem Sandstrand, der auch bei Flut nicht überspült wird, mit Wellen und schattigen Plätzen unter Palmen. Allerdings sind die Liegen darunter meist von den Gästen belegt, die dort den direkten Zugang zu ihren teuren Beachvillas haben. Schließlich ist das Banyan Tree ein 5-Sterne-Hotel mit ziemlich hohen Preisen, auch wenn es nach Auffassung von Jude eine Renovierung nötig hat.
Da wir auf unserer Liste noch andere Strände haben, fahren wir an der Baie Lazare vorbei zur Anse Soleil und zur Petite Anse. Diese wird im Internet ebenfalls als schönste Bucht der Insel genannt. Sie liegt im inneren Bereich des Four Seasons Hotels und man kommt nur durch den Hotelzugang an den Strand. Da wir uns aber zu einem Besuch angemeldet haben, können wir einen Blick von der Rezeption aus auf die Bucht werfen.
Das reicht uns aber nicht, denn wir wollen uns den Strand ansehen. Wir hätten uns zwar schöneres Wetter gewünscht, um die vielfältigen Farben einzufangen, aber es regnet wenigstens nicht, als wir mit dem Buggy die steilen Wege zum Strand gefahren werden. Diese Fahrerei  mit dem Buggy ist sicher ein Nachteil in  dieser weitläufigen Hotelanlage mit vielen Hilltop-Villas und nur wenigen Garden-Villas am Strand. Der ist aber wirklich schön. Er wird zu beiden Seiten von malerischen Felsen begrenzt und in der Mitte ist wunderbarer Sandstrand mit klarem Wasser, Wellen und schattigen Plätzen unter Palmen.
Der letzten Strand, den wir fotografiert haben, ist der Beach vom Maia Luxury Resort an der Anse Louis. Jude erzählt uns, dass das Hotel mehrere Preise gewonnen hat. Wir verzichten aber auf eine Besichtigung, weil es anfängt zu regnen.
Das war´s von den Stränden. Danach sind wir nämlich wieder in unser Hotel Constance Ephelia gefahren und waren mit unserer Wahl wieder sehr zufrieden. Leider änderte sich am Wetter nicht mehr viel und auch nicht an den Moskitos, die mich weiter stechen.

Dienstag, 5.3.2013

Am Morgen wandern wir durch den Mangrovenwald zu dem kleinen Geschäft auf der Straße, um uns für den Rest der Zeit mit Getränken einzudecken. Wir ärgern uns nämlich immer noch über die horrenden Getränkepreise in unserem Hotel. Für ein Glas Bier bezahlen wir nämlich umgerechnet 9,30 €. Da ist es ganz gut, dass uns Jude gezeigt hat, wo die Geschäfte zu finden sind. Eine halbe Stunde laufen muss man aber schon.

Das Ephelia Resort macht viel Reklame für den Mangrovenwald, in den es eingebettet ist. Es hat wohl auch die Baugenehmigung nur bekommen, weil es die Erhaltung dieses Wasserschutzraumes garantiert hat. Aber nachteilig ist es schon, wenn ich an die Moskitos denke, die mich täglich gestochen haben.

Mittwoch, 6.3.2013

Letzter Tag im schwülen Paradies. Das Wetter scheint besser zu werden, aber über dem Berg hängen nach wie vor die Regenwolken.

Ich wandere heute über die Trails und stelle fest, dass ich dem Hotel Unrecht getan habe, wenn ich über das viele angeschwemmte Seegras und die fehlenden Schwimm-Möglichkeiten geschimpft habe. Als ich nämlich auf dem Hubschrauberlandeplatz stehe, um von dort meine Panoramafotos von der Bucht mit der kleinen Insel zu machen, stelle ich fest, dass ein kleiner Trail durch die Büsche zur Anse Tousalo führt, die ich bisher noch gar nicht beachtet hatte. Und was stelle ich fest? Ein Traumstrand eröffnet sich meinen Blicken.
Und als ich diesen Strand entlang wandere, finde ich den Durchgang zur Anse Anglais, die ebenfalls ein wunderschöner kleiner Privatstrand ist. Desgleichen auf auf der anderen Seite am Nordstrand , wo von den Beach Villas aus ein kleiner Pfad zum Beach zwischen den Granitfelsen abzweigt.
Schade, dass ich diese schönen Buchten nicht früher entdeckt habe! Das hätte auch meine Meinung über die Strände des Resorts deutlich angehoben.


Anse Tousalo im Constance Ephelia Resort

Donnerstag, 7.3.2013

Abflug und Zeit für eine Rückschau auf die drei Wochen im Paradies. Ich schreibe auf, was mir besonders in Erinnerung geblieben ist:

Das waren die Seychellen

Hinfahren werde ich nicht mehr, weil es mir zu heiß, zu feucht und zu teuer ist. Vor allem sind mir zu viele Moskitos hier. Vielleicht liegt das ja tatsächlich an der falschen Zeit. Es kann ja durchaus sein, dass man im April oder Oktober größere Chancen hat, Traumstrände mit klarem Wasser und ohne Seegras zu finden. Unser Guide Jude sagte uns das jedenfalls. Und wem sollte man sonst glauben, wenn nicht jemandem, der hier aufgewachsen ist? Was die Temperaturen und die Moskitos angeht, so bleiben seiner Meinung nach aber die Bedingungen ziemlich gleich.

Praslin hat mir gut gefallen. Es war unsere Einstiegsinsel und wir haben wichtige Erfahrungen gesammelt. Die Indian Ocean Lodge  lag zwar nicht am idealen Strand, dafür war die Anlage klein und persönlich. Wir waren nur 20 Meter von einem schattigen Plätzchen unter den Palmen entfernt, der durch einen leichten Wind die Hitze erträglich werden ließ. Der Blick aufs Meer und die Sonnenuntergänge  waren wunderschön, aber vermisst habe ich einen Strand zum Schwimmen und Schnorcheln. Man konnte die Traumstrände im Norden nur erreichen, wenn man mit dem Bus oder (relativ teuren) Taxi dorthin fuhr.

La Digue fand ich am schönsten. Das lag einerseits an den schönen Stränden, die mir wirklich gut gefallen haben. Zum anderen aber auch an der Unterbringung, den schmackhaften Buffets und dem persönlichen Service in der La Digue Island Lodge. Der Supermarkt nebenan hat außerdem unsere Reisekasse deutlich entlastet. Wer die Insel preiswert haben möchte und mit einer Pension als Unterbringung zufrieden ist, findet eine große Zahl von Gästehäusern, die ebenfalls eine sehr persönliche Betreuung zu gerade noch erträglichen Preisen anbieten. Alle sind sehr freundlich gewesen. In der Indian Ocean Lodge hat mir der Manager meinen Schnorchel vom Speeboot geholt, den ich tags zuvor bei einem Ausflug dort liegen gelassen habe. Und das Zimmermädchen, dem wir ein Trinkgeld auf den Tisch in unserem Häuschen gelegt hatten, hat sich mit einer netten Bett-Dekoration bei uns bedankt. Die italienische Public Relations Managerin Chiara hat dafür gesorgt, dass alles reibungslos klappt.


Blüten und Blätter als Dank vom Zimmermädchen für ein Trinkgeld

Nachteilig ist halt, dass man zum Schwimmen immer mit dem Fahrrad an einen weiter entfernten Strand fahren muss. Da aber der Weg zur Grand Anse bzw. zur Petite Anse auf glatter Straße durch den schattigen Urwald durchaus akzeptabel ist und sich am Ende ein Restaurant mit Toilette und Dusche befindet, würde ich das in Kauf nehmen. Und zum Schnorcheln würde ich dann von La Digue aus mit dem Boot in den Marine Park um Coco Island oder eine andere der kleinen Inselchen fahren. Dort waren die Sichtweite und Unterwasserwelt durchaus Weltklasse, zumal man damit rechnen kann, bei häufigerem Besuch noch andere Fische zu Gesicht zu bekommen.
Mahé war nicht schlecht.  "Pas mal" sagen die Seychellois und lächeln dabei. In ihren Augen ist das das höchste Lob. Jude erklärte uns, dass man die Seychellois auch an ihrem breiten Lächeln erkennen könne, denn das hätten nur die Einheimischen. Die vielen Bediensteten, die aus Bangladesh, Sri Lanka oder Indien hier arbeiten würden, hätten dieses Lächeln einfach nicht. Irgendwie stimmt das auch, wenn man sich die Menschen näher ansieht. Öfter ist uns aufgefallen, dass sie schlecht ausgebildet sind und wenig verdienen. Aber sie bemühen sich alle. Es hängt sehr stark vom Management ab, welche Leistungen erbracht werden.

Wenn ich aber das Preis-Leistungs-Verhältnis betrachte, so gibt es viele Stellen auf der Welt, an denen für dieses Geld deutlich mehr geboten wird. Familien rechnen vielleicht anders, denn im Constance Ephelia sind zum Beispiel alle Kinder bis 11 Jahre frei - und das bei einem fantastischen Freizeitangebot. Es sind in der Tat auch viele Familien mit Kindern hier. Und man kann natürlich einen Trick machen, denn ab 15.4. werden alle Hotels deutlich billiger, weil das eine Saison ist, in der es nirgendwo in Europa Schulferien gibt. Außerdem gibt es doch relativ viele Pensionen und Gästehäuser mit familiärem Anschluss und akzeptablen Preisen. Wer also die Seychellen mit geringeren Ansprüchen hinsichtlich der Strandlage und der Pool-Landschaften besuchen will, kann eine Menge Geld sparen.
Zu dieser Zeit wechselt auch der Monsun seine Richtung . Es ist dann wärmer, regnet weniger und es weht weniger Wind. Aber deshalb gibt es dann auch kein Seegras an den Stränden.
Also ade, liebe Seychellen! Bleibt von mir aus so elitär und teuer. Es war schön, euch besucht zu haben, denn demnächst werden noch viele Generationen von Russen, Arabern und Asiaten die Preise hochschrauben, sie investieren nämlich hier kräftig. Dann wird ein Besuch unerschwinglich sein.
Im Gedächtnis bleiben wird mir in jedem Fall die wunderschöne Anse Source d´Argent bei Sonnenuntergang.

Weitere Hinweise:

Thema/Titel Internet-Adresse
Mason´s Travel http://www.masonstravel.com/deu/services.php
Indian Ocean Lodge auf Praslin http://www.indianoceanlodge.com/
La Digue Island Lodge http://www.ladigue.sc/
Constance Ephelia Resort auf Mahé http://epheliaresort.constancehotels.com/de/
Fährverbindungen zwischen Mahé, Praslin und La Digue http://www.catcocos.com/
Flugverbindungen zwischen den Inseln http://www.airseychelles.com/de/home/index.php

 Letzte Aktualisierung dieser Seite am 22.02.16

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